„Jahrhundertblühwiese“ zwischen Bissendorf und Melle am entstehen

Die nächste „Jahrhunderblühwiese“ wächst heran – Schmetterlinge aus der ganzen Region

Manchmal wenn wir so die in diesem Jahr neu angelegten Blühflächen besuchen, dann spüren wir ein Kribbeln, eine grenzenlose Freude, wenn wir sehen was da entsteht.
Auf der von Peter Grothaus unweit des Campingplatzes Ludwigsee (Grenze zwischen Bissendorf und Melle) vorbereiteten Fläche (6000 m²) kann sich – so unsere Einschätzung –
die nächste „Jahrhundertblühwiese “ entwickeln. Noch ca. 1 Woche, dann wird dort eine Farbenvielfalt entstehen, die ihresgleichen sucht.
Die Fläche liegt umgeben von vielen vielen monotonen Armutswiesen. Es macht den Eindruck, als ob Schmetterlinge aus der ganzen Region dort fliegen.
Viele Sonnenblumen sind am entstehen, Phacelia, Ringelblumen, Ackersenf, Kornblumen, die echte Kamille (was für ein Duft!!!) sehr viel Hornklee – total gut. Und nicht weit entfernt – die nickende Kratzdistel.
Ein Insektenmagnet.

Blumiger Landkreis Osnabrück
Aretenvielfalt steigern, Insektensterben stoppen
http://blumiger-lkos.de

Für einen Erhalt des Gnadenhofes „Brödel“ in Melle/Westerhausen

Für einen Erhalt des Gnadenhofes in Melle/Westerhausen

Die Stadt Melle (Bauamt) hat einen Betrieb unseres kleinen Gnadenhofes „Brödel“ in Melle/Westerhausen untersagt – Dagegen wehren wir uns.

Das Bauamt der Stadt Melle hat uns aufgefordert, die Stallungen unseres Gnadenhofes zu entfernen. Auch eine Beweidung der Flächen wird untersagt – mit dem Hinweis, diese befänden
sich in einem Wohngebiet (dies ist gemäß Flächennutzungsplan nur zum Teil richtig!). Die Ironie: Es gibt keine Einwände der Nachbarn.
Bis auf eine Partei haben sich in einer Unterschriftsliste sogar alle Anrainer explizit FÜR einen Erhalt der Tiere ausgesprochen (ein Anrainer verhält sich dabei neutral).

Zur Einstimmung sei an dieser Stelle einmal die Präambel des „Einpflanzbuches“ gepostet:

Dieses Buch ist all denen gewidmet, die sich auch für die Belange der „kleinen Tiere“ (Ergänzung: Und großen Tiere) in der Natur interessieren.
Es ist geschrieben für die Menschen, welche sich aktiv in Natur- und Arten- und Tierschutz einbringen (wollen).
Es ist ein Kompliment an jene, welche sich abmühen, kämpfen, sich nicht unterkriegen lassen, querköpfig bleiben und auch bei Gegenwind nicht umfallen.
Lasst Euch von Eurem Weg nicht abbringen und bleibt standhaft, Ihr Helden des Alltags!
Euer Handeln ist wichtig und grandios!
JedEr für sich kann „Großes“ bewirken. Egal ob im eigenen Gar-ten, auf dem Balkon, in den Köpfen der Mitmenschen etc.

Und: Werden wir gemeinsam aktiv, dann versetzen wir Berge!

Aus: Die Wubbjes helfen der Natur – Das Einpflanzbuch
http://das-einpflanzbuch.de

Artikel im Meller Kreisblatt

Artikel im Meller Kreisblatt zur Nicht-Genehmigung der Tierbeweidung

Ein Kommentar im Meller Kreisblatt

Die juristische Prüfung läuft weiterhin. Gleichzeitig planen wir einige Vorgaben der Stadt umzusetzen (Umzug des Bauwagens, Abbau des ungenehmigten Stalles). Nach wie vor gehen wir davon aus, einen Kompromiss und eine einvernehmliche Lösung zu finden. Für den Fall der Fälle jedoch arbeiten wir im Hintergrund daran, ggf. öffentlichkeitswirksame Aktivitäten gegen die Untersagung der Tierbeweidung zu starten. Es geht nicht nur um unseren Gnadenhof, es geht auch darum, eine Abwägung sämtlicher Argumente innerhalb einer Demokratie zu fördern. Und es geht um Tier- und Artenschutz – das Ganze ist also weitaus größer als es scheint – Es geht um politische Statements!

Aufgrund einiger unschöner Kommentare auf dem Portal der NOZ:
Gegen das Bauamt oder einzelne Personen ist im Übrigen nichts einzuwenden, im Gegenteil. Es wurde sich zu jedem Zeitpunkt korrekt und auch durchaus kulant verhalten – das bitten wir bei dieser Diskussion zu berücksichtigen und auch zu beachten. Ein fairer, respektvoller und korrekter Umgang ist in einem politischen Diskurs elementar wichtig. Es geht letztlich NICHT (!) um Personen. es handelt sich lediglich um eine juristische Meinungsverschiedenheit in Bezug auf eine behördliche Entscheidung (so etwas kommt in Deutschland jeden Tag 1000mal vor). Unsere Anwälte prüfen jetzt, ob die Entscheidung sachlich richtig und tatsächlich alternativlos ist (ein Teil der Weidefläche befindet sich nämlich gemäß FNP NICHT im Wohngebiet).

Grundsätzlich befinden sich Entscheidungen dieser Art natürlich nicht im luftleeren Raum – erst Recht nicht, wenn es um Tier- und Artenschutz geht.
Es geht hierbei um deutlich mehr als nur unseren Gnadenhof – Auch das werden wir bei der Kontroverse verdeutlichen. Entscheidungen dieser Art sind immer auch in einen politischen Kontext einzuordnen (siehe auch: https://www.umweltschutz-und-lebenshilfe.de/argumente-fuer-den-verbleib-der-weidetiere-handlungsmassstab-bleibt-weltcharta-der-natur-der-vereinten-nationen/).

Prinzipiell sind wir übrigens nach wie vor kompromissbereit, werden auch einige Entscheidungen der Stadt umsetzen, im Zweifelsfalle jedoch alle Mittel einer lebendigen (und vielleicht auch wütenden) Demokratie im Rahmen fairer und korrekter Mittel ausschöpfen. Aber fair und korrekt muss es bleiben.

Weiter gehts am Kreimerhof

Auch in Melle Oldendorf am Kreimerhof geht es weiter.
Feuchtbiotop und Gnadenhofausbau „Brödel“ (http://gnadenhof-melle.de).
Noch einmal ordentlich Lehm in einem der Feuchtbiotope verlegt. Damit sich das Wasser konstant hält, muss eine Lehmschicht mindestens 20 cm hoch sein.
Der Lehmberg ist fast abgetragen, morgen wird nachbestellt.
Und es blüht dort Blutweiderich, auch sehr schön für Insekten. Zudem: Auch Insekten müssen trinken, da sind Wassernischen sehr wichtig und hilfreich.

Karsten hat schon begonnen auf der Fläche weitere Zäune zu ziehen.
Bald werden wir wohl den ungenehmigten Bauwagen in Westerhausen abbauen (wir haben eine Frist bis zum 1. September),
um diesen dann als Stall z.B. für Hühner, einige Schafe, einige Ziegen etc. am Kreimerhof wieder aufzubauen. Wir bereiten dieses aktuell vor.
Für die Gesamtheit unserer Tiere jedoch ist dieses Areal ohne Diskussion und ohne jeglichen Zweifel viel zu klein – Wir werden gesichert keine
Ponys dauerhaft auf 400 m² (+-) halten.
Toll ist, wie es am Kreimerhof blüht. Es ist zwar doch nicht die „echte“ sondern die „falsche“ Kamille (die echte wird bis 50 cm hoch,
die falsche bis 80 cm; die echte weist ein Loch unter dem Blütenknopf auf, die falsche nicht; die echte riecht sehr intensiv, die falsche kaum).

Blumiges Melle läuft aus – Und wird trotzdem fortgeführt

Blumiger Landkreis Osnabrück/Blumiges Melle

Wir machen weiter – Unter veränderten Rahmenbedingungen
Blumiges Melle läuft ja im August 2018 aus – und wird doch fortgeführt (sofern unsere Anträge durchkommen)

Wir brauchten ja einige Wochen etwas Verschnaufpause und haben nun entschieden,
dass wir die Projekte – auch aufgrund des großen Rückhaltes in der Bevölkerung, weiterführen – jedoch unter veränderten Rahmenbedingungen.

War es bislang in den meisten Fällen so, dass wir die Flächen ehrenamtlich, kostenfrei, in Eigenregie und ohne Unterstützung angelegt haben
(und doch: Es gab auch ganz ganz viele Wiesen, die gemeinschaftlich mit viel Input vieler HelferInnen geschaffen wurden),
so wird diese Form der Blühwieseanlage von uns nicht mehr fortgeführt.

Die Bedingungen für die weitere Schaffung von Blüharealen im Jahre 2019 ist, dass:
a) Diese möglichst selber durch die Flächeneigentümer angelegt wird (wir stellen das Saatgut gegen eine kleine Spende, sofern unsere Anträge dafür durchkommen)

oder

b) Diese in einer Gemeinschaftsaktion geschaffen wird

oder

c) Eine Teilfinanzierung bezahlt wird (dann machen wir es in Ausnahmefällen auch eigenständig, ohne Unterstützung)

UND:

Für alle Blühwiesen gilt, dass sich die Flächeneigentümer bereit erklären, die Mahd und Pflege der Blühwiesen eigenständig zu übernehmen.
Natürlich beraten wir gerne und geben Tipps.

Ausnahmen sind natürlich möglich, wenn keine finanziellen Mittel zur Verfügung stehen oder aber
z.B. aufgrund körperlicher Schwierigkeiten eine Unterstützung nicht möglich ist.

Ein anderes Modell wäre leider für uns nicht mehr schaffbar,
da im südlichen Landkreis im Rahmen der Projekte mittlerweile 85 Blühflächen entstanden sind.

Anträge werden wir zu Beginn des Jahres 2019 stellen, wenn die Insektenschutz-Rettungsprogramme der Niedersächsischen Landesregierung
und der Bundesregierung herauskommen (die Eckdaten dafür sind im Detail noch ziemlich unklar).

Die Bilder stellen ein tolles Beispiel dar übrigens. Hier haben wir im April lediglich das Saatgut verschickt. Alles andere haben die Gartenbesitzer geregelt bzw. diese haben die Pflege übernommen (danke an Ramona und Thomas), danke an Ewald 🙂 Top!

Das Artensterben können wir nur gemeinsam verhinden. Blumiger Landkreis Osnabrück, http://blumiger-lkos.de

Argumente für den Verbleib der Weidetiere – Handlungsmaßstab bleibt Weltcharta der Natur der Vereinten Nationen

Stellungnahme zur Aufforderung des Bauamtes Melle zur Umsiedlung der Weidetiere von der Gnadenhoffläche Westerhausen – Unser Handlungsmaßstab und Orientierungsrahmen bleibt insbesondere
die Weltcharta der Natur der Vereinten Nationen von 1982 (neben vorhanden Gesetzen und Verordnungen) – Juristische Prüfung läuft – Tiere hecken etwas aus

Argumente für den Erhalt einer Tierbeweidung in Melle/Westerhausen:
• Sämtliche Anrainer (bis auf eine Partei) haben sich für den Verbleib der Tiere ausgesprochen (Unterschriftenliste)
• Im „Allgemeinen Wohngebiet“ keine Tierhaltung erlaubt aufgrund von Emissionen. Aber: Hinterlassenschaften der Tiere werden regelmäßig abgeäppelt. Und „Lärm“ kann bei dem Vergleich Bahnlinie vs. Tiere eigentlich keine Rolle spielen.
Sehr wichtig auch in diesem Zusammenhang: Erhalt des Meller Klimaschutzpreises 2017 (Platz 3) für unser Konzept der Wiederverwertung der „Tierhinterlassenschaften“ (Vermeidung von Treibhausgasen (insbes. Distickstoffmonoxid und Methan), Vermeidung von Nitraten im Grundwasser): Sehr wichtig, da gerade heute Entscheidung des Europäischen Gerichtshof gefallen ist (http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/nitrat-im-grundwasser-eugh-verurteilt-deutschland-a-1214152.html)
• Tiere sorgen für Ruhe und Abwechslung; zudem „Kulturgut“ einer ländlichen Region
• Extensive Beweidung fördert Wildblumenwuchs und Ansiedlung bestimmter Wildbienen (Wissenschaftliches Projekt gemeinsam mit der Heinz-Sielmann-Stiftung, eine Untersuchungsfläche befindet sich in dem relevanten Bereich und profitiert maßgeblich von der Tierbeweidung)
• Tiere brauchen Auslauf. Alternativfläche ist zu klein.

Grundsätzlich: Gute Zusammenarbeit mit Stadt (Umweltamt und Bauamt (z.B. ehrenamtliche Pflege von Blühwiesen durch uns + Beratung, evtl. Einsatz unserer Tiere für Extensivierung städtischer Flächen)). Stadt hat sich immer korrekt und auch durchaus kulant verhalten (Duldung von Bauwagen und Stall). Gute Zusammenarbeit bei der Anlage der Feuchtbiotope in Melle/Oldendorf (Zusammenarbeit mit Torben Fuchs).

Fakten: Bauwagen und Stall werden diesen Sommer von uns in Westerhausen entfernt, da wir akzeptieren, dass es für diese Objekte scheinbar keine Genehmigung geben kann (dieses wurde auch von unseren Anwälten so in der ersten Einschätzung bestätigt). Somit setzen wir den Wunsch der Stadt um.
Aber: Unsere Anwälte haben in ersten Treffen eine andere juristische Einschätzung der baurechtlichen allgemeinen Situation gegeben (z.B. Alternativen der vorhandenen Stallungen, Tierhaltung in dem Gebiet). Dieses wird jetzt intensiv geprüft, um dann evtl. noch einmal das Gespräch mit dem Bauamt der Stadt zu suchen.
Sollten unsere Anwälte zur selben Einschätzung kommen, wie die Stadt, so werden deren Forderungen natürlich umgesetzt. Von den Ergebnissen unserer Anwälte und dem Dialog mit dem Bauamt der Stadt wird aber auch abhängig sein, ob die vorhandenen Instrumente der lebendigen Demokratie (juristische Meinungsverschiedenheit vor Gericht, intensive Öffentlichkeitsarbeit auf verschiedenen Ebenen) ausgenutzt werden. Unsere Tiere stecken die Köpfe zusammen und hecken etwas aus.

Weltcharta für die Natur der Vereinten Nationen wichtiger Orientierungsrahmen

Wesentlicher Handlungsmaßstab für uns sind, neben den vorhanden Gesetzen und Verordnungen (z.B. Bauordnung), auch und insbesondere:
Weltcharta für die Natur (1982) sowie die Lokale Agenda 21
Dieser Verhaltenskodex (Weltcharta für die Natur) ist weltweit eine juristische und insbesondere moralische Orientierungshilfe für unterschiedliche Umwelt- und Naturschutzgruppen. In unterschiedlichen Rechtsprechungen hat dieser Kodex bereits Berücksichtigung und Beachtung gefunden.
Abschnitte 21-24 der Charta berechtigen ausdrücklich auch (und sogar) Privatpersonen, im Namen der internationalen Schutzgesetze zu handeln und diese Durchzusetzen.
23. Jeder Einzelne hat, im Einklang mit der nationalen Gesetzgebung, die Möglichkeit, bei Entscheidungen, die seine Umwelt direkt betreffen, individuell oder gemeinsam mit anderen, mitzubestimmen. Es besteht darüber hinaus ein Anspruch auf Schadenswiedergutmachung, sollte der Umwelt erheblicher Schaden oder anderweitige Beeinträchtigung widerfahren sein.

24. Jedem Einzelnen obliegt die Pflicht, entsprechend den gesetzlichen Bestimmungen der Charta zu agieren – individuell, im Zusammenschluss mit anderen oder durch Teilnahme an politischen Aktivitäten ist jedermann dazu verpflichtet, sicherzustellen, dass die Ziele und Anforderungen der Charta umgesetzt werden.
Hintergrund:
Im Oktober 1982 beschloss die Generalversammlung der Vereinten Nationen nach über zwei Jahren Beratung eines vom UN-Umweltprogramm erstellten Entwurfes die “ Weltcharta für die Natur“ (Beschluss A/RES/37/7). Diese „Weltcharta für die Natur“ ist ein Verhaltenskodex zur Behandlung der natürlichen Reichtümer auf Weltebene und fordert umfangreiche Maßnahmen für den Schutz und die Erhaltung natürlicher Lebensräume.

Die Weltcharta enthält fünf Grundprinzipien:
1. Respekt vor der Natur und keine Beeinträchtigung ihrer grundlegenden Prozesse
2. Erhalt der genetischen Lebensfähigkeit, Erhalt der Arten, Erhalt ihrer Lebensräume
3. Erhalt einzigartiger Gebiete und u.a. der Lebensräume seltener oder gefährdeter Arten
4. Erreichen und Erhalten der optimalen dauerhaften (sustainable) Produktivität der vom Menschen genutzten Ökosysteme und Lebewesen, ohne die Unversehrtheit anderer Ökosysteme oder koexistierender Arten zu gefährden
5. Schutz der Natur vor Zerstörung durch Kriegführung oder feindliche Aktivitäten .

Zur Umsetzung sieht die Weltcharta vor:
• Die in der Charta niedergelegten Grundprinzipien sollen sich in Gesetz und Praxis eines jeden Staates widerspiegeln, ebenso auf internationaler Ebene.
Im letzten Punkt der Charta (24.) wird noch einmal die Verantwortung des Einzelnen für die Umsetzung der Ziele und Erfordernisse der Weltcharta für die Natur herausgestellt:
Each person has a duty to act in accordance with the provisions of the present Charter; acting individually, in association with others or through participation in the political process, each person shall strive to ensure that the objectives and requirements of the present Charter are met.

Trauriger Tag heute

Gnadenhof Brödel in Melle/Westerhausen
Einerseits: ….ist heute ein trauriger Tag.
Es lag ein Brief im Postkasten vom Bauamt Melle. Obwohl sämtliche Anrainer der Gnadenhoffläche (bis auf eine Partei) sich in einer Unterschriftsliste für
den Erhalt einer Beweidung ausgesprochen haben (in Melle/Westerhausen) soll die Fläche nach Baurecht dafür nicht zulässig sein
(somit ist ein Umzug auf die letztlich für die Gesamtheit der Tiere viel zu kleine (!) Fläche in Melle/Oldendorf gefordert).
Fragt man sich nach den Gründen. Im Wesentlichen sind es auf einer Teilfläche (Allgemeines Wohngebiet) wohl die Emissionen, welche dagegen sprechen.
Ok, Lärm kann es wohl nicht sein, bei der Lautstärke der Bahn. Dann sind es die „Hinterlassenschaften“ und der „Gestank“?
Kann eigentlich auch nicht sein, denn es wird regelmäßig abgeäppelt und die Nachbarn sprechen sich ja nicht umsonst FÜR einen Verbleib der Tiere aus.
Und wenn sich doch gefühlt 99% der Anrainer für die Tiere aussprechen…hmmh….
Nach dem letzten Gespräch im Bauamt haben wir natürlich ein Heer von Anwälten kontaktiert, welche die Situation einmal prüfen sollen.
Und siehe da….es gibt auch ganz andere Interpretation der Rechtslage….na bitte, und jetzt?
Wären DIESE Informationen bei dem letzten Gespräch im Bauamt mal erwähnt worden (wurden sie nicht), dann wäre es eine völlig andere Verhandlungsbasis gewesen
(war es nicht). In diesem Sinne: Heute ist heute und gestern ist gestern.

Klar ist: Bauwagen und Stall werden umziehen bzw. abgebaut. In Ordnung, kommen weg, zum Kreimerhof nach Melle/Oldendorf.
Wenn die Rechtslage so ist, dann akzeptieren wir das (leben ja auch nicht im rechtsfreien Raum).
Aber: Gemäß einiger Advokatenstimmen gäbe es unterschiedliche Alternativen.
Abwarten und prüfen. Sollte die Auffassung des Meller Bauamtes von unseren Pitbull-Anwälten bestätigt werden,
dann folgen wir und respektieren das selbstverständlich.

Lebendige Demokratie jedoch kann auch bedeuten, noch einmal ins Gespräch zu kommen und einen Kompromiss zu finden oder eine Entscheidung eben nicht zu akzeptieren und
auf die Rechtsprechung zu setzen. Und grundsätzlich: Es gibt immer auch noch eine öffentliche Meinung und öffentliche Meinungsmache.
Auch das ist demokratisches Grundrecht. Für seine Meinung einzustehen und diese kund zu tun…
Naja, wir warten mal ab, nix überstürzen. Grundsätzlich hat sich das Bauamt bislang immer sehr korrekt, kooperativ und definitiv auch kulant verhalten,
auch das gilt es anzumerken.
Bei dem Brief heute meldet sich jedoch von ganz unten aus dem Bauch ein kleines Widerstandsgen – und es fängt an ganz ganz leise noch – zu fauchen
(in Einklang mit einigen Juristenkehlen).

Gerade unsere Tiere über die Situation informiert – und deren Meinung zählt am Meisten. Reicht von traurig über „not amused“ bis hin zu „stinksauer“.
Hab noch versucht beschwichtigend auf die einzureden, aber Schafe und Ziegen stecken hitzig ihre Köpfe zusammen und hecken was aus, ruhig Blut Jungs und Mädels…
Emotionen sind dann gefragt, wenn sie hilfreich sind (und dann sind sie der beste, kongeniale Motor den es gibt), aber davor regiert der Kopf
(gerade die Schafe sind großartige Strategen, wartet mal ab :-)).

Unterschriftenliste für Verbleib der Gnadenhoftiere in Melle/Westerhausen

Unterschriftenliste für den Verbleib der Tiere des Gnadenhofs Brödel (Melle/Westerhausen) – Melle ist nicht Tokio ****
Kostenloser Wurmhumus abzugeben (komplett Öko, Top für Tomaten, Gurken, Kürbisse) ****
Heute Gesundheitstag der Ponys

Gnadenhof

Nachdem das Bauamt der Stadt Melle uns informiert hat, dass nun die Unterkünfte für Ponys, Ziegen und Schafe
in Melle/Westerhausen entfernt werden müssen (aber in Melle/Oldendorf am Kreimerhof wieder aufgebaut werden dürfen), haben sich
bei uns eine Vielzahl besorgter, verstimmter, enttäuschter, trauriger und auch verärgerter Nachbarn gemeldet.

„Die Tiere sollen bleiben, sie stören doch niemanden, sorgen für so viel Ruhe, wir wohnen doch auf dem Land!!“
Was wir toll finden: Eine sehr nette Anrainerin der Gnadenhoffläche (Vielen Dank an Karin :-)) hat sogar eine Unterschriftenliste rumgehen lassen.
Bis auf eine Partei (so unsere Information) sollen alle Anrainer für den Verbleib der Tiere unterschrieben haben. Wir sagen danke!!! (:-) und sehen das als Auftrag an,
diesbezüglich noch einmal mit der Stadt zu reden.
Die Argumente für den Verbleib der weidenden Tiere, gemäß vieler Nachbarn: Sie sorgen für so viel Ruhe, Unterhaltung und nette Abwechslung.
Gerade bei der unglaublich lauten Bahnstrecke tut die Gelassenheit der Tiere sehr gut.

Ein Nachbar hat es auf den Punkt gebracht: „Was soll das. Warum sollen die weg? Wir wohnen hier auf dem Land – Tiere waren immer da – das gehört hier dazu. Melle ist nicht Tokio, zum Glück!“
Noch einige Argumente mehr: Die Beidung der Tiere sorgt dafür, dass sich viele Wildblumen durchsetzen können – auf natürliche Art.
Das ist aktiver Natur- und Insektenschutz – durch Wiedetiere!!
Zudem entstehen sandige Offenflächen, wichtige Refugien für viele Wildbienen – auch wichtig!
Die entstehenden Emissionen (Tiermist) werden regelmäßig abgeäppelt und kompostiert (dafür haben wir ja sogar den Klimaschutzpreis der Stadt Melle erhalten).
Toller Öko-Humus für Tomaten, Gurken und Kürbisse (siehe unten), der noch dazu verschenkt wird.

Anmerken möchten wir jedoch: Die Zusammenarbeit mit der Stadt Melle (insbes. Bau- und Umweltamt) läuft sehr gut. Nächste Woche findet z.B.
ein Informationsgespräch mit Stadtvertretern wegen der Anlage von Blühwiesen statt. Auch die Anlage der Feuchtbiotope fand in Abstimmung mit dem Bau- und Umweltamt statt.
Zwei städtische Blühareale werden zudem von uns ehtrenamtlich gepflegt. Für das nächste Jahr steht eine extensive Beweidung städtischer Flächen durch unsere Tiere im Raum.
Das Bauamt hat sich zudem in der Vergangenheit immer sehr kooperativ und kulant erwiesen und
den vorhandenen Bauwagen auf dem Gnadenhof Brödel (Unterkunft der Hühner, Ziegen und Schafe) und den Stall im Rahmen einer Duldung sehr lange toleriert.
Wenn die Bauvorschriften so sind wie sie sind, dann hat auch das Bauamt diesbezüglich
kaum Möglichkeiten – das möchten wir hier betonen bevor Missverständnisse entstehen. Bauwagen und Stall werden somit im Sommer durch uns umgesiedelt.
Bezüglich einer Beweidung werden wir nach dieser tollen Solidarität und der Unterschriftenliste noch einmal das Gespräch mit der Stadt suchen –
denn auch wir wünschen uns, dass die Tiere bleiben können.

Kostenloser Wurmhumus abzugeben

Die Pferdeäpfel unserer Tiere werden regelmäßig „abgeäppelt“. Das ist wichtig für eine Weidehygiene und die Gesundheit der Tiere – und auch damit es nicht stinkt.
Auch Schafs- und Ziegenmist werden teilweise entfernt und landen dann auf unserer Wurmfarm:

Dieser ist komplett natürlich, enthält wertvolle Ton-Humus.Verbindungen und ist ein toller Bodenverbesserer.

Und so wächst Kresse auf unterschiedlichen Mistformen:
http://wurmpalast.de/wp-content/uploads/2017/09/7tage.png

Legende:
A= Schafs- und Ziegenmist (1 Monat abgelagert) [keine Wurmverarbeitung]
B= Schafs- und Ziegenmist (3 Monate abgelagert) [keine Wurmverarbeitung]
C= „Normale“ Erde [keine Wurmverarbeitung]
D= Frischer Pferdemist [keine Wurmverarbeitung]
E= Pferdemist (2 Monate abgelagert) [keine Wurmverarbeitung]
F= Pferdemist (6 Monate abgelagert) [keine Wurmverarbeitung]
G = Wurmhumus

In Melle/Westerhausen könnt ihr diesen nun kostenlos abholen (Am Wulberg 15, in gelben Gewebesäcken, einfach mitnehmen ohne zu klingeln, nur solange der Vorrat reicht).
Ganz toll für Gemüse. Ihr habt Zweifel: Dann schaut Euch mal die Fotos mit unseren Kürbispflanzen auf der Wurmfarm an. Noch Fragen?
Manchmal gehe ich früh morgen zu den Tieren und plötzlich greift mich eine große Kürbisranke von hinten und nimmt mich in den Schwitzkasten.
Ein grimmiger Killerkürbis schaut mich dann an und wispert mit heiserer Stimme: Sofort eine große Schubkarre Pferdemist. Aber Pronto!!!
Sonst hast Du Deine Ziegen das letzte Mal gesehen!
Ich gehorche dann lieber…

Naja, wie auch immer: In den Gewebesäcken findet Ihr tollen Wurmhumus, gemischt mit Pferdeäpfeln und Hinterlassenschaften von Schafen und Ziegen (auch etwas Stroh kann dabei sein).
Viele Wurmkokons und diverse Kompostwürmer sind auch dabei.
Wer das nicht kostenlos nehmen möchte kann auch gerne freiwillig spenden:

https://spenden.stadtwerke-osnabrueck.de/project/gnadenhof-broedel-melle/ (jede Spende wird von den Stadtwerken verdoppelt)

https://www.betterplace.org/de/projects/61174-gnadenhof-melle-brodel-melle-westerhausen

Heute Gesundheitstag der Ponys

Heute stand die erneute Impfung unserer Ponys an (gegen Tetanus und Tollwut). Das hat den garnicht gefallen. Vielen Dank an Tierärztin Eva Stenscke,
welche das sehr souverän durchgeführt hat. Am Ende gabs einige Leckerlis für die Shettys und alles war wieder gut.
Eines unserer Ponys hatte eine leichte/mittlere Hufreheerkrankung. Das kann böse enden. Extra dafür heute eine Weidefläche in einen sandigen Paddock umgewandelt
(es ist, so haben wir gelernt, oft sogar das ganz ganz kurze Gras, welche die Hufrehe fördern kann. Zwischen Wurzeln und Grasansatz sitzen sog. „Fruktane“, welche die im schlimmsten Falle sogar
tödliche Krankheit fördern). Tagsüber werden die Tiere nun auf dem sandigen Paddock verbringen, mit frischem Wasser und Heu. Erst Abend skönnen sie dann auch mal über die Fläche galoppieren (sind schließlich ursprünglich Steppentiere).

Anlage des zweiten Feuchtbiotops begonnen

Heute mit vielen Schülern der IGS Melle das zweite Feuchtbiotop am Kreimerhof angefangen.
Hunderte Kilo Lehm wurden verlegt und tolle Pflanzen eingesetzt (z.B. Wasserlilien, Froschbiß, Seerosen).
Die Schüler haben die Pflanzen im Unterricht eigenständig ausgesucht.

Danke an die eifrigen Helfer und
insbes. Frau Remmers, welche immer wieder Schülerinnen und Schüler für Naturschutzprojekte motiviert. So lernen die Kinder in Theorie und Praxis.

Sehr schön auch: Auf der Blühwiese direkt neben dem Bachlauf tummeln sich ja Hunderte Schmetterlinge. Immer wieder sieht man diese,
wie sie sich an kleine Wasserstellen oder auf nasse Erde des neuen Biotops setzen und trinken. Am Kreimerhof ist die Welt noch in Ordnung 🙂

Das Feuchtbiotopprojekt wird durch Gelder der gUG Umweltschutz und Lebenshilfe (1000 Euro), durch die NBank (Landesmittel Niedersachsen „Richtlinie Landschaftswerte“)
sowie aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung finanziert.