Der kleine Chico hat schon ordentlich zugelegt. Bald kommt er zu den anderen Gänsen. Glück hat er gehabt. Ohne Eltern in der Natur hätte er es nicht geschafft. Nachts liegt er unter einer Wärmelampe und mehrmals am Tag sitzen wir gemeinsam auf den Treppenstufen vorm Haus. Er bekommt dann Löwenzahn, ich trinke Tee oder Kaffee 🙂 Und einen kleinen Teich zum Üben hat er auch bekommen.
Ein romantischer Gnadenhof? Das ist nur ganz ganz selten so. Meist bedeutet es viel Maloche und ne Menge Stress. Von A nach B düsen, Kohle auftreiben, ad hoc auf Krankheiten der Tiere reagieren können etc. Im Frühling ist es immer wieder besonders sportlich. Einige Jahresversicherungen müssen bezahlt werden (z.B. Krankenversicherungen für einzelne Tiere), die Blauzungenimpfung und die Entwurmung der Tiere steht an, undsoweiterundsofort. Dazu kommt: Im Frühling fallen etliche Kleintiere aus den Nestern oder werden hilflos irgendwo aufgefunden. Offiziell nehmen wir diese Winzlinge nicht auf. Inoffiziell auch nicht. Da das aber dann manchmal deren Tod bedeuten würde dann eben „inoffiziell inoffiziell“ zuweilen eben doch. Damit nicht auch noch Stress von irgendeiner Behörde aufploppt aber diskret und im Geheimen. Und trotzdem heisst das bei einigen Kleintieren: Nachts alle 3 Stunden aufstehen, füttern, dann deren winzige Bäuche massieren. Das fordert seinen Tribut. Komplett überreizt, Nerven brüchig wie Bindfäden. Und bezahlt werden will das alles auch noch. Also knüppelt man „24/7“, 7 Tage die Woche.
Hat das einen tieferen Sinn? Etwas Religiöses vielleicht? Nee, hats nicht. Steht da ein philosophisches Konzept dahinter? Nee, auch nicht. Worum geht es dann? Letztlich um Statistik (in Kombination mit Ethik und Moral)… Versuchen, so viele Lebewesen wie möglich am Leben zu halten (Unmengen davon sterben einfach, still und leise und unbemerkt). Ist halt nicht jedes Lebewesen ein Wal vor Poel (nichts gegen die Versuche, diesen am Leben zu halten, das ist genau richtig so !!! Gibt halt nur eben auch noch viele andere Lebewesen, die der Menschheit leider „egal“ sind). Versuchen irgendwelchen hilflosen Kleintieren irgendwie den Start ins Leben zu ermöglichen (sodass dieses nicht endet, bevor es angefangen hat)…. Und natürlich versuchen, auch ältere Tiere gesund und frei von Schmerzen durch den Lebensabend zu begleiten.
Sehr schön ist: Der große große Kraftakt ist geglückt (Hardcore-Maloche war das). Nahezu alle Schafe und Ziegen wurden auf unterschiedlichen Flächen eingefangen und an Sammelstellen zentriert. Dann gegen die Blauzungenkrankheit geimpft, entwurmt, Klauen behandelt. Und etliche Tiere (z.B. Alfred, Karamba, Mambo, Fussel, Schafi, PippiLotta) sind „in die Jahre“ gekommen. Sie kriegen zusätzliche Spritzen und Behandlungen (z.B. Schmerzmittel gegen altsbedingte Arthroseschübe). Insbesondere Alfred, Karamba und Mambo sind aktuell hier die Sorgentiere. Mambo muss sogar einmal am Tag mit einer Spezialseife gewaschen werden. Zudem bekommt sie Selenspritzen und Zink-Extrafutter. Wird sie nicht behandelt, dann reisst ihre Haut auf (man beachte das Foto). Das wäre ihr Exitus. Naja, kriegen wir auch irgendwie hin.
Tieferer Sinn? Irgendwelche Folgen für die Zukunft? Nee, das Leben endet irgendwann und es ist dann bedeutungslos, was man zuvor getan hat. Auch Karmapunkte gibt es nicht (dennoch eine nette Idee). Aber für die Gegenwart ist es ja doch ganz schön, wenn man sein Handeln dafür einsetzen kann, dass auch andere Lebewesen es so gut wie möglich haben.
…manchmal gibt es einen seltenen Zufall. Eine liebe Tierfreundin (Anja) hat eine verlassene kleine Gans gefunden. Weit und breit waren keine Eltern in der Nähe. Es wurde sogar 24 Stunden gewartet und gehofft, dass die Eltern zurückkommen. Der kleine Winzling war da schon sehr geschwächt und wurde dann mit in die eigene Wohnung genommen und aufgepäppelt.
Jetzt ist er hier gelandet. Die Vergesellschaftung mit der brütenden Gans „Trudi“ hat nicht so recht funktioniert, also wird er hier nun weiter aufgepäppelt und dann, wenn er in 2-3 Wochen groß genug ist, zu den anderen Gänsen gebracht.
Wir haben ihn „Chico“ getauft. Er ist z.B. beim Kaffeetrinken in der Sonne dabei, versteht sich mit unserer Katze, hat sich mit einer Wasserflasche angefreundet und hatte einen riesigen Appetit. 🙂 Die Chancen stehen nicht schlecht, dass der kleine Winzling nochmal einen guten Neustart ins Lebens bekommt.
10 Jahre gibt es jetzt unseren Gnadenhof. Wir freuen uns und sind auch ein bisschen stolz. Weit über 300 Tiere (wenn man alle Hühner und Enten zählt) konnten wir in dieser Zeit ein schönes und sorgenfreies zu Hause bieten. Aus dem April 2016 leben noch 4 Tiere (2 Schweine und zwei Ponys).
Viele „Stürme“ haben wir durchlebt, immer wieder Lösungen gefunden, wenn die Finanzierung eng wurde. Zu Hochzeiten (2021) lebten hier mal 145 Tiere, aktuell sind es noch 90. Genug zu tun ist also nach wie vor 🙂
Manche Tiere lebten nur kurz hier (Hühner z.B. leben nach der „Legehaltung“ oft nur noch etwa 2 bis 3 Jahre), einige Tiere leben hier schon 8, 9 oder 10 Jahre (Schafe, Ziegen, Ponys, Gänse und Schweine z.B. können sehr alt werden).
Anbei einige Bilder: Hahn „Beppo“ nutzt gerne neuerdings Schweinchen Dodi als Taxi, ein kleiner Hund ist dazugekommen („Forrest“, ist schon 9 Jahre alt und lebte zuletzt im Tierheim) und Gans Trudi und Huhn „Tante Klärchen“ sind weiterhin munter am Brüten (sie teilen sich die Brut für Wildenten-Eier).
Immer mehr Schafe und Ziegen werden eingefangen und auf 3 Flächen „gesammelt“. Hier wird in 2 Wochen die Impfung gegen die fürchterliche Blauzungenkrankheit stattfinden. Diese wollen wir den Tieren unbedingt ersparen.
Und Wildgans Trudi hat wieder Eier gelegt. 6 Stück sind es mittlerweile. sie und ihr Mann „Willi“ freuen sich schon auf den Nachwuchs. Und wenn sie mal Hunger hat, dann übernimmt das Huhn „Tante Klärchen“ das Brüten.
Ach ja, einer der Storchenhorste ist auch belegt und es wird schon munter gebrütet. Die anderen Horste werden munter inspiziert. Manchmal schweben 4-5 Störche gleichzeitig über den noch leeren Behausungen.
Unsere Schafe und Ziegen haben den Winter ohne Verluste überstanden. Wir freuen uns sehr. Damit sich die „Winterwiesen“ erholen können (es wird dort in Kürze neues Blühwiesensaatgut ausgesät) werden nun nach und nach die Tiere umgesiedelt. Zudem steht im April für alle unserer 28 Ziegen + Schafe die Impfung gegen die schreckliche Blauzungenkrankheit an. Auch hier für werden die Tiere nun eingesammelt.
Immer wieder schön zu sehen, wenn sich Tiere, die sich ein halbes Jahr nicht gesehen haben, beschnuppern und wiedererkennen.
Auch die Streuobstwiese in Ostercappeln ist gepflegt. Einige Bäume sind groß, dass man selbst mit Leiter nicht mehr an die Äste herankommt. Und etwas Herzerwärmendes ist heute geschehen: Vor 7 Jahren haben wir die Kandagans „Trudi“ zu Weihnachten freigekauft. Sie lebte seitdem bei uns und hat letztes Jahr nicht nur 3 Junge großgezogen sondern sogar noch ein „Findelkind“ adoptiert:
Letztes Jahr im späten Oktober sind sie alle in den Süden gezogen. Ja…und heute, ich füttere die Tiere, da landet Trudi mit 2 ihrer Kinder (unklar welche) auf der Wiese. Das gab ein Hallo. So etwas berührt das Herz. Trudi, gut zu erkennen am grünen Ring aus der Zeit in einer „Gänsefabrik“, kam sofort angewatschelt, hatte viel zu erzählen und freute sich über jede Menge Körner.
Uff!! Das war ein Kraftakt! Die Bäume auf den Streuobstwiesen 5,6,7 und 8 sind geschnitten. Nächstes Wochenende folgt Streuobstwiese Nummer 9. Puhhh….Ganz schön Muskelkater. Und unsere Störche sind gelandet. Sie brüten jetzt das 4. Jahr in Folge in ihrem Korb 🙂
Die nächsten Bäume sind geschnitten. Auf dieser Wiese haben 8 Schafe einen glücklichen Winter verbracht. Mit viel Kraftfutter und Extraheu. Damit es hier nun auch den Insekten wieder gut geht: Viele viele Bäume geschnitten. Auch im Feuchtbiotop und in der Trockensteinmauer regt sich erstes Leben. Es wispert und knistert. Der Frühling ist auf dem Weg 🙂
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