Nach uns die Sintflut-Preise für die Entscheidungen, mit dem mutmaßlich negativsten Einfluss auf Klima und Artenvielfalt in Stadt und Landkreis Osnabrück wurden heute mittag offiziell verliehen 🏆🏆🏆
 
Im Rahmen der Auftaktveranstaltung der Aktionswoche für ein soziales, gerechtes und ökologisches Osnabrück “So geht Zukunft !”
https://osnabrueck-alternativ.de/so-geht-zukunft/ wurden heute die entsprechenden Preise für verschiedene Entscheidungen verliehen.
 
Ausgezeichnet mit einem Zitronenpreis wurden:
 
* Die Entscheidung der Gemeinsamen Agrarpolitik des EU-Parlamentes
(Preisträger: EU-Fraktionen der CDU + FDP, stellvertretend verliehen an den regionalen EU-Abgeordneten Jens Gieseke).
Begründungstext (50 DINA4-Seiten) sowie allgemein-gesellschaftliches Diskussionspapier:
 
* Die Positionierung der Fraktionen der SPD und der CDU im Osnabrücker Rat zu Bauvorhaben in den “Grünen Fingern” in der Stadt Osnabrück:
 
* Publikumspreis: Der geplante Bau der A33-Nord (43 von 84 Nennungen)
 
Weitere Entscheidungen mit einem hohen Stimmenanteil:
Förderung des Flughafens Münster-Osnabrück durch den Landkreis, Gewässer-Randstreifenentscheidung 2019
Übrigens: Innerhalb des Publikums-Votings wurden auch die GRÜNEN diverse Male genannt (Positionierung der Bundesspitze in Bezug auf den vereinfachten Bau von Windkraftanlagen und die damit verbundenen Artenschutzkonflikte)
 
Unter Beisein der Presse und eines buntgemischten Publikums wurden einige Reden gehalten und auf die Dinglichkeit eines effektiveren Arten- und Klimaschutzes aufmerksam gemacht.
 
Johanna Heimrich, Aktivistin bei Fridays for Future Osnabrück: “Dass in Zeiten der allgegenwärtigen Klimakrise ein Gericht die Politik zurechtweisen muss,
um deren Klimaschutzmaßnahmen auf ein der Krise angemessenes Maß zu bringen, spricht bereits Bände. Noch immer muss der Impuls für annähernd ausreichenden Klimaschutz von außen kommen,
von alleine tut sich zumindest in den aktuellen Regierungen viel zu wenig. Um darauf aufmerksam zu machen ist die Vergabe eines Negativpreises nur angemessen und angebracht.”
 
Dr. Kai Behncke, ehrenamtlicher Geschäftsführer der gUG Umweltschutz und Lebenshilfe: “In den letzten 5 Jahren haben wir als Naturschutzgruppe
über 220 Blühwiesen angelegt, Feuchtbiotope, Vogelschutzhecken und Streuobstwiesen geschaffen sowie Klimaschutzanpflanzungen durchgeführt.
Das allein reicht jedoch nicht. Es ist gleichfalls wichtig, sich auch politisch zu äussern, wenn Entscheidungen die Artenvielfalt und den Klimahaushalt in unserer Region negativ beeinflussen werden.
Nach unserer Auffassung wird sich das ökologische Gesamtgefüge in Stadt und Landkreis
durch die genannten Entscheidungen verschlechtern. Es ist uns wichtig mit den Preisverleihungen vor den Wahlen die Bedeutung
von Natur und Klima als politisch unabdingbare und herausragende Maßgeblichkeit gesondert hervorzuheben.
 
Einige Grundsätzlichkeiten:
a) Es geht bei den Preisverleihungen um Entscheidungskritik und nicht um Partei- oder PolitikerInnen-Schelte.
Parteien/Politiker, die an dieser Stelle die Auszeichnungen erhalten, können an anderer Stelle sehr gute und sehr weitsichtige Entscheidungen getroffen haben.
Dieses gilt es generell und immer zu beachten.
 
b) In einem gesellschaftlichen Gesamtgefüge gibt es vielfältige unterschiedliche Meinungen. Es ist gänzlich unmöglich zu sagen, welche “Meinung” nun, in absolutem Sinne,
die “richtige” oder die “falsche Meinung” ist. Der Rückschluss liegt nahe, dass es hier keine “absoluten Wahrheiten” gibt.
Den ausgezeichneten Fraktionen/Personen etc. wird selbstverständlich die Möglichkeit gegeben, ihre Sichtweise der Dinge
zu Papier zu bringen. Auch diese Sichtwiese wird dann, zur Förderung einer Diskussion, über unsere (kleinen) Medienkanäle verbreitet.
Bedingung jedoch: Die Begründung MUSS wissenschaftlichen Grundsätzlichkeiten genügen. Eine “Meinung” ohne Bezug zu Fakten, ohne entsprechende Belege, ohne Bezugnahme auf Studien und Untersuchungen wird nicht veröffentlicht.
 
c) Entscheidende Aussage der Preisverleihung:
Es geht um Inhalte! Es geht um wissenschaftliche Begründungen, faktenbasierte Nachweise. Sachargumente, komplex begründet!
Und eine zwingend zu erfolgende hohe Berücksichtigung von Klima- und Artenschutz.
Wer vor den Wahlen keine hinreichenden Lösungsvorschläge für diese Themenkomplexe anbietet, der ist unserer Meinung nach schlichtweg nicht wählbar.
Wer in einem komplexen Gesamtgefüge des Klimaschutzes und der Artenvielfalt Entscheidungen fällen möchte, der muss in der Lage sein, entsprechende komplexe Inhalte und mögliche Folgen zu benennen.
Natürlich erfordert es eine langwierige und zeitintensive Auseinandersetzung mit den “Fürs” und “Wider”, unter Berücksichtigung von Studien und Forschungsergebnissen.
Alles andere ist oberflächlich.
Und: In einer Welt, in der viele Menschen sich in sozialen Netzwerken mit ach und krach (und wenn überhaupt) die Mühe machen, ihre Positionen mit 2 oder 3 Sätzen zu begründen (das ist zu wenig),
oder absurde Politiker-Memes mit völlig irrationalen (HASS-)-Positionen verbreiten, ist es umso wichtiger Inhalte und Sachargumente zu präsentieren.
Denn am Ende des Tages ist es genau das (!), worum es (eigentlich) gehen sollte.
Dass dabei lange Texte herauskommen kann dann schonmal passieren. Keine Entscheidungen zu komplexen Themen ohne eine komplexe Auseinandersetzung. Diese Erwartung muss definitiv auch an PolitikerInnen gestellt werden.

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