Augenblicke, in denen man weiß, dass sich der Gnadenhof lohnt
Und: Schafe auf hoher See wappen sich gegen (eventuellen) Rechtsstreit.
Kann teuer werden? Dann klauen wir halt die Kronjuwelen!

Der Stress auf so nem Gnadenhof ist nicht ohne – zumal wenn er „nach Feierabend“ betrieben wird.
Insbesondere das Drumherum (inklusive nicht immer (zu sofort) gelösten Rechtsfragen)
kann zuweilen ganz schön „ans Eingemachte“ gehen. Und die Fütterungen und das Saubermachen der Stallungen geschieht auch nicht von allein.

Aber dann gibt es diese Augenblicke in denen man weiß, dass das, was getan wird, „das Richtige“ ist.
Gestern kam ja die alleinstehende Ziege „Frau Suhrbier“ zu uns. Wie immer bei einem Neuzugang gibt es am nächsten Morgen das traditionelle „Welcome-Frühstück“.
Spitzenklasse Heu, etwas Hafer und einige Möhren. Wenn man dann sieht dass es den Tieren schmeckt und sie gesund sind, dann ist alles ok 🙂
Die Tiere bei uns haben alle ihre „individuelle Vergangenheit“ haben (manchmal eine gute, manchmal aber auch nicht). Umso schöner ist es dann zu sehen,
wie die Tiere mit „nicht so guter Vergangenheit“ zurück in die Spur kommen.
„Frau Suhrbier“ wird da noch mindestens einige Wochen brauchen. Sie sitzt zwar schon mit den anderen Tieren im windgeschützten Stall und futtert, immerhin, auch Heu,
ist aber noch „jenseits von gut und böse“ und ziemlich apathisch (was auch nicht wundert, wenn man zwei Tage zuvor seinen Lebenspartner verloren hat).
Wir versuchen ihr den Einstieg so angenehm wie möglich zu machen, aber das ist kein einfacher Fall (ist es bei Ziegen nach dem Tode ihres Partners nie).

Ob des mehrwöchigen Dauerregens ist mittlerweile ein Viertel unserer Wiese ein See, ja fast schon ein Meer, das Wasser steht teilweise schon 15 cm tief.
Die Schafe haben sich heute früh aus alten Paletten einige Flösse gebastelt und spielen Seepiraten.
Die See-Gnadenhof-Piratenflagge haben sie aus besonderem (juristischem ?) Anlass vorsorglich noch einmal 20 Meter höher gehängt.
Mit Wasserkanonen werden die Ziegen geärgert und die eine oder andere „Arschbombe“ habe ich auch schon gesehen. Das war ein lustiges Geblöcke.
Schaf „Kunigunde“ spielt „totes Schaf“ und treibt auf dem Wasser. Ihre Freundin Hermine hat heute das Seepferdchen-Abzeichen gemacht. Hat sogar
aus tiefem Wasser einen Ring ertaucht.
Minischaf Noisette spielt „Käptn Hook“, hab noch nie ein Schaf so schnell eine Takelage hochklettern sehen, kuckt jetzt aus dem Storchenkorb, ob am Horizont Gefahr droht.
(auf dem Foto gut sichtbar, mit etwas Kreativität und Vorstellungsvermögen allerdings nur)) 😉
„Wir fürchten weder Tot noch Teufel“, blöckt er. Richtig so. Klare Kante zeigen und immer wachsam sein.
Hilft auch, um einen Gnadenhof zu verteigen 🙂
Gutes Motto, denn wenn es schlecht läuft, dann haben wir (ohne weiter ins Detail gehen zu wollen) demnächst mal wieder einen (teuren) Rechtstreit am Hacken.
Abwarten, unsere Admiräle verhandeln. Zur Not müssen wir einige Handelsschiffe entern um etwas Gold zu erbeuten – oder gleich die Kronjuwelen,
das lösen dann unsere Kaninchen. Die nehmen keine Gefangenen, und wehe wenn wir die Meerschweinchen loslassen….uiuiuiui.
Auf hoher See fühlen die sich am Wohlsten. Sind ja schließlich MEERschweinchen.
Volle Fahrt voraus!! Den Mutigen gehört die Welt!