Klimaschutz ist kein Verbrechen

Großer Respekt vor den AktivistInnen in Lützerath 😍👍👍👍
Und ein Erklärungsversuch in Bezug auf den Hass, der Umweltschützern aus Teilen der Gesellschaft entgegenschlägt (das psychologische „Kübler-Ross“-Modell).

Diese Bilder werden sich tief in die Umweltschutz-Kultur der Bundesrepublik Deutschland einbrennen. Ähnlich wie damals Wackersdorf, Brokdorf oder Gorleben. Es sind Bilder für die Ewigkeit, Bilder, die der GRÜNEN Parteispitze, noch weniger aber einigen Hardlinern in der CDU, nicht gefallen werden.

Aus Solidarität mit den AktivistInnen in Lützerath heute die Arbeiten mit einem „X“ am Revers durchgeführt. Es herrscht hier großer großer Respekt, viel Anerkennung und eine große Hochachtung den Menschen gegenüber vor, die heute in Lützerath demonstrieren und ggf. auch friedlichen zivilen Ungehorsam ausüben. Genau das stärkt eine Demokratie. Genau das muss eine Demokratie aushalten. Genau das unterscheidet die Bundesrepublik vom Iran, Katar oder den Philippinen. Hier werden Grundrechte ausgeübt und für Grundrechte eingestanden. Auch werden im Rahmen zivilen Ungehorsams Gesetze überschritten. Eine Sanktionierung dieses Verhaltens (auch das gehört zu einer Demokratie) wird dabei in Kauf genommen. Die Spielregeln sind für alle klar!

Klimaschutz ist der Schutz, von dem wir alle abhängig sind. In Lützerath wird nicht nur ein Symbol zerstört, nein, die gesamte Klimapolitik des Landes stellt sich ein Zeugnis mangelnder Glaubwürdigkeit aus. Dazu kommen schlappe 280 Millionen Tonnen CO2 durch RWE nun zusätzlich. Dadurch wird es unmöglich für Deutschland, seine Klimaziele (die übrigens demokratisch verabschiedet wurden!) zu erreichen. Der Protest ist wichtig, wertvoll, zukunftsgerichtet und ehrenhaft. Zudem gemeinnützig, selbstlos und vor allen Dingen eins: Absolut notwendig!

Verurteilt wird hier jedoch der Einsatz von Gewalt. Gemeint ist damit die Gewalt eines kleinen Teils der DemonstrantInnen, genauso wie eine zuweilen unverhältnismässig eingesetzte Gewalt eines kleinen Teils der PolizistInnen. Gute Genesung und gute Besserung den heute körperlich verletzten Personen auf beiden (!) Seiten.

Der BUND-Chef Olaf Bandt bezeichnet Lützerath heute als „Hartz 4 der GRÜNEN“. Ein hochgradig lesenswertes Interview: https://www.spiegel.de/politik/deutschland/bund-chef-olaf-bandt-luetzerath-ist-das-hartz-iv-der-gruenen-a-9e78bdb7-b403-4c64-9091-9550b4739a1a

Die stattfindenden Proteste und Grenzüberschreitungen sind auch Ausdruck der Verbitterung und Enttäuschung über das Verhalten eines Teiles der GRÜNEN Parteispitze (Ja, ich akzeptiere, dass man über diese Sichtweise diskutieren kann. Genau darum geht es ja am Ende des Tages.), ein Frustrationsausdruck über die klimapolitisch fürchterlichen Folgen der Ampel-Koalition, genau wie eine logische Kausalfolge über die Maschinengewehr-Rhetorik und Kriminalisierungsversuche eines Teiles von absoluten CDU/CSU-Hardlinern (Stichworte: „Klimaterrorismus“, „Verunglimpfung von Umweltschützern als Kriminelle“, Christoph Ploß (CDU-Vorsitz Hamburg), Alexander Dobrindt (Klima-RAF), CDU-Generalsekretär Mario Czaja („Gewaltproblem junger Männer“, „Kriminelle Personen“), Matthias Hauer, Obmann der CDU/CSU-Bundestagsfraktion im Finanzausschuss („Inrechnungstellung des Polizeieinsatzes an die Umweltschützer“). Es passiert das, was immer ein solchen Fällen passiert. Seit Generationen. In jedem Einsteiger-Geschichtsbuch ist dieses nachzulesen.

Schulterschlüsse, steigende Vehemenz, massiver Zulauf von Bewegungen, steigende Bereitschaft gegenüber sanktionierbarer Rechtsverstöße, Zurückstellung eigener Bedürfnisse im Sinne des Protestes, Radikalisierung.

All das ist nicht neu. Es gab es auf der Welt schon 1000fach. Es ist das klassische Muster sozialer Bewegungen.
Etwas irre jedoch ist der Hass, der AktivistInnen von einem Teil der Gesellschaft entgegenschlägt.

Eigentlich war hier nach dem „Sueckergau“ (einem gegenüber uns erlebten Massiv-Shitstorm im letzten November) geplant, Diskussionen eher in einer Facebook-Schutz-Gruppe zu führen. Offen gesagt: Drauf geschissen! Man ist nur einmal (nicht mehr ganz) jung! Persönliche Befindlichkeiten verlieren zuweilen an Bedeutung, wenn eine massive Diskussionswelle quer durch die Republik rollt, wenn ein Thema,von dessen Wohl und Werden die Zukunft des Planeten abhängt, in akuter Gefahr ist. Wut und Verzweifelung verdrängen Angst und den Wunsch nach einer persönlichen Wohlfühloase.

Soll man sich von einigen hochgradig reaktionären Betonköpfen „die Pflanzenmargarine vom Brot nehmen lassen“? Als mündiger Staatsbürger/in? Kommt nicht in Frage!
Niko Froitzheim (es macht absolut Sinn, seine Seite zu abonnieren) hat einmal eine kleine Auswahl von Kommentaren gepostet, die auf seiner Seite im Zuge des Diskurses auftauchen. Hier ist es ähnlich (in einem kleineren Rahmen). Vieles wird sofort gelöscht. Einiges bleibt als Mahnmal stehen.

Warum flippen diese Leute so aus?
Sehr gut ist das Erklärungsmodell der Psychologin Elisabeth Kübler-Ross (eigentlich geht es hier um Sterbephasen, genau diese „Sterbephasen“ lassen sich jedoch ausgezeichnet auf zeitliche begrenze Verhaltensweisen/Denkmuster der Gesellschaft übertragen).
Vereinfacht formuliert:
Phase 1: Leugnen, Phase 2: Wut, Phase 3: Feilschen und Verhandeln, Phase 4: Depression, Phase 5: Annahme

Genauso ist es auch bei den Gegnern der KlimaaktivistInnen.
Es lässt sich sehr gut in den Diskussionsforen der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ beobachten. Zeitweilig ist eine Diskussion hier nicht möglich. Es findet dann ein gegenseitiges „Anpampen“ statt (nicht die feine Art, aber besser als diesen Personen garnichts entgegenzusetzen. Sie müssen einfach persönlich ERLEBEN, dass ihrem HASS etwas entgegenschlägt und sie ggf. selber „in die Mangel genommen werden“!).

Spätestens ab Phase 3 werden die Gegner jedoch wieder diskussionsbereit und es wird wieder konstruktiv. Es ist nicht zu unterschätzen, welche gemeinsamen Lösungen dann möglich werden. Denn darum geht es doch! Eines ist klar wie vegetarische Kloßbrühe: Trotz der krassen Auseinandersetzungen wird es ohne ein Miteinander nicht gehen!

Heute viel Notarbeit im Dauerregen auf den Gnadenhofstationen verrichtet. Auch das ist wichtig für den Klimaschutz – und für den Tierschutz sowieso. Im Dezember gab es eine kleine Förderung für unsere Schafe und Ziegen vom Land Niedersachsen (Finanztopf Klimaschutz, Artenvielfalt).

Nachgewiesen ist, dass eine Weidehaltung das Wachstum von Wurzelmasse beschleunigt (mit entsprechender CO2-Einlagerung) und die Tiere für eine positive Ausbreitung der Artenvielfalt sorgen. 33 Euro pro Tier im Jahr. Besser als nichts.

Heute ging es um Krankheitsvorbeugung. Unsere Flächen ähneln durch die starken Niederschläge finnischen Seenlandschaften. Das ist eine immense Gefahr für die Tiere. Unsere kleine dreibeinige Ziege „Apollon“ hustet bereits leicht. Alle Unterstände haben heute eine zusätzliche Massivschicht trockenen Strohs bekommen, denn die Tiere schleppen Nässe und Feuchtigkeit von draussen herein.
Mit der trockenen Unterlage geht es, ist sogar eigentlich ganz gemütlich. Unsere Enten freuen sich über die Seen, außer Warzenente „Käsehoch“. Sie verhält sich etwas atypisch und ist gerne mit Hühnern und Ziegen (??) im Trockenen. Warum auch nicht. Ist ja ein freies Land.

Zudem ein Steck-Gatter aufgebaut. Die Tiere werden hier hereingetrieben und erhalten dann alle eine zusätzliche Klauen- und Fußpflege. Die Nässe und der Regen sind ein Hort für gefährliche Bakterienverbreitungen. Die Klauen erhalten nicht nur einen Zusatzschnitt sondern zudem eine Intensivdesinfektion.
So kommen die Tiere unbeschadet durch (hoffentlich).

In diesem Sinne: Klimaschutz ist kein Verbrechen!
Klimaschutz bedeutet altruistisches Handeln zum Wohle der Allgemeinheit und künftiger Generationen! Egal ob Mensch oder Tier! Nach dem Kübler-Ross-Modell wird das in der Bundesrepublik vielleicht (ab Phase 3) auch der letzte Betonkopf irgendwann einmal kapieren!

500 AKA – 500 Menschen aktiv für Klima- und Artenschutz in Stadt und Landkreis Osnabrück
Gemeinsam den Planeten retten. Wir alle. Lokal und regional.
https://500-aktiv-fuer-klima-und-artenschutz.de/

Spenden:
https://www.betterplace.org/de/projects/75774-landkreis-osnabrueck-500-menschen-im-einsatz-fuer-klima-und-artenschutz