Blühwiesenhauptstadt Melle
Geschrieben:

Heute die Mahd der Blühwiesen fortgesetzt – Schaffen wir gemeinsam kommunale Vorzeigestrukturen für den Artenschutz!
Und: Warum es so wichtig ist, eine Blühwiese im Sommer nur zur Hälfte zu mähen 🌄😄🍉🐝🐛🦋🐌🐞🐞🦎

Heute in Oldendorf und an der Bifurkation gemäht. Traumhaft!
Erst nach einigen Jahren, wenn der Boden kontinuierlich ausgemagert wird (1 bis zwei mal im Jahr mähen und das Mahdgut abtragen)
entwickeln sich Blühwiesen zu WIRKLICH fantastischen Artenvielfaltsflächen.
In Oldendorf ein wahres Insektenparadies zu 50% gemäht und als Belohnung leckere Frühäpfel dafür bekommen 🙂
Vielen herzlichen Dank dafür.
Es summt und brummt dort und einen Tagfalter gesehen, den ich so noch nicht kannte (Martin Robert Gach, vielleicht kannst Du helfen, siehe Bild Nummer 2?
Leider nicht sehr scharf erwischt).

Auch in Melle an der Bifurkation ging es heute zur Sache. Wenn die Wiesenmargerithe verblüht ist, dann ist der perfekte Zeitpunkt.
Beim Mähen mit einem Balkenmäher muss man höllisch aufpassen. Heute bestimmt 67drölfmal Taxi für Frösche und Kröten gespielt.
Es macht Sinn den Mäher auf einige Zentimeter Höhe einzustellen.

Was hier in Melle passiert ist hervorragend 🙂 Mit der Stadt arbeiten wir sehr gut zusammen. Wir vermitteln uns gegenseitig Interessenten für Blühareale
und haben heute die Mahd für die städtische Fläche durchgeführt.
Die Stadt selber (Umweltamt) hat in sämtlichen Stadtteilen Blühwiesen geschaffen, sodass die Vernetzung munter voranschreitet.

Auch das Projekt „Be-e-nergy Melle“ ist ausserordentlich spannend (Regina Haase).
https://www.facebook.com/Be-e-nergy-Melle-100440028407251/

Regionale Wildpflanzen zur Energiegewinnung für Artenvielfalt und Naturschutz im „Altkreis“ Melle

https://www.facebook.com/permalink.php?story_fbid=100445201740067&id=100440028407251&__tn__=K-R

Es ist sooo positiv, mit welchen unterschiedlichen Konzepten und Modellen hier etwas für die Insektenvielfalt getan wird.
Das sind Vorzeigestrukturen! In der „Blühwiesenliga“ (http://bluehwiesenliga.de) wird das sehr deutlich, unangefochten auf Platz 1, es macht Spaß ein Teil des Ganzen zu sein.

Wichtig Wichtig Wichtig bei der Sommermahd ist es, immer nur 50% der Fläche zu mähen.

„Wichtig für den Erhalt der Artenvielfalt in einer Wiese ist auch das abschnittsweise Mähen, damit ein kontinuierliches Blühen nebst Samenentwicklung sowie zum Jahresende auch Überwinterungsräume möglich sind. Eine großflächige Mahd kann einen kompletten Nahrungsausfall nach sich ziehen, was für viele Insekten tödlich ist, oder die gerade in der Wiesenfläche lebenden Insekten direkt töten.“
(Quelle: Segerer, Rosenkranz 2018, S. 148)

„Abschnittsweises Mähen in der Fläche oder von verschiedenen benachbarten Flächen sorgt dafür, dass die Tierwelt der Wiese nicht auf einen Schlag Nahrungsgrundlage und Lebensraum verliert. Bleibt das Mahdgut zudem noch einige Tage zum Trocknen auf der Fläche, wie beim Heu machen, können mehr Samen ausfallen und die tierischen Wiesenbesucher (Falter, Bienen und allerlei andere Insekten) in die noch ungemähten Flächen übersiedeln.“
Quelle: http://www.rieger-hofmann.de/index.php?id=230 01/2019

Besonders interessant ist eine neue kürzlich veröffentlichte Studie (https://www.gabot.de/ansicht/botanik-wie-weit-fliegen-wildbienen-auf-nahrungssuche-404609.html)

Wie weit fliegen Wildbienen auf Nahrungssuche?

Herausgefunden wurde (kurz und knapp zusammengefasst), dass von den 6 untersuchten Wildbienenarten
die mittlere Entfernung bei der Futtersuche zwischen 73 und 121 Meter lag.
Oder anders formuliert: Wird plötzlich eine komplette Blühwiese gemäht, dann ist es nahezu ausgeschlossen, dass in der Nähe nistende Wildbienen
irgendeine reelle Überlebenschance haben.

Blumiger Landkreis Osnabrück
Artenvielfalt steigern, Insektensterben stoppen
González-Romero-Blühwiesenkorridor Blumiger Landkreis Osnabrück
http://blumiger-lkos.de

Damit es weitergeht:
Spenden:
https://www.betterplace.org/de/projects/61252-blumiger-landkreis-osnabrueck