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Allgemein
Die Hühnerküken machen die Gegend unsicher
Geschrieben:

Von den 5 kleinen Küken haben 4 überlebt und erkunden nun neugierig mit Ihrer Mutti „Big Bertha“
die Umgebung.
„Black Beauty“, „Klopfer“, „Lässi“ und „Balou“.
Neugierig sind sie, hungrig, wieselflink und mopfsfidel.
Küken „Balou“ hat gerade Ziege „Sir Henry“ angepflaumt. „Alta, pass uff, dass keen Schatten uff mir druff fällt, sonst mach ick Dir Beine!!!“ (gut im Bild zu sehen, Balou ist stinksauer).

Sir Henry verdreht die Augen nach oben und brummelt „Diese Jugend von heute – nichts begriffen. Immer fürs Klima demonstrieren, nicht zur Schule gehen und bei den Demos
den Müll nicht wegräumen. Und dann auch noch frech werden“…
schwupps, gabs für ihn direkt von Balou was auf die Schnauze, dass er 20 Meter durch die Luft flog…. So schnell kanns gehen. Mit Hühner-Küken ist nicht zu spaßen. Wenn Erwachsene nichts schnallen, dann muss zur Not ein „Klaps auf den Hinterkopf“ her…

„Big Bertha“ passt gleichzeitig auf, dass niemand ihren Kindern zu nahe kommt.
Sehr gut! Die Freundinnen von Bertha haben sich derweil kleine Kuhlen gebuddelt und geniessen die Samstagssonne in einem Stabbad.

Gnadenhof Brödel Melle
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https://www.betterplace.org/de/projects/71760-gnadenhof-brodel-melle-artenschutzprojekt-blumiger-landkreis-osnabruck

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Bauboom Dank Palettenspende
Geschrieben:

Dank der tollen Holzpaletten-Spende der Firma „Thomas Philipps“ ist hier ein regelrechter
Baumboom ausgebrochen. Heute einen zweiten kleinen Hühnerstall ausgebaut und winterfest gemacht.
In den nächsten Tagen nehmen wir noch zwei Hähne auf, die sonst (vermutlich) ins Jenseits befördert worden wären
und in einigen Monaten folgen einige Hühner aus der Legebatterie.
Falls sich die Hähne nicht verstehen sollten, dann können sie nun in getrennten Ställen leben.

Und tolle Heuraufen wurden heute gebastelt. Das Gras wächst nur noch wenige Wochen, dann werden wir auf Heu umsteigen müssen.
Ab jetzt kein Problem mehr 🙂 Einige Ziegen jedoch haben noch nicht verstanden, dass man nicht IM ESSEN sondern ausserhalb des Essens stehen sollte….

Gnadenhof Brödel Melle
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Noch Flächen für Blühwiesen-Korridor gesucht
Geschrieben:

Im Jahr 2020 soll das Ding fertig werden, der Insektenschutz-Blühwiesen-Vernetzungs-Korridor im südlichen Landkreis Osnabrück zwischen Melle und Hagen a.T.W.

Nach dann 4 Jahren Arbeit, etwa 8000 Stunden im Ehrenamt und einer Beteiligung von über 1000 Personen.
Aber noch fehlen uns dafür einige kostenlos und leihweise zur Verfügung gestellte Areale (Größe etwa 500 m²).

Konkret: In Melle-Gerden und rund um den Segelflugplatz Melle

In Bissendorf-Holte-Himbergen

In Georgsmarienhütte, Harderberg und Kloster Oesede

Die Arbeit (fräsen und umbrechen, einsäen und anwalzen) übernehmen wir. Kostet keinen Cent 🙂 Wir säen artenreiches (40 Arten) regionales Saatgut ein.

Allerdings wäre es bitte wichtig, dass die Flächeneigentümer die Pflege der Blühwiese übernehmen (ein bis zweimal im jahr mähen und das Mahdgut abtragen).

In den gekennzeichneten Bereichen suchen wir noch Flächen. Gerne bei uns melden.

Danke 🙂

Blumiger Landkreis Osnabrück

Artenvielfalt steigern, Insektensterben stoppen

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Wir benötigen mehr Bäume – Und zwar schnell
Geschrieben:

Im Oktober/November starten wir auf fünf Flächen in Melle/Oldendorf (3 Areale), Melle/Mitte und Melle/Wellingholzhausen
die Anpflanzung von insgesamt 90 heimischen Obstbäumen (vier Streuobstwiesen, viele alte Sorten) sowie von 4 Klimaschutz-Wäldern (bestehend aus etwa 3/4 heimischen Arten und etwa 1/4
südeuropäischen Arten). Bepflanzt werden insgesamt etwa 12.000 m².
Vielen Dank an die Firma Thomas Philipps, welche etwa 40 Bäume spendet. 50 Obstbäume stammen aus dem 850-Bäume-Programm der Stadt Melle.
Geplant ist insgesamt die Anpflanzung von etwa 400 Bäumen, um somit ca. 4 Tonnen CO2 im Jahr speichern zu können.

Vor einigen Tagen haben wir ein Gespräch mit einer fachkundigen Person (Dagmar Lücke) zum Thema Bäume und Baumanpflanzungen geführt.
Das Interview soll hier an dieser Stelle veröffentlicht werden:

* Vielen Dank, dass Sie an dieser Stelle eine kostenlose Beratung anbieten.
Können Sie einmal kurz schildern, welche Erfahrungen Sie bislang in der Baum-Thematik gesammelt haben?

Dagmar Lücke: Seit etwa 20 Jahren arbeite ich als Baumschulgärtnerin und betreibe zudem eine eigene Bonsai-Baumschule bei der
Gärtnerei Jurgelucks. In den letzten 20 Jahren habe ich viel ausprobiert und geforscht
Was aktuell passiert betrifft mich im Herzen. Bäume sind ökologisch gesehen das wertvollste Lebewesen, welches wir haben und
das Gerüst der Ökosphäre. Viele Baumtriebe jedoch sterben aktuell aufgrund des geringen Niederschlages und der Sonnenintensität.
Im Augenblick ist festzustellen, dass viele Böden anfangen zu versteppen, wir müssen dringend mehr Bäume pflanzen.

* Wie schätzen Sie die Entwicklung heimischer Baumarten in den nächsten 30 Jahren ein?

Es ist davon auszugehen, dass die Dürreperioden insbesondere während der Vegetationsperioden zunehmen werden.
Wir können nur hoffen, dass wir 2018 und 2019 Ausnahmeperioden erlebt haben. Viele Bäume werden sich ohne Hilfe kaum erholen können.
Für die Buche und die Eiche wird es wohl mittelfristig, abgesehen von sehr günstigen Lagen, eng.
Zudem werden sich unsere heimischen Bäume natürlich nicht innerhalb einer kurzen Zeitspanne von einigen Jahrzehnten genetisch an die veränderten Rahmenbedingungen
anpassen können.

* Welche Bäume sind besonders stark von der Dürre betroffen?

Die heimische Fichte aber auch die Hainbuche. Natürlich auch die Birke, viele Ahornpflanzen. Auch die Eiche ist massiv betroffen, in Stadtgebieten ist es
insbesondere die Sommerlinde, welche massive Probleme hat. In einem gewissen Rahmen können sich Bäume verteidigen. Die Sommerlinde beispielsweise dreht ihre hellen Blätter als Reflektionsschutz mittlerweile nach oben.
Auch die Haselnuss beginnt aufgrund ihrer großen Blätter Probleme zu bekommen.
Problematisch sind Bäume mit ausladenden Kronen oder grossen Blättern. Diese können sich kaum vor der intensiven Sonneneinstrahlung schützen.

Bei südeuropäischen Bäumen ist es so, dass diese langsamer und gedrungener wachsen. Dadurch bilden sie einen „internen Schutz“ für sich selbst.
Durch ein kompaktes Wachstum entsteht ein kühleres Mikroklima innerhalb ihres eigenen Organismus.
In diesem Sinne ist es wichtig, heimische Bäume zurückzuschneiden und ihnen eine gedrungenere Form zu geben. Das kann vielleicht das Schlimmste noch verhindern.
Werden Bäume geschnitten, dann bildet sich ein sog. „Wurzelvorsprung“. Die Masse der Wurzeln wird größer im Vergleich zur zu versorgenden Baummasse. Auch das kann ein Schutz sein.

Interessant ist: Wenn Bäume zu einer Heckenform geschnitten werden, wie z.B. die Hainbuche, dann entsteht dort ein Schutzklima.
Diese Bäume sind kaum von der Dürre betroffen oder lange nicht so stark. Auch geschlossene Bestände sind etwas geschützter als offene Bestände.
Grundsätzlich sind natürlich immer auch der Wuchsstandort, die Lage wichtig. In einer sonnenexponierten Lage auf einem Hügel ist es natürlich für viele Arten
gefährlicher als in einer schützenden Senke.

* Wie schätzen Sie das aktuelle Waldsterben ein. Was sind Ihrer Meinung nach die Gründe?

Auf jeden Fall spielt die Klimaerwärmung und die Trockenheit eine große Rolle. Bäume schützen sich zwar auch über eine gewisse Zeit gegenseitig.
Bilden sich jedoch Mangelzustände dann geraten sie in Konkurrenz zueinander und saugen sich gegenseitig das Wasser ab.

* Welche Bäume eignen sich in den nächsten Jahren besonders gut, um dem Klimawandel zu trotzen?

Viele Eschen scheinen mit der Trockenheit ganz gut klar zu kommen. Auch Robinien, Walnuss, die Roteiche, Kastanien oder Schlehen haben gute Karten.
Erstaunlicherweise ist aktuell zu verzeichnen, dass auch Weiden der Dürre recht gut trotzen, das ist eine Überraschung. Auch Pioniergehölze wie Pappeln machen sich noch ganz gut.

* Was kann man aktuell tun, um heimische Bäume zu schützen?

Nenebn dem Zurückschneiden in der Krone viel gießen.
Seit Mitte Juli habe ich einige Bäume vier- bis fünfmal jeweils mit etwa 100 Litern versorgt.
Diese Bäume zeigen kaum Auflösungserscheinungen.

* Nicht-heimische Arten anzupflanzen wird oft kritisiert, da die heimische Flora davon nicht profitiert. Wie stehen Sie zu diesem Punkt?

Zum Teil ist dieser Punkt durch Studien schon widerlegt. In bestimmten nicht.heimischen Arten befinden sich sogar mehr Insektenarten als in heimischen Bäumen.
Die Lebensbedingungen ändern sich aktuell. Wir brauchen schlichtweg auch mehr Masse in der Baum-Flora und mehr geschlossene Kronen, davon profitieren auch viele heimische Arten.

* Welche südeuropäischen/fremdländischen Bäume können sich Ihrer Meinung nach für eine Ansiedlung eignen?

Früher wurden z.B. der französische Ahorn oder die Hopfenbuche empfohlen. An vielen Standorten ist das aufgrund der aktuellen Entwicklung jedoch sogar schon passé.
Die Blumenesche (Manna-Esche) könnte günstig sein. Auch Platanen am richtigen Standort können funktionieren. Ich will mich da aber auch nicht zu weit aus dem Fenster lehnen.
Fakt ist sicherlich, dass auch die Kaukasus-Fichte in unseren Wäldern resistenter als die heimische Fichte ist.
Die Schwarnuss könnte funktionieren. Weiterhin empfehle ich die Zerreiche (Quercus cerris) und Libanoneiche (Quercus libani).
Robinie sollten auf jeden Fall gehen. Orientfichte, Zedern und einige Arten der Platane sind ebenfalls sehr trockenheitsresistent.
Letztlich geht es aber auch um Agglomerationen von Bäumen, das richtige Zusammenspiel, an den richtigen Standorten.

* Gibt es Ihrer Meinung nach besonders invasive Baumarten, welche ggf. sogar eine „Gefahr“ für die heimische Fauna darstellen können?

Der Götterbaum gilt als sehr invasiv. das ist nicht ungefährlich. Trotzdem kann es an sehr armen Standorten immer noch besser als Nichts sein.
Jeder Baum fungiert auch als Wasserspeicher, auch das gilt es zu berücksichtigen.

* Es gibt Stimmen die sagen, dass ein gemischter, naturbelassener Wald heimischer Arten durchaus dem Klimawandel trotzen kann. Wie sehen Sie das?

Wenn genügend Feuchtigkeit vorhanden ist kann das funktionieren. Aber was passiert, wenn es in den nächsten Jahren so wenig regnet wie zuletzt?
Da hilft dann auch eine Naturbelassenheit nicht mehr.
Genetische Veränderungen geschehen über einen langen, langen Zeitraum. Es ist unmöglich, dass sich eine Varibilität, ein Toleranzraum, innerhalb beispielsweise der nächsten 20 Jahre anpasst.

Frau Lücke, vielen Dank für das Gespräch.

Ein Artikel über Frau Lücke in der NOZ:
https://www.noz.de/lokales/melle/artikel/1865187/tipps-fuer-die-rettung-gestresster-stadtbaeume-in-melle

Interessant zudem ein Zitat, welches kürzlich auf den Baumpflegetagen in Osnabrück wie folgt geäußert wurde:

Die von Klaus Körber (Sachgebietsleiter an der Bayerischen Landesanstalt für Wein- und Gartenbau) erwähnte Sommerlinde leidet unter der neuen Trockenheit und den erhöhten Temperaturen.
Statt Sommerlinden solle man lieber Silberlinden pflanzen, die vertrügen das veränderte Klima deutlich besser.
Dass der Klimawandel ganz grundsätzlich verlange, bei der Auswahl von Stadtbäumen nicht so weiterzumachen wie bisher, steht für Klaus Körber außer Frage:
„Wir brauchen in den Städten der Zukunft Bäume, die genetisch für Hitze und Trockenheit ausgelegt sind. Und solche Bäume findet man garantiert nicht in Südschweden.“

https://www.noz.de/lokales/osnabrueck/artikel/1865158/baumpflegetage-an-der-hochschule-osnabrueck-stehen-im-zeichen-des-klimawandels

Gnadenhof Brödel Melle
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Was machen wir eigentlich so mit den Spenden, die wir erhalten?
Geschrieben:

Was machen wir eigentlich so mit den Spenden, die wir erhalten?
Z.B. Steckhorden kaufen, um unsere Tiere besser einfangen zu können (wichtig z.B. für Impfungen oder das Kürzen der Hufe).
Neue Zaunrollen und Zaunpfosten erwerben, um weitere Blühwiesen für eine schonende Beweidung einzuzäunen oder Klimaschutz-Anpflanzungen
vor Rehfrass zu schützen. Oder für eine neue XXL-Hühnertränke.
Heute früh beim Füttern auf dem Sperrmüll eine tolle Bank entdecket. Upcycling. Wird aufgemotzt und nochmal verwertet 🙂

Gnadenhof Brödel Melle
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So schnell kanns gehen
Geschrieben:

Gerade beim Hühner füttern.
Erst ziemlich doof gekuckt, dann geschmunzelt und dann gelacht. 🙂 😄😂🤣
Haben wir wohl ein Eiernest unter einem der Büsche übersehen. Zum Glück haben wir immer Kücken-Futter vor Ort.
Ein weisses, ein schwarzes und einige Graue, munter am Tschiepen, futtern und trinken. Kriegen wir wohl noch gerade so untergebracht 😎🤩

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Heute ein bisschen gewerkelt
Geschrieben:

Heute ein bisschen gewerkelt. Aus den Paletten von Thomas Philipps ist eine First-Class-Villa für einige unsere Laufenten geworden (für alle 12 war die alte Fläche zu klein,
eine Erweiterung musste her), garantiert mardersicher
mit Kaninchendraht ausgestattet. Einen neuen Pool haben die Enten auch bekommen. Riesige Freude bei denen.
Die Villa verfügt über Massageräume, Billard-Table, Minibar, Satelliten-TV und WLAN. Quaki-Quak, Chef der Laufenten dazu: „Na also,
weniger hätten wir auch nicht akzeptiert. Wir sind schließlich nicht irgendwer, wir sind Laufenten. “ Dem ist nichts hinzuzufügen.

Nett ist: Heute kamen jede Menge Paten vorbei und halfen auch gleichzeitig bei vielen Teilprojekten mit.
Danke an Margrit Schneider, die uns sehr viel Werkzeug gesponsert und eine ganze Menge Eichen-Sprösslinge zur Verfügung gestellt hat.
Danke an Familie Düttmann, welche geholfen haben unsere Tiere gegen Haarlinge zu behandeln.
Danke an Barbara Koebe und (?, Sorry, mein Namensgedächtnis ist wie ein Sieb) welche neben leckeren Ästen für die Tiere ein tolles Buch zum Insektenschutz mitgebracht haben.
Auch unsere Tiere haben sich über viele Gaben an frischen Ästen gefreut. Total schön, total nett.
Es entsteht hier tatsächlich, in einem kleinen Rahmen, etwas wie eine „Bewegung“, das ist gut. Wenn in vielen Kommunen viele kleine Teilprojekte entstehen,
dann wird das noch was mit der Rettung des Planeten 🙂
Und auch sehr schön: Heute eine weitere Fläche für den Blühwiesenkorridor „dingfest“ gemacht.
Auch in Kloster Oesede werd im nächsten Frühjahr ein Refugium für Insekten geschaffen.

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Behandlung gegen Haarlinge
Geschrieben:

Einige unserer Tiere haben „Haarlinge“.
Haarlinge sind eine Untergruppe von Läusen, welche die Tiere ganz schön nerven können.
Vom Tierarzt ein gutes Mittel dagegen besorgt.
Gestern erfolgte die Rundum-Behandlung.

Danke an Valli, Simone Brockmann, Julia Behncke und Karsten Wachsmuth.
Die Haarlinge sind unsere Schafe, Ponys und Ziegen schnell wieder los.

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Kontroverses Thema Baumpflanzungen
Geschrieben:

Und weiter ging es heute mit dem kontroversen Thema „Baumanpflanzungen“.
Heute Heimische Buche, Eiche und fremdländische Manna-Esche und Pekanussbäume gepflanzt.
Insgesamt sind wir bei Baum Nummer 12. Nicht viel, aber auch nicht nix.

Die Flächen, auf denen wir Bäume pflanzen, bleiben übrigens so naturbelassen wie möglich.
Das Ziel ist nicht hier eine Holzwirtschaft zu betreiben. Das Ziel ist es hier Mischwälder mit 15 bis 20 Baumarten anzusiedeln.

Darf man aus naturschutzfachlicher Sicht nicht-heimische Bäume (aus Südeuropa) hier ansiedeln,
in der Hoffnung, dass diese resistenter gegen den Klimawandel sind?

Natürlich darf man das, da diese so oder so schon im Lande sind.
Eine starke Verbreitung von „Fremdpflanzen“ findet übrigens durch den Güter- und LKW-Transport statt, natürlich auch durch Vögel.
Obacht ist jedoch geboten bei „Radikal-Neophyten“ und schutzqwürdigen Biotopen im direkten Umfeld.

Die oft hitzig geführte Diskussion ist selten konstruktiv, manchmal aber eben doch.
Von Ute Köhler testen wir einen interessanten Ratschlag.

Die „Starken“ selektieren und gezielt anpflanzen. Was heisst das?
AUf Flächen, wo die Dürre merkliche Spuren hinterlassen hat und einige Kleinbäume nun ausgelöscht sind, haben wir
Pflanzen umgesiedelt, welche der Dürre getrotzt haben.
Eine kleine Blindschleiche dabei getroffen.
Bei der Baumumpflanzung wichtig: Nur Bäume mit dem kompletten Wurzelwerk UND der umgebenden Erde ausgraben.
Und nur Bäume umsiedeln, wenn ihr sicher seid, dass diese es aufgrund einer Massivverschattung am aktuellen Standort kaum schaffen werden UND
noch genügend weitere Klinbäume vorhanden sind.

Ob das reicht „selektiv-starke“ Bäume anzusiedeln?
Eine Buche wird kaum genügend Toleranzspielraum besitzen, um z.B. in Barcelona wachsen zu können.
Ein Versuch ist es Wert. Natürlich wird die Kimaerwärmung in den nächsten 10, 20, 30 und 40 Jahren noch massiv zunehmen.
Subjektive Einschätzung und Mutmaßung: Auch die selektierten Buchen werden es (vlleicht) nicht schaffen, aber wer weiß?
Niemand weiß, was in 10, 20, 30 Jahren mit unserer Flora passiert.
Eichen jedoch haben als Tiefwurzler gute Chancen.
Weitere Tiefwurzler, die hoffentlich gute Karten haben, sind die Esche, die Kiefer, die Lärche, die Linde und der Wacholder.

Gesichert werden wir auch noch die fremdländische Robinie einsetzen, ebenso wie verschiedene südeuropäische Ahorn-Arten.
Ein intensives Beratungsgespräch haben wir dazu in der nächsten Woche.

3 Szenarien:

a) Wir setzen nur heimische Bäume ein und merken in 10 Jahren: Alles Mist. Die Klimazonenverschiebung ist zu eklatant.
Die Bäume sterben, wertvoller Lebensraum für eine Vielzahl von Arten geht verloren. CO2-Speicher fürn Arsch. Noch mehr CO2 in der Luft, die Klimaerwärmung bekommt
einen riesigen Zusatzschub, weil inj Mitteleuropa die Bäume wegsterben. Für unsere Generation wichtig?
Hartgesottene Egoisten könnten sagen: Mir egal, ich bin dann bald tot. Aber all jene, welche Nachkommen auf die Welt gesetzt haben, müssten eigentlich
ein persönliches Interesse daran haben, dass wir auf Szenario a) gut vorbereitet sind.

b) Wir setzen ganz gezielt und schwerpunktmässig auf Arten aus Ostasien, dem Kaukasus und Südeuropa.
Auch nicht gut. Heimische Fauna kann mich nicht heimischer Flora erstmal nicht viel anfangen. Zumindest theoretisch ist denkbar,
dass es zu einer Massiv-Verdrängung heimische rArten kommt und einem dadurch weiter ansteigendem Artensterben. Die Katastrophe aus einem anderen Blickwinkel.

c) Der Mix:
2 Drittel heimisch, 1 Drittel Bäume, die mit wenig Niederschlag und langen Trockenperioden auskommen.

Wir wählen C)

Die Rechnung: 20 Baumarten, wovon 2/3 heimisch sind (also 14).
14 heimische Arten, welche der Klimaerwärmung auf den Testflächen trotzden sollen, ohne künstliche Beregnung.
Das kann ganz schön knapp werden, mit wird mulmig in der Magengegend, aber einen Versuch ist es dennoch Wert.
Wir werden versuchen gezielt bestimmte Tiefwurzler mit wenigen Flachwurzlern zu kombinieren. Wir werden berichten.

Und an jene, die immer wieder gebetsmühlenartig predigen:

IHR DÜRFT DOCH ABER KEINE NICHT-HEIMISCHEN ARTEN einsetzen!!

Ok, dann nennt uns heimische Alternativen. Nennt uns Konzepte, wie ein artenreicher, heimischer Mischwald funktionieren kann.
Aber bitte nennt auch Studien, die das belegen…Versuche, Testflächen, welche Methodik, etc. etc.
Ansonsten bleibt es beliebig. Kann man genau so sagen: Die deutsche Buche wächst auch in der Sahara, weil ich es weiß!
Merkste was?
Was nicht hilft: Meckern und sagen: Das geht so nicht! Von Gemecker is noch nie ein Baum gewachsen 😉
Merkst jetzt was – Ihr Meckerfritzis?

Nettgemeinter Tipp von hier: Nicht zu lange mit dem Gesabbel aufhalten – Machen! Nicht morgen, jetzt!

Gnadenhof Brödel Melle
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