Weitere Blühwiese ausgemagert – hier stehen große Dinge in diesem Jahr bevor. 🌞😎😀🏆🏆🏆🏆🥇🥉🏅🦋🦋🦋🦋🐞
Und: Worum geht es denn eigentlich im Kern der Sache?? (auf dem Bild: Die Art “Goldene Acht”, unter anderem diese Art ist der Kern der Sache… Es gibt sie NOCH! Auch bei uns!)

Ein Areal direkt beim Hotel/Gasthaus Hubertus/Wiesehahn in Melle heute ausgemagert – im 5. Jahr in Folge.
Die Fläche wird teilweise von Ziegen und Schafen beweidet (anschließend werden etliche Hinterlassenschaften abgeharkt), teilweise auch manuell gemäht und abgeharkt.
Über die Jahre sind hier sicherlich schon einige Tonnen Biomasse rausgezogen worden – und man sieht
es mittlerweile an der Flora. Ein ganz ganz magerer Boden ist es geworden – für viele Wildblumen existenziell und eine riesige Chance.

Das Artensterben vieler Wildblumen hängt mit unterschiedlichen Faktoren zusammen.
Früher, irgendwann einmal, konnten sich viele Arten noch durch Windflug oder Vogelverteilung (der Samen) verbreiten.
Mittlerweile ist das (weitgehend) vorbei, denn viele Arten kommen ja nur noch in ganz kleinen Kolonien vor.
Sterben jedoch Wildblumen aus, so sterben Lebewesen! Von uns allen (weitgehend) unbemerkt!

Hohe Stickstoffeinträge auf Flächen (z.B. durch Stickoxide (Unser aller Verkehrsverhalten) in der Luft, die dann über den Regen in den Boden gelangen)
sorgen dafür, dass “Allerweltsarten” dominieren.
Das gesellschaftliche System der industriellen Landwirtschaft (das ist keine Kritik an einzelnen Landwirten, eher eine Kritik
an dem übergeordneten Kauf-, Konsum- und Marktwirtschaftssystem von Lebensmitteln: “hauptsache günstig”) sorgt gleichfalls dafür, dass viele Wildblumen kaum eine Chance haben.
Auf nährstoffreichen Flächen setzen sich wenige Gräser durch und verdrängen schlichtweg andere Arten.
Auch die Zersiedelung der Landschaft spielt eine Rolle (“Unkraut? Sofort weg! Was sollen die Nachbarn denken?”).

Zum Glück gibt es im Landkreis Osnabrück einige kauzige Naturschützer (meist wird man argwöhnisch von ihnen beäugt, wenn man sich ihren
Flächen schon auf Rufweite nähert, wenn es gut läuft, dann landet man nicht im Fadenkreuz ihres Zielfernrohrs….), die Flächen kontinuierlich sogar schon über 9,10,11 Jahre ausgemagert haben.
Mit unglaublichen Erfolgen! Wo diese Flächen liegen? Das Geheimnis des heiligen Grals ist nichts dagegen!! Und so soll es bleiben…

In diesem Jahr wagen wir es nun:

Auf 5 Arealen, welche kontinuierlich seit 2017 ausgemagert werden, werden wir Saatgut von den “Geheimflächen” aussäen.
Z.B. Trauben-Gamander, Großer-Wiesenknopf, Wiesen-Salbei, Wiesen-Pippau, Große Bibernelle, Kleiner Klappertopf

Siehe auch: https://www.deutschlands-natur.de/lebensraeume/grasland/magere-flachland-maehwiesen-alopecurus-pratensis-sanguisorba-officinalis/

Wenn solche Dinge funktionieren: Das sind die Sternstunden des Naturschutzes! Kann man sich selber (oder seinem Hund oder wahlweise seiner Katze) wieder und wieder erzählen (da müssen sie durch :-)). “Merlin, hab ich Dir schon erzählt, das Bergsandglöcken wächst bei uns???” Hund Merlin: “Ungefähr 2000mal, macht nichts, gib mir nen Knochen, dann tue ich so, als ob es mich interessiert…”

Und natürlich geht es um viel viel mehr: Etliche Insekten sind auf einzelne Arten oder Artenkomplexe angewiesen.
Retten wir einzelne Pflanzenarten, dann retten wir (zuweilen) auch Tierarten. Und letztlich retten wir uns selber!

Treffend formuliert:
„Biodiversität – das ist ein eher abstraktes Konzept, wenig gegenständlich und mithin nicht leicht zugänglich. Tiere und Pflanzen
aber verschwinden real, ihr Aussterben ist konkret und ein unersetzlicher Verlust und Schaden. Mit einer ausgestorbenen Art
geht ein einmaliges Ergebnis der Evolution und damit ein Stück der Naturgeschichte unserer Erde mit einer einmaligen Kombi-
nation von Eigenschaften, Merkmalen und anderen biologischen Attributen unwiederbringlich verloren – ein genetischer Daten-
speicher, von dem es kein Backup anderswo gibt. Wenn eine Art ausstirbt, ist gleichsam ein kleiner, aber unersetzlicher Teil der
Festplatte des Lebens gelöscht.“
Matthias Glaubrecht 2019, S. 421
Glaubrecht, M. (2019): Das Ende der Evolution. Der Mensch und die Vernichtung der Arten

https://biotopverbund-melle.de/kataster/
https://biotopverbund-melle.de/

500 AKA – 500 Menschen aktiv für Klima- und Artenschutz in Stadt und Landkreis Osnabrück
Gemeinsam den Planeten retten. Wir alle. Lokal und regional.
https://500-aktiv-fuer-klima-und-artenschutz.de/

Spenden:
https://www.betterplace.org/de/projects/75774-landkreis-osnabrueck-500-menschen-im-einsatz-fuer-klima-und-artenschutz