Arbeit am kleinen Paradies

Damit sich ein kleines Paradies erhält muss auch immer mal wieder (ein bisschen) gearbeitet werden. 😊
Heute am Gnadenhof-Standort Kreimerhof in Melle/Oldendorf.

Als ich mit dem Quad und dem Balkenmäher anrausche begrüsst mich schon die “Flummel-Bande” (Laufenten Flummel, Frieda, Fritzi, Flöffel) ganz fröhlich.
Im Gespräch mit verschiedenen Anwohnern erfahre ich: Die Gang macht meist morgens und am späten Nachmittag einen Ausflug.
In der Regel 100 Meter rund um das Gnadenhof-Gelände.
Manchmal machen sie auch einen kleinen Abstecher in den Mühlenbach.

Autos fahren hier zum Glück nicht viele und aufgrund der angrenzenden Schule sehr langsam.
Ein Anrainer meinte: “Die Truppe ist wie ein Schornsteinfeger. Wenn ich die sehe, dann weiß ich, dass der Tag gut wird.”

Die Flummel-Bande zerrt mich direkt nach Ankunft laut schnatternd zu einem ihrer Feuchtbiotope.
“Loß! Spring mal rein! Es ist herrlich!”
Der Wasserpegel beträgt vielleicht noch 15 cm, würde ich hier mit dem Hintern voraus reinspringen sähe das komisch aus.
Im Nebenbiotop kuckt mich “Lothar Laubfrosch”
an: “Spring hier bloß nicht rein, Chef! Wasserverdrängung, Archimedisches Prinzip und so…
Wenn Du draussen bist, dann ist nichts mehr drin!”

Ich entgegne: “Der statische Auftrieb eines Körpers in einem Medium ist genauso groß wie die Gewichtskraft des vom Körper verdrängten Mediums.”

Lothar Laubfrosch verdreht die Augen: “Du bist echt der fürchterlichste Klugscheißer, dem ich jemals begegnet bin! Echt mal!”
Ich grinse. Die Flummel-Bande amüsiert sich köstlich.

Also lieber nichts ins Wasser springen, dafür aber die Wiese mähen.
Der Blühwiesen-Schnitt bleibt einige Tage liegen, trockent dann erst so richtig aus und streut viele viele Saatgutkörperchen auf den Boden.
Anschließend wird abgeharkt und verfüttert. Die Ziegen und Pony Luke freuen sich schon. Insbesondere die Wiesen-Flockenblume blüht herrlich zur Zeit. 50% davon bleiben natürlich stehen.

Heute schon an Morgen denken.
Nahezu sicher ist: Im nächsten Jahr wird hier, nach 6 Jahren Arbeit, ein Teil der Fläche einen Magerrassen-Status erreichen.
Basis für eine schier unendliche Zahl von Wildblumen. Es lohnt sich so dermaßne, diesen Schritt zu gehen.

Die Ziegen und Pony Luke freut das scheinbar auch. Vermutlich aber in erster Linie die gereichten Äpfel und Tomaten.

Gnadenhof Brödel
http://gnadenhof-broedel.de

Spenden:
https://www.betterplace.org/de/projects/71760-gnadenhof-broedel-melle-artenschutzprojekt-blumiger-landkreis-osnabrueck