Hah! Eine gemeinsam entwickelte Idee für Melle ist im Finale!!!😊😃🥳🥳🥳🥳🤩🤩🤩🐛🦋🐌🐞🐸🕷🌿🌳🌲🌴🌱🌿
10.000 Euro für Klima- und Artenschutzprojekte gemeinsam mit Meller Jugendlichen und Schüler*innen?

Eine gemeinsam entwickelte Idee zieht ins Finale eines Umwelt-Ideen-Wettbewerbes ein. Töterötäröööööö🥳🥳🥳

Miyawaki-Wälder: Eine Lösung zur Milderung der Klimakrise und des Artensterbens in den Städten?

Wow! Das ging schnell! Vor ca. 4-5 Wochen wurde die Idee hier gemeinsam angeschoben und entwickelt (danke dafür z.B. an Frank Vornholt und die beteiligten Meller Schulen, danke an die beteiligten Landwirte wie z.B. Familie Mörixmann (Stefan & Gabi Gabriele Mörixmann ), Familie Sixtus (z.B. Jürgen Sixtus , Rita Sixtus), Familie Krystosek (z.B. Uwe Krystosek , Eike Krystosek ) und einige weitere Personen…

Danke zudem an die Stadt Melle (insbesondere den Leiter des Umweltamtes Thilo Richter). Angedacht ist es von hier, das Miyawaki-Projekt zusätzlich im Rahmen der „Meller Jugendkonferenz“ im Jahre 2022 (Themenschwerpunkt “Umwelt und Nachhaltigkeit”) einzubinden.

In Windeseile wurde dann in langen Nächten auf Computertasten ein Konzept zusammengehämmert – und dann auf „Senden“ geklickt.

Heute Abend kam die frohe Kunde: Die von hier etwas lokal-modifizierte und an besondere Ereignisse angepasste Miyawaki-Idee zieht ins Finale eines Niedersachsenweiten Ideenwettbewerbes ein. Der Fokus dabei liegt auf der Schaffung eines „WIR“-Gefühles…Es geht dann um 10.000 Euro Projektförderung. Mehr dazu ab dem 20. Oktober.

Das Konzept der sog. „Miyawaki-Wälder“ als hilfreicher Schutz gegen die Folgen der Klimaerwärmung und als Biotop-Verbundsmöglichkeit wird zunehmend auch in Europa thematisiert. Insbesondere in den letzten beiden Jahren wurde in den unterschiedlichsten Medien berichtet.

In der Presse war es kürzlich im SPIEGEL zu lesen, genau wie im Guardian(https://www.theguardian.com/environment/2020/jun/13/fast-growing-mini-forests-spring-up-in-europe-to-aid-climate), im NATIONAL Geographic (https://www.nationalgeographic.com/environment/article/why-tiny-forests-are-popping-up-in-big-cities) oder im „THE ECONOMIST“ (https://www.economist.com/science-and-technology/2021/07/01/could-miniature-forests-help-air-condition-cities).

In gewisser Weise ein Hype, jedoch ein Hype zu einer Technik, die weltweit bereits tausendfach in den unterschiedlichsten Ländern eingesetzt und mittlerweile auch wissenschaftlich sehr eng begleitet wurde. Das Prinzip der „Miyawaki-Wälder“ basiert auf einem beschleunigten Wachstum der „Potenziellen Natürlichen Vegetation“ (einem festen Begriff in der Pflanzensoziologie).
Pflanzensetzlinge werden auf einem gut vorbereiteten Boden in einer hohen Dichte gesetzt (zwischen 3 und 7 Setzlinge pro m²). Der Boden wird z.B. mit Grünschnitt, Stallmist, klassischem Küchenkompost, Wiesenmahdgut und unterschiedlichen Tier-Hinterlassenschaften (zuvor sehr gut abgelagert!) aufgewertet. Bei den Pflanzensetzlingen wird auf eine überdurchschnittlich hohe Artenvielfalt (oftmals über 30 Arten) und eine hohe Schattenakzeptanz von Pflanzen im Inneren der Fläche geachtet.

Noch nicht in Gänze geklärt scheint das tatsächliche Ausmaß der Bildung einer zusätzlichen Humusschicht in diesen Miniwäldern, welche zusätzlich CO2 einlagert. Gesichert ist, dass ein deutlich schnelleres Wachstum dieser Mini-Wälder (im Vergleich zu herkömmlichen Wäldern) festzustellen ist (bis zu 10 mal schneller). Gesichert ist auch, dass diese „Waldformen“ sogar in ariden Gebieten (z.B. Sizilien) gute Ergebnisse erbracht haben. Zuweilen ist zu lesen, dass diese „Miniwälder“ bis zu 18mal artenreicher als benachbarte Waldstücke seien (im oben erwähnten Guardian-Artikel ist die Rede von einem 100 mal größeren Artenreichtum als bei konventionelle Baumpflanzungen).

Lässt man einmal die „SuperClass-Nutzungswerte“ weg und orientiert sich eher an konservativen Einschätzungen, so bliebt der Nutzen dennoch hochgradig beachtlich.
Im Guardian ist zudem zu lesen, dass diese Flächen (es reicht schon die Größe eines Tennisplatzes) bis zu 30 mal dichter als herkömmliche Wälder seien. Eric Dinerstein (ein „Wildlife-Wissenschaftler“) äußert sogar, dass mit diesem Konzept ausgezeichnet Wildniskorridore durch Vor- bzw. Innenstädte möglich wären und bezeichnet diese Wälder als „nährstoffreichen fast-food Fly-in für hungrige Vögel. Die überdurchschnittlich hohe Biodiversität wird insbesondere durch die gezielte artenreiche Gestaltung geschaffen.

Eine Untersuchung der Universität Wageningen zeigte, dass bei einer Vielfaltsermittlung von 11 Mini-Wäldern 636 Tier- und 298 Pflanzenarten ermittelt wurden, welche sich nach einigen Jahren ansiedelten.
In den Niederlanden wurden mittlerweile (Oktober 2021) etwa 200 dieser Wäldchen geschaffen. In Groß Britannien sind es etwa 30. Auch in Frankreich gewinnt die Bewegung an Dynamik. Hier scheint eine Bodendüngung oftmals mit Pferdemist und Stroh vorbereitet zu werden.

Im National Geographic ist zu lesen, dass diese Form der Mini-Wälder bei Planungen von Gebietskörperschaften mittlerweile an Bedeutung gewinnt.
Das schnelle Wachstum, die hohe CO2-Einlagerung, die beachtliche Artenvielfalt, der Filtereffekt von Abgasen und sogar eine nachweisbare Lärmreduzierung mögen hierbei eine Rolle spielen. Das Lebensgefühl von Einwohnern steigt und im Inneren dieser Mini-Wäldchen ist es zuweilen bis zu 2,5 Grad kühler als in der direkten Umgebung. Zudem halten die Mini-Wäldchen überdurchschnittlich viel Regenwasser zurück.

Der wichtigste Effekt aber (so steht im Natural Geographic): “One of the most important things is that you give people the opportunity to be involved in nature in the neighborhood!”😊😊

Die Materialkosten für eine 400 m² Fläche werden von hier auf etwa 4000 Euro geschätzt (dann bereits inkl. Umzäunung, zusätzliche Anreicherung mit Bodenorganismen etc.). Der Natural Geographic beziffert die Kosten auf etwa 3000 Euro. Die Bodendüngung erfolgt sehr unterschiedlich. In Melle wird in den geplanten Projekten ein Mix aus Hühner-, Pferde- und Schweinemist eingesetzt, sowie Stroh, Wiesen-Schnitt und die sog. „HK PÄDs“. Zudem werden in einer hohen Zahl Bodenlebewesen (z.B. Wurmkokons, Kompostwürmer) eingebracht bzw. der Boden mit natürlichen „Boostern“ bearbeitet (z.B. eine Jauche aus Brennnesseln, Beinwell, Schachtelhalm, Baldrian etc.). Eine Kompostwurmdurchdringung sorgt für eine gute Bodenbelüftung und eine hohe Verfügbarkeit an Aminosäuren und unterschiedlichen Bodenlebewesen.

Eine gut ausgefeilte Bodenbearbeitung gilt als „A und O“ bei den Miyawakis. Nach der Pflanzung wird eine dicke organische Schicht dringend empfohlen (ca. 15 cm), bestehend aus Schnittgut, Blättern, Mist, Stroh, Heu, etc. Diese Schicht ist 3 Jahre lang zu hegen und zu pflegen. Das Ziel ist dabei auch, dass kein Sonnenlicht auf die direkte Bodenschicht fällt und die Nährstoffe (in den ersten 3 Jahren) ausschließlich den eingepflanzten Setzlingen zur Verfügung stehen. Empfohlen wird, mindestens in den ersten 2 Jahren, die Flächen regelmäßig zu wässern.

Zudem ist es ein wichtiger Bestandteil der Idee zu demonstrieren, welchen Nutzten für den Klimaschutz und eine Artenvielfalt in den Städten durch eine Zusammenarbeit mit verschiedenen Landwirten geleistet werden kann. Plötzlich sind es nicht mehr „nur“ die klassischen Landwirtschaftsprodukte, die im Interessenfokus stehen. Auf einmal sind es auch landwirtschaftliche „Reststoffe“, die im Rahmen dieser Gemeinschaftsidee eine wichtige Rolle bei Maßnahmen gegen die Klimaerwärmung in (bald) völlig überhitzten Vor- und Innenstädten spielen. 👍👍🤝😊

Sieh mal einer an, das wird sich auch auf eine Wertschätzung gegenüber der Landwirtschaft auswirken, wenn die Idee denn um sich greift. Und das wollen wir in Melle und darüber hinaus versuchen. Der Gewinn des Ideen-Wettbewerbes wäre ein kleiner aber feiner Schritt in die richtige Richtung. ;-).
Bei dem Ideen-Konzept geht es explizit um die Schaffung eines „WIR-Gefühles“. WIR (nahezu) alle, GEMEINSAM gegen die Klimaerwärmung. Hauptsächlich mit Jugendlichen und Schüler*innen aber natürlich mit allen anderen Menschen genauso. Und natürlich geht es noch um viel viel mehr bei der Idee. Aber alles wird noch nicht verraten…😎😎

Eine ausformulierte Methodik zur Miyawaki-Anlage ist hier zu finden: https://www.afforestt.com/methodology
Oder auch hier (mit Online-Kurs): https://www.ivn.nl/tinyforest/tiny-forest-worldwide/resources-and-downloads

Im Web existiert sogar mittlerweile ein kleiner Shop, in welchem (in diesem Falle für die Niederlande) die Materialien für einen Miniwald (6 m²) erworben werden können: https://www.sprinklr.co/products/tuiny-forest-najaar-2021 (von dieser Seite stammt auch das bunte schicke Foto).
Quelle Wachstums-Vergleichsfoto:
http://urban-forests.com/wp-content/uploads/2020/05/Urban-Forests-report-The-Miyawaki-method-%E2%80%93-Data-concepts.pdf?fbclid=IwAR2RQhGB_dyxQ6nqQjyHRLCO64-3YM-r39P6Jg58jza2Zdwkm3eK9m4hYtY