Heute 2 Stunden Blühwiesensport betrieben. Herrlich ist das. Die meisten Wiesen oder Randstreifen von uns pflegen wir ja durch Schafe und Ziegen (entweder durch eine langanhaltende extensive Beweidung oder aber durch eine kurze Stossbeweidung).
Und häufig kommt auch eigene Körperkraft mit einer Motorsense dazu. Das Zeug wird runtergeschnitten und anschließend abgeharkt. So wird der Boden ausgemagert, die Nährstoffe gelangen nicht mehr in diesen zurück. Das widerum fördert im nächsten Jahr das Blühwiesenwachstum (das „A und O“ bei Wildblumenwiesen: Diese brauchen mageren Boden. Das Ausmagern funktioniert trefflich gut durch die Entfernung von Biomasse.).
Im nächsten Jahr können die kleinen Pflanzen wieder Sonnenlicht erhalten und es wird blühen und brummen, dass es eine Freude ist.
Das hat gut funktioniert. Im April in Melle/Oberholsten angelegt, wächst und wächst und wächst. 🙂 Einige Pflanzen haben (mit einer Einpflanzhöhe von 30 cm) bereits die 1,5-Meter-Marke überschritten.
Heisst: In 180 Tagen 120 cm Wachstum, oder anders: 7mm pro Tag. Ein Miyawaki macht so etwas möglich („normal“ sind bei den meisten Arten etwa 30 cm im Jahr).
Schnellwachstum gegen Artensterben und Klimaerwärmung.
In der kommenden Pflanzsaison ist ein schönes Gemeinschaftsprojekt mit der Gemeinde Ostercappeln geplant. Es geht darum ein Neubaugebiet resistenter gegen die Klimaerwärmung zu gestalten und gleichzeitig sehr viel für die Biologische Vielfalt zu tun, unter Einbeziehung der Einwohnerinnen und Einwohner der Neubausiedlung.
Dieses Jahr werden wir zwei neue Streuobstwiesen in Bissendorf anlegen. Von dieser Biotopform können bis zu 5000 Arten profitieren. Die Bäume werden wie gewohnt bei https://www.bio-obstbaeume.de/ erworben.
…vom vergangenen Wochenende. Nicht immer sind Anrainer von Biotopen glücklich, z.B. wenn wir unseren Verpflichtungen (mangels Aktiver) in Teilen nicht mehr nachkommen konnten und Randstreifen zu Nachbargrundstücken verwildern. Recht haben die Anrainer (leider).
Leider mussten ja bereits einige Flächen aus diesem Grunde zurückgebaut werden. Das schafft zumindest mehr zeitliche Möglichkeiten, das nun zu ändern. Die Standard-Entschuldigung (z.B. auch, wenn mal eine Ziege ausbüxt) sind Geschenkkörbe aus dem Bioladen, hat sich bei einigen zu einem ganz guten Geschäftsmodell entwickelt :-).
Naja, und zum Glück haben wir ja noch eine Motorsense (und hoffentlich ab 2025 auch wieder einen Balkenmäher).
Der „große Abschiedsbrief“ wurde am 16. September veröffentlicht (also bevor es zu den Rücktritten bei den GRÜNEN, den Parteiaustritten bei der GRÜNEN Jugend kam; fällt also zeitlich nicht in die derzeitige „Auflösungsphase“, sondern wurde bereits zuvor publiziert):
Wir dürfen noch nicht zu viel verraten (und freuen uns trotzdem schon jetzt „wie Bolle“). Dieses Jahr noch wird uns die Ehre zuteil, einen renommierten Umweltschutzpreis zu erhalten (ausgewählt aus 611 Bewerbern). Hammer!!! Balsam für die Seele ist das 🙂 Für den Neuaufbau der Strukturen kommt dieser Impuls genau richtig!
Sehr schön. Das hatten wir auch noch nicht. Gestern reiste eine Profi-Fotografin aus Hannover an, um einige unserer Biotope abzulichten (die Bilder die hier veröffentlicht werden stammen allerdings aus meiner Handykamera). Das Leben dort ist zum Teil atemberaubend, es wird einem teilweise fast schwindelig, wie viele Arten sich dort tummeln. Das zeigt (und das macht Hoffnung): Schon auf 2000 m²-Kleinflächen können kleine Paradiese entstehen.
Die gUG Umweltschutz und Lebenshilfe wird mittelfristig ihre Rechtsform ändern – es winkt vermutlich im Verlaufe des Jahres 2025 die gGmbH Umweltschutz und Lebenshilfe. Um solidere Projekte auf stabilerem Fundament durchzuführen, wird das nötig sein. Mit einer krumpeligen gUG kommen wir auf Dauer einfach nicht weiter.
Auch das Finanzierungsmodell wird sich etwas ändern (4 Säulen-Modell)…. Ein Teil der Gelder wird durch das Antreten eines Teiles eines Familienerbes aquiriert. Unsere Familie ist seit Generationen im Besitz eines Grundstückes in Hamburg-Borgfelde (dem mit 0,8 km² kleinsten Stadtteil in der Stadt Hamburg). Dort steht ein Studentenwohnheim, das Gustav-Radbruch-Haus. Im Mai 2023 nun ist ein Erbfall Realität geworden, der sich in Bezug auf Projekte für Biodiversität begünstigend auswirken wird. In nicht allzulanger Zeit ist dann auch alles rechtssicher (eine ganze Menge Notare, Anwälte, Vermögensverwalter kümmern sich seit 16 Monaten um die Klärung). Die anteiligen Pachteinnahmen (es sind keine „Reichtümer“, jedoch immerhin die Möglichkeit vieles vieles auf solidere Beine zu stellen) werden hier lebenslang durch mehrfache Jahresausschüttungen zur Verbesserung der Biodiversität investiert. Der Fokus wird auf Blüh- und Streuobstwiesen liegen. Ein Projekt in Bissendorf wird bereits (langsam) vorbereitet…
Auf diese Art wird ein Familienerbe weitergetragen. Der Einsatz für die Biologische Vielfalt war einem Teil der Familie in ihren jeweiligen Leben von zentraler, hervorgehobener Bedeutung. Ich reihe mich dort gerne ein und trage Handeln und Gedankengut weiter.
Eine weitere Finanzierungssäule sind Spenden. Über die weiteren zwei Säulen (der ingesamt 4) wird geschwiegen, damit niemand von aussen um die Ecke kriecht und diese kaputtmacht (wir sind etwas schlauer geworden in den letzten 8 Jahren).
Ja, und unsere Schafe und Ziegen zeigen aktuell vollen Einsatz für die Artenvielfalt. Die zur Zeit gewählte Beweidungsform ist die „extensive Beweidung“ (im Frühjahr geschieht manchmal auch eine sog. „Stossbeweidung“). Auf 8 verschiedenen Flächen weiden sie grasend. Ist immer ein ziemlicher Trubel, weil diese Flächen ja auch kontrolliert werden müssen, Zusatzfutter muss hin, Wasser, Unterstände müssen stimmen etc. Klappt aber irgendwie immer :-). Man muss es wollen.
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