Verein oder gUG?

Gestern noch eine längere Beratung gegeben und einen interessanten Austausch gehabt. Die Anzahl der Personen,
die aktiv werden wollen steigt und steigt.
Janine und Katrin aus Laggenbeck und Westerkappeln überlegen, etwas Eigenes für den Natur- und Artenschutz
zu gründen.
Immer wieder interessant ist die Frage der hiesigen Rechtsform der gUG Umweltschutz und Lebenshilfe.
Wir sind eine gemeinnützige UG (Unternehmergesellschaft). Das ist vergleichbar mit einem Verein (gemeinnützig),
jedoch mit etwas mehr Möglichkeiten und man erspart sich viele Scherereien.
Eine gUG ist der Vorläufer einer gemeinnützigen GmbH.
Scherereien? Naja, ist vermutlich irgendwie auch eine Typfrage, nicht jede Struktur liegt jedem.
Selber in früheren Zeiten in verschiedenen Vereinen mitgewirkt.
Oft (natürlich keineswegs immer) lähmt dort das Gequatsche und Gequake fürchterlich.
Insbesondere im Naturschutz gibt es unzählige Bedenkenträger, die gerne alles besser wissen und wenn es drauf ankommt,
weit und breit nicht zu sehen sind (“Es hat geregnet, war zu kalt, mein Hamster hatte Geburtstag, ich bin auf einen Legostein getreten…”).
Und es gibt (gerne und oft) viele Menschen, die alles mögliche zusagen (“Ich mache dies, ich mache das”) und nichts kommt davon.
Natürlich (und ohne Frage) aber gibt es auch Vereine und Gruppendynamiken, die sich kongenial ergänzen.

Der Vorteil einer gUG ist: Man benötigt genau EINE (in Worten: “Eine”) Person, um eine Rechtsform zu gründen und kann dann nach einem
notariell beglaubigten Gesellschaftsvertrag (wird natürlich auch vom Amtsgericht und Finanzamt geprüft) loslegen und – nach erhaltener
Gemeinnützigkeit – auch Spendenbescheinigungen ausstellen. Die gUG hier hat auch genau EINEN Gesellschafter (dieser muss ein Gesamtvermögen von 1000 Euro in
das Unternehmen stecken).
Ein Gesellschaftsvertrag sieht dann z.B. so aus:
http://www.umweltschutz-und-lebenshilfe.de/gesellschaftsvertrag2.pdf

Heist: Mit etwa 1700 Euro für Gründungs- und Notarkosten hat man seine eigene gemeinnützige Organisation.

Die Erfahrungen hier: (Fast) Alleine kann man vieles (nicht alles) viel schneller und effektiver bewerkstelligen, als in einer großen Truppe.
Ist auch eine einfache Rechnung: 10 Personen, die 2 Stunden alles zerquatschen und zerquaken und ggf. mit Bedenken die Dynamik rausnehmen,
sitzen insgesamt 20 Stunden zusammen.
In 20 Stunden jedoch kann man als Einzelperson locker flockig 5 Blühwiesen fräsen, Saatgut aussäen und anwalzen. Und die Social Media-Arbeit schafft man auch noch.

gUG Umweltschutz und Lebenshilfe
http://umweltschutz-und-lebenshilfe.de