Anbei ein Interview mit den lieben Leuten von “YoNaMo`s kleine Arche” aus Melle/Oberholsten

Anbei ein Interview mit den lieben Leuten von “YoNaMo`s kleiner Arche” aus Melle/Oberholsten (Bad Essener Straße),
welche das Projekt “500 AKA – 500 Aktiv für Klima- und Artenschutz im Landkreis Osnabrück” gleichfalls mit einer Fläche für 20 Jahre unterstützen. Vielen lieben Dank :-)😊🐾🌳🦉😃

a) Ihr habt Euch dazu entschieden, eine Fläche von Euch für 20 Jahre für ein Biotop zur Verfügung zu stellen.
Was motiviert Euch?

Wir haben das Glück, auf diesem wunderschönen Stückchen Erde leben zu dürfen. Damit haben wir aber auch Verantwortung übernommen und
durch die aktuelle gnadenlose Ausbeutung unserer Erde sehen wir es als unsere Pflicht, geschützte Biotope zu schaffen, in dem vom Aussterben bedrohte Pflanzen und Tiere ein Refugium finden!
Viele unserer Besucher sagen, daß wir in einen Paradies leben würden! Das sehen wir auch so und wir wollen es unter allen Umständen schützen und erweitern..!
Seit Jahren versuchen wir z.B. eine ehemalige Monokultur , eine große Fichtenschonung von ca. 3000 qm, durch Abholzung und anschließender Neubepflanzung mit alten einheimischen Baum-und Strauchgehölzen Artenvielfalt zu schaffen und der bedrohten Tierwelt ein Refugium zum Überleben und zur freien Entfaltung zu geben.
u.a.: gehört ein über 100 J. alter Mischwald zu unserem Grundstück, den wir seit ca. 10 Jahren, bis auf kleinere Pflegearbeiten und Müllbeseitigung sich selbst überlassen, um dort die Möglichkeit zu schaffen, vielen bedrohten Tieren einen Lebensraum zu geben. Viele Wildtiere konnten sich dort schon ansiedeln und durch die zukünftige Entstehung zweier Feucht- Biotope, im Rahmen des AKA 500 Projektes, werden sich dort viele weitere Tiere ansiedeln können!
Wir wollen noch mehr aktiv FÜR den Umweltschutz und GEGEN das Artensterben der einheimischen Flora und Fauna tun und einen Lebensraum, für vom Aussterben bedrohte Pflanzen und Tiere schaffen.
Auch soll es ein Ort sein, an dem wir und unsere Nachkommen in Respekt und Harmonie mit der Natur leben können….!
Zudem haben wir vor einigen Jahren angefangen, im Sinne der “Permakultur “, Obst und Gemüse anzubauen, von dem Tiere und Menschen profitieren sollen !
Wir möchten unserem Grundstück,nach allen Möglichkeiten die sich bieten, der Natur etwas zurück geben und selbst ein Teil davon sein…

b) Wofür steht “YoNaMo`s kleine Arche”? Was für Tiere leben bei Euch?

„YoNaMo’s kleine Arche” steht für Artenvielfalt, Artenschutz, Nachhaltigkeit, Künstlerisches und kreatives Schaffen, so wie Respekt und Liebe zur Natur !


Bei uns leben unter anderem alte Tierrassen wie Brahma- & Lachshühner, sowie Bronze- Puten.
Wir werden u.a. in Zukunft einige Hühner aus Legebatterien aufnehmen, die sonst nach einem einjährigen Leben als ‘Eier- Legemaschinen’ getötet würden, und Ihnen ein würdiges Leben bei uns ermöglichen!
Wesensgemäße Bienenhaltung ist u.a. ein weiteres geplantes Projekt, sowie Wärme und Brenngas Erzeugung durch einfache Biomeiler, direkte Nutzung von Sonnenenergie u.v.m.
Außerdem leben mit uns; zwei Hunde, zwei Katzen, Siebenschläfer, Eichhörnchen, Fledermäuse, Kauze, ein Bussardpärchen, Spechte, sowie viele Sing- & Wildvögel.
Zudem versuchen wir, achtsam mit unseren Ressourcen umzugehen und z.B. zu reparieren bzw. zu erhalten, bevor wir „Neues” kaufen.
Wir versuchen so viel wie möglich selber zu machen.
Ausserdem streben wir eine möglichst umfangreiche Selbstversorgung im Sinne der Permakultur an!
Wir möchten ‚altes Wissen’, z.B. über den Anbau von Obst und Gemüse sammeln, anwenden und weitergeben .
Ebenso sollen Permakultur bedingte Überschüsse von Obst und Gemüse etc. gegen Hand, geteilt werden !
Auch die Erhaltung alter Haustierrassen liegt uns am Herzen ♡, genauso wie
Ressourcen zu schonen und regionale Rohstoffe zu nutzen, Re- und Up-Cycling.
z.b.: Heizen wir ausschließlich mit regional wachsendem Brennholz und verwenden zu einem großen Teil selbst erzeugte Lebensmittel u.v.m…

c) Welche Wünsche und Hoffnungen habt Ihr in Bezug auf das 500-AKA-Projekt?

Durch das Projekt haben wir den Wunsch, die Möglichkeit und die Hoffnung, dass die Artenvielfalt in kürzerer Zeit um ein vielfaches zunimmt und wir so noch mehr bedrohten Tieren und Pflanzen einen geschützten Lebensraum geben.
Wir sind dankbar, das wir an dem Projekt 500-AKA teilnehmen dürfen und so ein kleines „Pflaster” auf die Erde kleben können ♡

d) Was sind Eure Lieblings-Wildtiere und Wildpflanzen?

Zu unseren Lieblings – Wildtieren gehören unter anderem…
Igel, Siebenschläfer, Maus, Eichhörnchen, Hase, Fuchs, Luchs, Wildkatze, Reh, Wolf, Eisvogel, Eule, Kauz, Specht, Rotkehlchen, Bachstelze, Meise, Zaunkönig, Nachtigall, alle Amphibienarten, Wildbienen & Hornissen.
Unsere liebsten Wildpflanzen sind unter anderem…
Buchen, Eichen, Birken, Kiefern, wilde Obstbäume- & Beerensträucher, Haselnuss, Weide, Butterblumen, Gänseblümchen, Löwenzahn, Brennessel sowie alle Wildkräuter & Heilkräuter!
Wir mögen alle Pflanzen und Tiere ♡

e) Ihr geltet als große Unterstützer von Permakultur. Könnt Ihr kurz erläutern, was ‚Permakultur‘ ist ?

Die Permakultur zeichnet sich durch bestimmte Prinzipien aus .
Diese alle im Detail zu erläutern, würde jetzt vermutlich den Rahmen sprengen…

Daher möchten wir, die ‚Permakultur’ in drei vereinfachten Säulen darstellen, von der sich dann eigentlich alle Prinzipien ableiten lassen.

1.Säule:
Der Ursprung der ‚Permakultur’ liegt im Biologischen Anbau.
Es geht darum, die Natur zu beobachten, von ihr zu lernen und mit ihr im Einklang zu leben, selbst erhaltende Biotope und Symbiosen für Flora und Fauna zu schaffen.
Ein Beispiel u.a. ist der dringend notwendige Humusaufbau !
Und letztendlich, im Einklang mit der Natur, sich selbst zu versorgen. „Altes Wissen“ soll erhalten, gesammelt und weitergegeben werden !
Erträge und Überschuss soll geteilt werden !
Auch geht es darum, möglichst ohne technische Geräte auszukommen. Was an maschineller Unterstützung sinnvoll ist, kann selbstverständlich genutzt werden!
Der Grundsatz ist: Natur führt, Technik folgt !


Säule 2:
Die Fläche unserer Erde ist begrenzt. Der einzige Weg, diese Grenzen zu erweitern liegt darin, Vielfalt zu ermöglichen…
In der Permakultur geht es darum, mit den vorhandenen Flächen auszukommen, eigene Energie – & Nährstoffkreisläufe ( selbsterhaltende Biotope) zu schaffen, mit seinen Ressourcen verantwortungsvoll umzugehen und auszukommen, sowie Vielfalt und Artenreichtum anzusiedeln.
Und aus Fehlern zu lernen 😉

Auch ein regionaler Austausch & Kooperationen gehören dazu!

Säule 3:

Die 3.Säule ist die Selbstreflektion. Wir haben Verantwortung für unser Land, für die Tiere und Pflanzen und auch für die Menschen, die auf und von diesem Land leben.
Wir sollten uns u.a. immer wieder folgende Fragen stellen:
– Können wir das, was wir auf unserem Land tun verantworten?
– Schade ich dem Boden, oder tue ich ihm gut?
– Möchte ich z.B. bei uns auf dem Hof ein Tier sein ?
– Geht es den Menschen, die mit mir zusammen auf dem Hof leben gut ?

Wir versuchen, in unserem Rahmen eine individuelle Lösung zu finden ♡

Im großen ” Stil ” angewandt, könnten die prinzipien der Permakultur unserem Planeten aus der aktuellen Misere helfen !

f) Was wird auf Eurem Grundstück innerhalb des Projektes umgesetzt?

Bei uns werden unter anderem entstehen:

* mehrere Feuchtbiotope
* einige Blüh- und Streuobstwiesen
* Trockenmauern für Amphibien & Insekten
* sowie viele Nistkästen für bedrohte Vogelarten u.v.m.

Wer sich weiterhin informieren, mitmachen und teilhaben möchte, kann sich gern bei uns melden :

E-Mail: yonamos.kleine.arche@googlemail.com
instagram: #yonamos_kleine_arche

Wir freuen uns sehr über die Unterstützung von Kai Behncke und allen freiwilligen Helfern und auf die baldige Umsetztung des 500-AKA Projektes und bedanken uns für das Interview und Euer Interesse !!

ManYO, NAdine und MOya von der kleinen Arche ;-