Romantisch ist ein Gnadenhof ganz sicher nicht
Geschrieben:

Ein romantischer Gnadenhof? Das ist nur ganz ganz selten so.
Meist bedeutet es viel Maloche und ne Menge Stress. Von A nach B düsen,
Kohle auftreiben, ad hoc auf Krankheiten der Tiere reagieren können etc.
Im Frühling ist es immer wieder besonders sportlich. Einige Jahresversicherungen müssen bezahlt werden (z.B. Krankenversicherungen für einzelne Tiere),
die Blauzungenimpfung und die Entwurmung der Tiere steht an, undsoweiterundsofort.
Dazu kommt: Im Frühling fallen etliche Kleintiere aus den Nestern oder werden hilflos irgendwo aufgefunden.
Offiziell nehmen wir diese Winzlinge nicht auf. Inoffiziell auch nicht. Da das aber dann manchmal deren Tod bedeuten würde dann eben „inoffiziell inoffiziell“ zuweilen eben doch.
Damit nicht auch noch Stress von irgendeiner Behörde aufploppt aber diskret und im Geheimen.
Und trotzdem heisst das bei einigen Kleintieren: Nachts alle 3 Stunden aufstehen, füttern, dann deren winzige Bäuche massieren. Das fordert seinen Tribut.
Komplett überreizt, Nerven brüchig wie Bindfäden.
Und bezahlt werden will das alles auch noch. Also knüppelt man „24/7“, 7 Tage die Woche.

Hat das einen tieferen Sinn? Etwas Religiöses vielleicht? Nee, hats nicht.
Steht da ein philosophisches Konzept dahinter? Nee, auch nicht.
Worum geht es dann? Letztlich um Statistik (in Kombination mit Ethik und Moral)…
Versuchen, so viele Lebewesen wie möglich am Leben zu halten (Unmengen davon sterben einfach, still und leise und unbemerkt).
Ist halt nicht jedes Lebewesen ein Wal vor Poel (nichts gegen die Versuche, diesen am Leben zu halten, das ist genau richtig so !!! Gibt halt nur eben auch noch viele andere Lebewesen,
die der Menschheit leider „egal“ sind).
Versuchen irgendwelchen hilflosen Kleintieren irgendwie den Start ins Leben zu ermöglichen (sodass dieses nicht endet, bevor es angefangen hat)….
Und natürlich versuchen, auch ältere Tiere gesund und frei von Schmerzen durch den Lebensabend zu begleiten.

Sehr schön ist: Der große große Kraftakt ist geglückt (Hardcore-Maloche war das).
Nahezu alle Schafe und Ziegen wurden auf unterschiedlichen Flächen eingefangen und an Sammelstellen zentriert.
Dann gegen die Blauzungenkrankheit geimpft, entwurmt, Klauen behandelt.
Und etliche Tiere (z.B. Alfred, Karamba, Mambo, Fussel, Schafi, PippiLotta) sind „in die Jahre“ gekommen.
Sie kriegen zusätzliche Spritzen und Behandlungen (z.B. Schmerzmittel gegen altsbedingte Arthroseschübe).
Insbesondere Alfred, Karamba und Mambo sind aktuell hier die Sorgentiere.
Mambo muss sogar einmal am Tag mit einer Spezialseife gewaschen werden. Zudem bekommt sie Selenspritzen und Zink-Extrafutter.
Wird sie nicht behandelt, dann reisst ihre Haut auf (man beachte das Foto). Das wäre ihr Exitus.
Naja, kriegen wir auch irgendwie hin.

Tieferer Sinn? Irgendwelche Folgen für die Zukunft? Nee, das Leben endet irgendwann und es ist dann bedeutungslos, was man zuvor getan hat.
Auch Karmapunkte gibt es nicht (dennoch eine nette Idee).
Aber für die Gegenwart ist es ja doch ganz schön, wenn man sein Handeln dafür einsetzen kann, dass auch andere Lebewesen es so gut wie möglich haben.