Aus, Aus, das Spiel ist aus!

In den sozialen Netzwerken sieht man seit den letzten Tagen verstärkt Bilder, wie Menschen medial öffentlichkeitswirksam ihre Mitgliedschaft bei den GRÜNEN beenden.
Auch ich habe seit heute früh für mich schonungslos klar: Nach 29 Jahren „Wahltreue“ ist an dieser Stelle nun Schluss.

Trotz vieler vieler Streitereien und immer wieder Überlegungen nach besseren Alternativen wurde dennoch bei JEDER Wahl in der Vergangenheit irgendein Kreuz IMMER für die GRÜNEN gesetzt.
Insbesondere jedoch seitdem hier begonnen wurde als Kleingruppe für den Klima- und Artenschutz einzutreten (seit ca. 7 Jahren)
wurde oftmals gemerkt, dass
vieles lange nicht so GRÜN ist, wie es aus den Mündern schallt. GRÜN reden heisst noch lange nicht grün handeln!
Macht es gut! Danke für die gemeinsame Zeit.

Ich wähle Euch nicht mehr, weil ich mich durch Euch nicht mehr vertreten fühle.
Eine solche Missachtung des Klimaschutzes (Lützerath!) und damit auch des Artenschutzs schmerzt. Aber Schmerz gehört zum Leben dazu.
Der Blick zurück ist dennoch nicht im Gram.

Wichtig ist hierbei natürlich auch: Man kann nicht und nie „alle PolitikerInnen in einen Topf“ werfen.
In jeder Partei gibt es auf jeder administrativen Ebene
gute Leute, mit denen man gut pro Klimaschutz und pro Artenschutz zusammenarbeiten kann.
Egal ob SPD, CDU, UWG und GRÜNE.
Auch bei den GRÜNEN kenne ich natürlich (und ohne Zweifel) etliche davon.

Aber an der Räumung von Lützerath, DEM Wahrzeichen des Klimaschutzes in Deutschland, festzuhalten, trotz vieler vieler Gegenargumente,
das ist nicht mehr meine Partei.

Ist schon erstaunlich. Vor ihrem Amt als stellvertretende Ministerpräsidentin des Landes Nordrhein-Westfalen war Mona Neubaur
noch häufiger Gast bei den Aktivisten in Lützerath, ließ sich dort gerne ablichten, äusserte öffentlichkeitswirksam ihre Meinung für den Klimaschutz.
Nach der Wahl hatte sich das ganz schnell erledigt. So schnell vergisst man seine (alten) Freunde. Nach der Wahl ist alles vergessen.

Hochinteressant ist der offene Brief zur Räumung von Lützerath von „Scientists for Future“ (liest sich wie ein „Who ist who“
der aktuellen Wissenschaftslandschaft):
https://de.scientists4future.org/offener-brief-ein-moratorium-fuer-die-raeumung-von-luetzerath/

Es tut der Demokratie sicherlich ganz gut, dass es nun einen Neuanfang in der politischen Umweltlandschaft geben muss und (langsam) geben wird.

Sehr treffend dazu ein Artikel in der taz:
https://taz.de/Luetzerath-und-die-Gruenen/!5905166/

Genau wie auch ein Artikel im SPIEGEL: https://www.spiegel.de/politik/deutschland/luetzerath-und-der-zwiespalt-der-gruenen-auf-beiden-seiten-der-barrikaden-a-41e3d4af-4453-4846-84fc-3b2a62611cf4

Jetzt hat diese Partei ein Meinungsproblem, das sie selbst verursacht hat.