Zum Zwischenstand des “Nach uns die Sintflut-Preises”

Zum Zwischenstand des “Nach uns die Sintflut-Preises” für die schlechteste umweltpolitische Entscheidung in Bezug auf Stadt- bzw. Landkreis Osnabrück

https://www.umweltschutz-und-lebenshilfe.de/gesucht-preistraeger-innen-2021-fuer-schlechteste-umweltpolitische-entscheidung-in-stadt-und-oder-landkreis-osnabrueck/

Es kommen fast täglich Vorschläge herein (aktuell sind es 38) mit unterschiedlicher Komplexität und unterschiedlicher Qualität.
2 Vorschläge wurden wegen wüster Beschimpfungen von LokalpolitikerInnen gelöscht.

Interessant ist: Nahezu das gesamte Parteienspektrum wurde bislang tangiert.
Auch eine Entscheidung der GRÜNEN z.B. wurde hier bislang nicht nur einmal genannt.

Prinzipiell gilt: Nach Ablauf der Bewerbungsfirst (bis zum 28. Februar können Vorschläge per Email an info@umweltschutz-und-lebenshilfe.de
eingereicht werden). Anschließend wird geprüft und recherchiert und dann irgendwann entschieden.

Unkommentiert sollen hier nun 3 Vorschläge im Original präsentiert werden:

* Beschluss der GRÜNEN-Bundestagsfraktion zum beschleunigten Ausbau der Windenergie und damit verbundene Naturschutz-Ausnahmen

Dieser Beschluss birgt ein hohes Risiko. Populationen könnten dadurch nicht länger geschützt werden. Dieser Beschluss kann dazu führen,
dass einzelne Lebewesen bedrohter Arten nicht mehr als wichtig eingestuft werden, wenn diese in Ausweisgebieten für Windkraftanlagen leben.
Den Ausgleich von Eingriffen – und was das für Lebewesen bedeutet, kennen wir. Ausgleichsmaßnahmen sind nicht dafür geeignet, Schäden wieder zu beheben.
Für bedrohte Arten wird es damit auch im Landkreis Osnabrück noch gefährlicher, als es eh schon ist.

* Bau der A33 Nord
Die A33 Nord wurde mit der Begründung, dass es den Verkehr in der Stadt Osnabrück und umliegenden Ortschaften verringern und den Weg von Richtung Bielefeld nach Richtung Bremen beschleunigen soll, in den Bundesverkehrswegeplan für 2030 aufgenommen. Eine wirkliche Zeitersparnis liegt jedoch nicht vor, da man alternativ über die A30 beim Autobahnkreuz Lotte auf die A1 Richtung Bremen fahren kann. Und auch auf das Verkehrsaufkommen in besagten Regionen hätte die neue Autobahn keinen merklichen Einfluss. Ganz im Gegenteil wäre mit einem erhöhten Gesamtverkehrsaufkommen zu rechnen.
Der Landschaftsverbrauch des Baus wäre mit 52 Hektar unverhältnismäßig hoch. Zudem sollen auf 9,3 Kilometern Länge 12 Brücken gebaut werden. Dies greift übermäßig in die Natur ein und gefährdet womöglich das Grundwasser. Und obendrein durchschneidet die geplante Trasse ein vorhandenes FFH-Schutzgebiet auf einer Länge von 2,4 Kilometern und stellt für bodengebundene Tieren ein unüberwindbares Hindernis dar.
Nicht zuletzt ist in den letzten Jahren mehr als deutlich geworden, dass der Klimawandel bereits in vollem Gange ist und eine tatsächliche Verkehrswende, wie wir sie für eine realistische Bekämpfung des Klimawandels dringend benötigen, keine weiteren Autobahnen vorsieht. Und trotzdem wird an dem Bau der Autobahn festgehalten, der alleine für den Bau ein Unterfangen von 168 Mio. € bedeutet. Verkehrswende jetzt! stellen wir uns anders vor.

* Flughafen Münster/Osnabrück
Der Flughafen Münster/Osnabrück ist nicht erst seit gestern ein Sorgenkind der regionalen Kommunen. Die Stadt Osnabrück hält etwa 17% der Anteile an dem Flughafen und ist somit drittgrößter Anteilseigner des internationalen Flughafens. Und das “international” gehört auch betont, denn im Gegensatz zu den anderen Flughäfen Paderborn, Kassel und Dortmund kann man von dem FMO noch in TourstInnenhochburgen wie Mallorca, Ägypten und in die Türkei fliegen. Was dabei verschweigen wird, ist, dass der Flughafen für den Haushalt der Stadt Osnabrück eine große Belastung darstellt. Im November entschied der Stadtrat mit einer Mehrheit aus FDP, SPD, CDU und BOB (UFO), dass wegen der Gewinnausfälle im Coronajahr 2020 7 Millionen Euro bereitgestellt werden, um dem Flughafen aus den ganz tiefroten Zahlen herauszuhelfen. Dabei schrieb dieser Flughafen nie schwarze Zahlen und war immer schon defizitär.
Die meisten Flüge vom FMO hatten 2018 ein Ziel in Deutschland. Das sind Wege, die problemlos mit der Bahn zurückgelegt werden können. Die Klimaschäden, die der Flughafen erzeugt, haben deshalb in unseren Augen schon lange keine Rechtfertigung mehr (wenn sie sie je hatten) und stehen in keinster Weise im Verhältnis zum Nutzen des Flughafens. Mit dem Erhalten des Flughafens über die Coronakrise hinweg wird der Zukunft der Rücken zugewandt und ein wirkliches Anpacken der Klimakrise weiter hinausgezögert.

Gesucht werden die politischen Entscheidungen bzw. öffentlichen politischen Positionierungen
(unabhängig ob “Politiker-Einzelperson”, Fraktion, Partei, Ausschuss etc., unabhängig ob auf kommunaler Ebene,
landes-, bundes- oder europaweit) die nach Meinung der Bürgerinnen und Bürger in Bezug auf Stadt und/oder Landkreis
Osnabrück den größten Umweltschaden angerichtet haben bzw. dazu beitragen, einen Umweltschaden in der Zukunft zu verursachen
(bezogen auf Arten-, Natur- und/oder Klimaschutz).
Vorschläge per Email an info@umweltschutz-und-lebenshilfe.de