Auf Flächen Mosaike für Arten- und Klimaschutz bilden

Weiter ging es heute in Ökotopia. Der Staat braucht eine Aussengrenze.
Insgesamt faßt Ökotopia eine Fläche von 6700 m² und einen Umfang von etwa 700 Metern.
Zäune zu ziehen (gegen Wildverbiss) ist definitiv eine Angelegenheit, die wenig Spaß macht.
Weitere 150 Meter heute geschafft und noch einige Obstbäume stabilisiert.
Der kalte und emsige Januarwind würde diese sonst zur Seite neigen.

Etliches Saatgut in kleinen Pflanztöpfen ausgebracht, insbesondere die Orient-Platane.
Nachdem gemäß GALK bereits die ahornblättrige Platane auf die Klimaerwärmung mit verschiedenen Problemen reagiert,
könnte das (vielleicht) eine Alternative werden
(https://www.galk.de/arbeitskreise/stadtbaeume/themenuebersicht/strassenbaumliste/galk-strassenbaumliste).

Ökotopia ist in verschiedene Zonen eingegrenzt (siehe Karte).
Eine Streuobstwiesenzone, zwei Blühwiesen (verschiedene Arten), an den Rändern Wildgehölz-Hecken (mit zu 6 Meter breit),
verschiedentliche Stängelzonen, in denen keine Mahd stattfindet, ein großes Sandmagerrasen-Areal,
eine Baumzone und eine Extensivierungs-Zone, die zu einer Magerfläche entwickelt werden soll.

Josef Settele (2020, Die Triple-Krise. Artensterben, Klimawandel, Pandemien) beschreibt es sehr interessant.
Er weist darauf hin, dass trotz Klimaerwärmung und höherer Lufttemperaturen ein Szenario entstehen kann, welches
für einzelne Insekten “negativ” sein kann.
Mehr Pflanzen -> Mehr Schatten -> Weniger Erwärmung der Bodenoberfläche -> Schlecht für unzählige wärmeliebende Schmetterlingsarten.

Interessant auch seine Ausführungen zu den Wiesenknopf-Ameisenbläulingen.
Diese bräuchten offenes Grünland und seien stark von einer Beweidung oder Mahd abhängig. Ihre Hauptflugzeit läge im Juli/August. In dieser Zeit
legen sie ihre Eier auf dem “Großen Wiesenknopf” ab. Eine Mahd zum falschen Zeitpunkt könne die Eiablage verhindern.
Und ohne Mahd komme dieser Schmetterling nicht aus, weil entweder andere Pflanzen den Wiesenknopf verdrängen oder eine zu dichte Vegetation das
Mikroklima zu sehr beeinflussen würde.
Ergo: Auf diesen Flächen sei eine Mahd bis Ende Juni unbedingt abzuschließen und eine Zweitmahd im August durchzuführen.

Genau dieser Mahdrhythmus kann aber dazu führen, dass sich wiederum verschiede andere Wildpflanzen nicht so recht entwickeln können.

Wie man es macht, macht man es falsch (aus einer Sicht) oder richtig (aus einer anderen Sicht).
Auf Ökotopia werden wir dieses Jahr einmal versuchen, auf unterschiedlichen Teilbereichen (Blühwiese 1, Blühwiese 2, Sandmagerrasen)
zeitlich versetzte Mahdschnitte durchzuführen.

Settele schreibt: “Wie also soll man das alles unter einen Hut bringen? Die Lösung heisst: Habitatmosaike. Sie bestehen aus unterschiedlich genutzten Teilflächen, die jeweils anderen
Arten gerecht werden. Unterschiedlich nicht nur im Raum, sondern auch in der Zeit […]”.

Blumiger Landkreis Osnabrück
Artenvielfalt steigern, Insektensterben stoppen
http://blumiger-lkos.de
https://www.betterplace.org/de/projects/61252-blumiger-landkreis-osnabrueck

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