Eine Idee für Melle (oder für andere Städte und Kommunen)…

In diesem Jahr ist klar geworden, dass eine Periode großer Veränderungen an die Tür klopft. 😟😎😲🦹‍♀️🦹🦹‍♂️🧟‍♀️🧚🧜🧜‍♀️
Beim Klima- und Artenschutz geht es nicht nur um Sparsamkeit in Bezug auf CO2 und Versiegelung von Flächen. Es geht wesentlich auch um einen deutlich zu steigernden Aktivismus.
Mehr Bäume pflanzen, mehr artenreiche Strukturen wie Blüh- und Streuobstwiesen schaffen, Feuchtbiotope (die auch eine lange Trockenzeit überstehen), Trockensteinmauern, Totholzbestände, arten- und beerenreiche Vogelschutzhecken.

Einer der Meller Bürgermeister-Kandidaten hat eine sehr gute Idee eingebracht. Eine Benennung von möglichen nutzbaren Splitterflächen und eine Unterstützung eines Meller Biotop-Verbundes durch eine Förderung der KLAr Melle-Beteiligten. Ein wichtiger und sehr richtiger Schritt, zumal in diesem Bündnis bereits etliche sehr wichtige Aktive des Klima- und Artenschutzes eingebunden sind. Zu betonen ist: Ohne Landwirtschaft und Jägerschaft geht im Klima- und Naturschutz so gut wie (gar)nichts.
Umso wichtiger ist es, diese Gruppen als Unterstützer einzubinden. Wichtig auch, dass Landwirte für Einnahmeverluste entschädigt werden.
Melle ist in einer relativ glücklichen Position. Es gibt mehrere Schulen, die sich sehr stark für den Klima- und Artenschutz einbringen (z.B. die Lindenschule Buer, die IGS Melle) und mit nicht wenigen Kindergärten wurden in diesem Jahr bereits Blühwiesen geschaffen.
Der TSV Westerhausen-Föckinghausen e.V. bringt immer wieder gute Aktionen nach vorne, und wir von der gUG Umweltschutz und Lebenshilfe sind auch häufig dabei, wenn es etwas zu pflanzen oder Biotope zu betreuen gilt. Und natürlich gibt es noch verschiedene Gruppen mehr.
Mit dem bereits angelaufenen 500 AKA-Projekt möchten wir noch viel viel mehr Strukturen in Melle und Umgebung schaffen.
Ein Explizites Mitmach-Projekt. Zum jetzigen Zeitpunkt haben sich fast 400 Personen an unterschiedlichen Aktivitäten im gesamten Landkreis beteiligt.
Das ist schön (Danke an JeDen EinzelnEn, der/die mitgewirkt hat)…ist aber natürlich nur ein ganz kleiner Anfang. Wir brauchen mehr! Dringend!
Wie nun aber schaffen wir wir eine stärkere Einbindung der Bevölkerung in die Gestaltung von Klimaschutzhainen und Artenschutzmaßnahmen?🤔🤔

Sehr sehr gut dafür ist z.B. das von den GRÜNEN initiierte Programm “Naturnahes Melle”. Hier wurde verstanden, worum es geht. Relativ bürokratiearm (und dennoch mit einer Kontrolle) können hier sehr zeitnah Maßnahmen mit finanzieller Unterstützung der Stadt umgesetzt werden. Gut gemacht!
Vielleicht wäre es eine Idee, eine stadtweite Gemeinschaftsinitiaitve auszurufen? Unter Federführung der Stadt Melle z.B. (sofern zeitlich und finanziell möglich)?
Oder aber dezentral organisiert, mit vielen Schultern, die das stemmen. Einfach mal “größer” denken und nicht immer nur “kleinklein” und “vorsichtig, könnte ja schiefgehen…”. Beteiligt sind im gesamten Stadtgebiet, in den unterschiedlichen Ortschaften, Firmen, Vereine, Landwirte, Jäger, Naturschutzgruppen, Initiativen, Nachbarschaftsgruppen, Firmen, Kindergärten, Parteien, Kirchengruppen etc.
Ausgerufen werden dann im Jahr z.B. 2 Aktionstage, mit anschliessendem gemeinsamen Beisammensein bei Speis und Trank.
Ein Artenschutztag im Frühjahr und ein Klimaschutztag (Bäume und Hecken pflanzen) im Herbst. Die jeweiligen Setzlinge und Kleinbiotope werden dann von den Initiatoren gepflegt. Mehrfach im Jahr wird über unterschiedliche Medien über die Entwicklung der Flächen berichtet. Gemeinsam freuen und bewundern. 😍🙂

Wie es (eigentlich immer) bei Gemeinschaftsaktionen unterschiedlicher Gruppen der Fall ist: Natürlich wird es zu Meinungsverschiedenheiten und unterschiedlichen Standpunkten kommen. Abgesehen davon, dass wir für Streiterein eigentlich keine Zeit mehr haben, ist das letztlich aber auch nicht schlimm. Baumanpflanzungen und Biotope leben durch Vielfalt und unterschiedliche Ansätze. Und: “Wer blockiert wird ignoriert”.
Ein Wunsch bzw. eine Idee für einen entstehenden Biotop-Verband:
Die Stadt (Der Stadtrat) stellt die Summe X für zwei jährliche stadtweite Aktionstage bereit. Als Budget zum Ankauf/Anlieferung von z.B. Bruchsteinen, Ton & Lehm für Feuchtbiotope, Totholz, Baum- und Hecken-Setzlingen etc. Und für eine Verköstigung der Aktiven – denn das ist gleichzeitig auch ein Ausdruck von Wertschätzung.
Und grandios wäre eine Art “Kommunal-Fräse + Kommunal-Balkenmäher” (da ist sie wieder die Idee des volkseigenen Volkseigentums 😉 (🚩🚩🚩🚩)), der dann (z.B.) von der Stadt leihweise an Bürgerinnen und Bürger abgegeben wird (gegen eine Gebühr).
Falls die Stadt es nicht macht, dann werden wir diese Idee perspektisch vermutlich wohl einmal ausprobieren…
Insbesondere bei der Pflege von artenreichen Wiesen hören wir es immer wieder: “Wir haben keine Maschine! Könntet Ihr bitte mal??”
Nur: Es sind viel zu viele Flächen!

Menschen wollen aktiv werden (das wird sooo deutlich), doch immer wieder scheitert es am Equipment. Und in der Tat: Sich einen Balkenmäher zu leihen ist “auf dem freien Markt” nicht immer ganz einfach und leider auch sehr teuer. Ein Argument, an dem es leider sehr oft scheitert.
Wenn es möglich wäre, als fest eingeplantes Budget Mittel für Gemeinschaftsaktionen bereit zu stellen:
Es wäre noch so viel mehr machbar. Und solche Aktionen fördern tatsächlich das Gemeinschaftsgefühl und sorgen dafür, dass Teile der auseinanderdriftenden Gesellschaft wieder zusammenfinden. Manchmal entstehen bei den Aktivitäten für Klima- und Artenschutz ungewohnte Konstellationen:
Ein Öko-Hippie schuftet neben einem konservativen Landwirt, eine Jägerin ackert neben einem Veganer, ein für mehr betriebswirtschaftliche Freiheit plädierender Neo-Liberaler malocht neben einer Verfechterin für deutlich mehr Ver- und Gebote für den Klimaschutz.
Das ist das Neue und das Ungewöhnliche an diesen Aktionen. Es wird Zeit ein bisschen mehr zu versuchen, auch mal an die eigenen Grenzen zu kommen…gemeinsam. Auch mal die schrecklich ausgelatschten Pfade verlassen und mal ins Risiko gehen… Wenn man sich die kommende Erderwärmung oder das Artensterben anschaut, dann wird deutlich: Wir haben viel zu verlieren, wenn wir NICHTS Neues ausprobieren…
Dieses: “Das wird nicht klappen, hat noch nie geklappt….” bringt uns nicht weiter (hat es noch nie).

Gut ist doch: Menschen verlassen ihre “Komfortzonen” und werden aktiv mit anderen Menschen, die sie in ihrem sonstigen Alltag vielleicht sonst nicht so oft treffen würden. Noch sind es etwas zu wenige, aber mal abwarten…
Und diesen Gemeinschaftsgeist brauchen wir zwingend! Denn wenn tatsächlich schon in 10 Jahren die 1,5-Grad Erderwärmung erreicht wird, dann stehen wir vor Herausforderungen, die wir uns aktuell ungern ausmalen möchten. Ohne Gemeinschaftsgeist geht da garnichts! Auf gehts…
Gemeinschaftsaktionen an verschiedenen Orten im Landkreis Osnabrück in kleinerem Rahmen (bis 100 Personen) sind übrigens schon jetzt möglich.
Im 500 AKA-Projekt. Gerne anmelden und mitmachen. Lecker Essen (BIO, tierleidfrei, CO2-arm) gibt es auch. Und die Aktionen sind auch für Kinder geeignet. Wenns langweilig wird: Gibt es Seifenblasen 😉
Anmelden und Mitmachen: https://500-aktiv-fuer-klima-und-artenschutz.de/mitmachen/