Juristische Klarstellung zur Umsiedlung des Gnadenhofes

Nach Rücksprache mit unserem Anwalt veröffentlichen wir noch folgendes Statement.

Klarstellung: Das Bauamt der Stadt Melle hat in einem persönlichen Gespräch unmissverständlich den Eindruck erweckt, dass mündliche Beschwerden einer Anliegerpartei vorlägen und man diese „Beschwerde“
wegen Geruchs- und Lärmimissionen auch vor dem Hintergrund des geltenden Baurechts unbedingt zu berücksichtigen hätte.
Eine formelle Beschwerde der Anwohner kann den Akten des Bauamts jedoch nicht entnommen werden.
Die betroffenen Anwohner versichern nunmehr glaubhaft, dass sie tatsächlich zu keiner Zeit eine „Beschwerde“ erhoben hätten. Es handelt sich somit um ein offensichtliches Kommunikationsproblem.

Gnadenhof Brödel Melle vorerst gerettet

Gnadenhof Brödel Melle vorerst gerettet

Der Gnadenhof Brödel Melle erhält mit einer Fläche in Melle/Oldendorf eine neue Hauptstation.
Auf mehreren 1000 m² werden verschiedene Tiere hier eine neue Heimat finden.

In Kooperation mit dem Bauamt der Stadt Melle hat man im unmittelbaren Umfeld eine Lösung erreicht.
Kai Behncke: „Wir danken insbesondere unserem Anwalt Detlev Böhm für einen gelungenen Kompromiss.
Unser Gnadenhof wird in Melle/Oldendorf am Kreimerhof nun offiziell auf einer von uns gepachteten Fläche eine neue Heimstätte finden – Unsere Tiere sind in Sicherheit.“

Nachdem bislang eine Beweidung auf 7000 m² auf Flächen in Westerhausen/Föckinghausen betrieben wurde, mussten die Tiere
zum 1. September auf eine Ausweichfläche umgesiedelt werden,
da sich eine Anrainerpartei aufgrund von Tierlauten und dem typischen Tiergeruch belästigt fühlte.
Zudem wurden bereits diverse Tiere zum neuen Hauptquartier am Kreimerhof umgesiedelt.

Kai Behncke, Geschäftsführer der gUG Umweltschutz und Lebenshilfe und Betreiber des Gnadenhofes: „Ich betreibe Tier-, Umwelt- und Naturschutzprojekte seit 28 Jahren.
Die letzte Woche jedoch war das schlimmste, was ich jemals erlebt habe.
Nicht nur unter den Tieren war der Stress enorm, zugleich hat uns die Auseinandersetzung und Umsiedlung einen fast fünfstelligen Betrag
gekostet. Ich bin außerordentlich verärgert darüber. Der Stadt Melle jedoch mache ich keinen Vorwurf. Aufgrund dessen, dass sich eine Anrainerpartei belässtigt fühlte,
musste die Stadt handeln. Ich akzeptiere, dass wir in einer Demokratie Kompromisse eingehen müssen, dazu sind wir selbstverständlich bereit.
Die bisherige Dauerbeweidung wird in der bisherigen Form somit aufgegeben.“

Eine Brisanz erhält die Situation dadurch, dass innerhalb der bisherigen Gnadenhofflächen eine Blühwiese liegt, welche durch Gnadenhof-Ponys, Ziegen und Schafe
schonend beweidet wurde. Diese Fläche wurde nun innerhalb einer bundesweiten Abstimmung als „Deutschlands Naturwunder 2018 – Letzte Refugien für Insekten“ ausgezeichnet. https://www.sielmann-stiftung.de/artikel/blumenwiese-in-niedersachsen-ist-deutschlands-naturwunder-2018/
Die gUG Umweltschutz und Lebenshilfe wird die bisherigen Teilflächen „Am Wulberg/Westerhausener Straße“
durch ihre Tiere nun nur noch zwei Mal im Jahr jeweils für einige Wochen beweiden. Der Erhalt des „Naturwunders 2018“ kann dadurch gesichert werden.
Zudem werden auf einer weiteren 7000 m² großen Fläche, ebenfalls „Am Wulberg“
weitere Blühwiesen angelegt, welche gleichfalls durch unsere Tiere gepflegt werden. Dadurch entsteht eine wichtige kleinräumige Biotop-Vernetzung.

Wissenschaftlich erwiesen ist, dass eine Blühwiesen-Beweidung durch Tiere deutlich schonender als eine Mahd durch Maschinen ist.
Die Gründe dafür sind vielfältig. Zum einen verdichten Beweidungstiere den Boden nicht in dem Maße, wie es durch „schweres Gerät“ geschehen würde. Dieses ist relevant,
da nahezu 75% aller Wildbienen im Boden nisten. Auf der als „Deutschlands Naturwunder“ ausgezeichneten Fläche wurde die seltene Sandbienenart „Andrena argentata“ ermittelt.
Zudem kommt hinzu, dass bei einer Mahd durch Maschinen Klein- und Kleinsttiere in Mitleidenschaft gezogen werden können.
Außerordentlich wichtig ist zudem die natürliche Ausdehnung von Blühwiesen, welche durch eine Anhaftung der Samen an Fell und Hufen der Weidetiere gefördert wird.

Karsten Wachsmuth, Leiter der Gnadenhof-Station am Kreimerhof: „Schonender als durch Tiere kann eine Wiesen-Pflege nicht realisiert werden.
Dieses bleibt außerordentlich wichtig, auch um unsere Singvögel zurück zu holen.
Ein einziges Rauschwalbenpaar benötigt zur Aufzucht ihrer Jungen etwas 1 Kilogramm Insekten, das sind nahezu 250.000 Stück.
Unsere Gnadenhoftiere in Rente können dazu beitragen, dass das Leben auf unseren Wiesen und in unseren Gärten wieder bunter wird. Durch ihr gemütliches Wesen sorgen sie zudem für Ruhe und Entspannung unter uns Menschen.“

Deutschlands Naturwunder 2018 in Melle!!

Pressemeldung der Heinz Sielmann-Stiftung:
(inklusive Pressefotos):
https://www.sielmann-stiftung.de/artikel/blumenwiese-in-niedersachsen-ist-deutschlands-naturwunder-2018/

Pressemeldung der gUG Umweltschutz und Lebenshilfe:

Deutschlands Naturwunder 2018 – Letzte Refugien für Insekten – Siegerfläche liegt in Melle

Im Rahmen des bundesweiten Wettbewerbs „Deutschlands Naturwunder 2018 – Letzte Refugien für Insekten“ (ausgerichtet von der Heinz Sielmann Stiftung sowie
EUROPARC Deutschland e.V.) liegt das „Naturwunder Deutschland 2018“ in Melle/Westerhausen. Der Preis geht somit an den
Natur- und Geopark TERRA.vita sowie an die gUG Umweltschutz und Lebenshilfe aus Melle.
Gewählt wurden in diesem Jahr Rückzugsorte für Wildbienen, Käfer und Co.
in den Nationalparks, Biosphärenreservaten, Naturparks und Wildnisgebieten in Deutschland.
Abgestimmt haben bundesweit knapp 20.000 Personen.
Die Gnadenhof-Blühwiese Blumiges Melle erhielt annähernd 37 % aller Stimmen.
Nachdem in den vergangenen Jahren unter anderem der Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer, der Nationalpark Harz oder das Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe – Brandenburg
die Auszeichnung gewannen, geht der Titel dieses Jahr in das Osnabrücker Land.
Die Blühwiese wurde im Jahre 2017 gemeinsam mit der Grundschule Westerhausen angelegt und stellt einen Mosaikstein
innerhalb der Projekte „Blumiges Melle“ und „Blumiger Landkreis Osnabrück“ dar. Innerhalb der Projekte wurden über seit 2017 über 90 Blühwiesen im südlichen Landkreis angelegt.
Eine Besonderheit ist die schonende Mahd der Blühwiesen durch die Tiere des Gnadenhofs Brödel Melle.
Kai Behncke, ehrenamtlicher Geschäftsführer der gUG Umweltschutz und Lebenshilfe:
„Wir sind überglücklich für diese Anerkennung. Der Naturpark TERRA.vita besitzt eine herausragende Bedeutung für die Region. Es zeigt, dass wir Menschen wirklich
etwas für den Schutz der Insekten leisten und bei entsprechender Planung einen positiven Einfluss auf Naturlandschaften nehmen können.
Insbesondere freut es mich, dass unsere Gnadenhoftiere etwas zum Natur- und Artenschutz beitragen. Ich sehe das auch als politisches Statement für
einen aktiven Tierschutz. Blühwiesen sind außerordentlich wichtig, um etwas gegen das Aussterben von Insekten, Singvögeln, Reptilien, Amphibien und Kleinsäugern zu unternehmen.
Zudem sind diese wunderschön für das menschliche Auge.“

Eine gewisse Brisanz ergibt sich dadurch, dass der Gnadenhof Brödel/Melle seine bisherigen Beweidungsflächen, zu welchen auch das jetzt gewählte Naturparadies gehört,
zum 1. September räumen musste. Nach Äußerungen der Stadt hatte sich eine Anrainerpartei aufgrund angeblicher zu hoher Emissionswerte beästigt gefühlt.
Die Stadt hatte den Gnadenhof aufgefordert, die Flächen zu räumen und Schutzhütten abzubauen.

Kai Behncke: „Ich kann verstehen, dass wir in einer Demokratrie Kompromisse eingehen müssen – dazu sind wir selbstverständlich auch bereit.
Gleichzeitig bin ich nach diesem schrecklichen Wochenende [Umzug unserer Tiere, Abriss der Hütten] nach wie vor in hohem Maße verstimmt.
Es kann nicht sein, dass Natur- und Tierschutzprojekte bundesweiter Bedeutung aufgrund einer
Beschwerde einer einzelnen Anrainerpartei massiv behindert werden. Unser Anwalt RA Detlev Böhm von der renommierten Osnabrücker Kanzlei Funk-Tenfelde und die Stadt Melle befinden sich aktuell in einem intensiven und konstruktiven Dialog, um einen gütlichen Kompromiss für alle Beteiligten zu finden.
Mein Standpunkt dazu ist klar: Ein Komplett-Beweidungsverbot kann unmöglich im Sinne der Stadt Melle sein –
käme es doch einer Vernichtung von Deutschlands Naturwunder 2018 gleich.“

Wissenschaftlich erwiesen ist mittlerweile, dass eine Blühwiesen-Beweidung durch Tiere deutlich schonender als eine Mahd durch Maschinen ist.
Die Gründe dafür sind vielfältig. Zum einen verdichten Beweidungstiere den Boden nicht in dem Maße, wie es durch „schweres Gerät“ geschehen würde. Dieses ist relevant,
da nahezu 75% aller Wildbienen im Boden nisten. Auf der nun ausgezeichneten Fläche wurde die seltene Sandbienenart „Andrena argentata“ ermittelt.
Zudem kommt hinzu, dass bei einer Mahd durch Maschinen Klein- und Kleinsttiere in Mitleidenschaft gezogen werden können.
Außerordentlich wichtig ist zudem die natürliche Ausdehnung von Blühwiesen, welche durch eine Anhaftung der Samen an Fell und Hufen der Weidetiere gefördert wird.

http://gnadenhof-melle.de, http://umweltschutz-und-lebenshilfe.de

Niedersächsischer Umweltpreis 2018 geht nach Melle

Wow, was für ein Tag!! „Blumiges Melle“ + „Blumiger Landkreis Osnabrück“ erhalten den Niedersächsischen Umweltpreis (gemeinsam mit der BUND-Kreisgruppe Osnabrück).
Der Niedersächsische Umweltpreis 2018 (Platz 3) geht somit auch: Nach Melle!!! Wir sind stolz, glücklich und bedanken uns bei allen UnterstützerInnen.
http://www.umweltschutz-und-lebenshilfe.de/blumiges-melle-de-vielen-dank-an-unsere-unterstuetzer/
http://blumiger-lkos.de/unterstuetzer/

Meldung im Meller Kreisblatt: https://www.noz.de/lokales/melle/artikel/1508589/ehrenvoller-preis-fuer-blumiges-melle
Kommentar im Meller Kreisblatt: https://www.noz.de/lokales/melle/artikel/1508589/ehrenvoller-preis-fuer-blumiges-melle#comments-jump-to

Link zu Pressefotos der Bingo-Umweltstiftung

Pressemeldung Bingo-Umweltstiftung

Seite der Bingo-Umweltstiftung

Es war eine tolle Veranstaltung heute im Landesmuseum in Hannover. Toll organisiert, ein honoriges Publikum. Ein Dank an die „Bingo Umweltstiftung Niedersachsen“.
Veranstaltungen dieser Art sind elementar, um Umwelt-, Natur- und Artenschutz in das Bewusstsein der Menschen zu rücken.
Bei aller Freude: Wichtig ist zu sagen, dass wir alle (!) nach wie vor emsig die Ärmel hochkrempeln sollten – um nicht zu sagen: MÜSSEN.
Das Insektensterben ist nach wie vor ein massives Problem und wird es bei der aktuellen Form der Landwirtschaft auch bleiben.
Nahrungsketten werden durchbrochen, mit katastrophalen Auswirkungen auf Vögel, Amphibien, Reptilien und Kleinsäuger.
Wo sind z.B. die Singvögel geblieben? Na wo denn wohl, wenn die wichtige Nahrung der Insekten fehlt…??!!
Sie sind tot, weil nachweislich die Insekten nicht mehr ausreichen, um die Jungvögel aufzuziehen.

Und wir Menschen? Wenn es so weitergeht, dann werden Obst und Gemüse zunächst nur für Besserverdienende erschwinglich sein, denn der volkswirtschaftlich wichtige Faktor der Bestäubung
wird sich in den kommenden Jahren (wenn wir nicht intensiv handeln), auch weiter reduzieren. Und dann?
Die eigenen Apfelbäume mit einem Pinsel bestäuben, so wie z.T. schon in China? Niemand kann das wollen!

Hochgradig mitverantwortlich für das Insektensterben ist neben der intensiven Landwirtschaft (Monokulturen, Pestizide),
der Versiegelung von Lebensräumen (es wird zu viel gebaut) auch eine unnötig-überdimensionale Pflege von Privatgärten („Wimbledonrasen – Bevor die Nachbarn was sagen lieber auf 4 Millimeter trimmen“).
Diese Gärten sind mehr oder minder „biologisch tot“, so einfach ist das – leider!

Wir alle haben es in der Hand, etwas gegen das Artensterben zu unternehmen. Zum Beispiel durch die Anlage von Blühwiesen und Nisthilfen für Insekten:
http://blumiger-lkos.de/bluehwiesen-gestalten/
http://blumiger-lkos.de/insekten-nisthilfe/

Wir werden natürlich mit aller Kraft weitermachen. Aktuell wird ein Beweidungskonzept entwickelt, um mittels unserer Tiere des Gnadenhofs Brödel Melle [http://gnadenhof-melle.de]
eine schonende Pflege verschiedener Blühwiesen in Melle zu schaffen.
Denn Fakt ist leider auch: Werden die Blühwiesen mit Maschinen gemäht (eine Mahd ist bei Blühwiesen elementar), so kann dieses auf Kosten von Klein- und Kleinsttieren
geschehen. Sinvoller ist dabei, sofern die Möglichkeiten bestehen, eine gemütliche Tiermahd einzusetzen. So können Tiere, welche gemäß Meinung einiger Verwirrter „keinen Nutzen mehr bringen“
nicht nur weiterleben sondern zugleich noch etwas zum Wohle aller Lebewesen schaffen.

Zitat Kai Behncke:
Das Insektensterben wird uns leider noch viele Jahre beschäftigen.
Eine intensive Landwirtschaft mit Pestiziden und Monokulturen sowie übermäßig gepflegte Gärten mit kurz gemähtem „Wimbledonrasen“
bieten kaum Raum und Nahrung für Insekten. Wir planen zukünftig gemeinsam mit der Stadt Melle unsere
Gnadenhoftiere für eine Blühwiesenmahd einzusetzen – ein entsprechendes Konzept wird gerade erarbeitet.
Wenn wir hier in Melle gemeinsam an einem Strang ziehen können wir Großes schaffen.“

Zitat Karsten Wachsmuth:
Dass unser Projekt so große Kreise ziehen würde haben wir anfänglich nicht gedacht.
Wir haben gezeigt, dass auch wenige Personen mit viel Herzblut, Ausdauer und Hartnäckigkeit
einiges auf die Beine stellen können. Wir freuen uns sehr – Zeit, um sich auszuruhen bleibt jedoch nicht.
Das Artensterben bleibt eine Herkulesaufgabe für uns alle.

Einige Fakten:
* Angelegte Blühwiesen (97, ca. 200.000 m² im gesamten südlichen Landkreis Osnabrück)
* Involvierte Schulen: 7
* Involvierte Schülerinnen und Schüler: Ca. 700
* Ehrenamtliche Arbeit: Ca. 1500 – 2000 Stunden
* Verteilte Saatguttütchen: 15.000
* Eingesätes Saatgut: Ca. 300 Kilogramm

Einige Filme: https://www.youtube.com/channel/UCiZOYxjw2zKp43yPyHoGA0g/videos?sort=dd&view=0&shelf_id=0

Hier noch die Preisverleihung im Liveticker (etwas selbstironisch vorgetragen – ist halt eine andere Form der Öffentlichkeitsarbeit ;-)):

16.30 Uhr:
Siegerehrung in hannover, niedersächsischer umweltpreis. vielleicht jibbet watt für uns.
ne menge leute in anzügen und so. hab mir heute früh noch nen jutebeutel organisiert und passe mal wieder nicht so recht ins gesamtbild.
preise sind toll, siegerehrungen ein graus. gibt aber sekt umsonst, auch gut.
viele leute wirken wichtig, ich tue auch so. hat schon beim googlepreis geklappt.
ich hätte gerne ein pils, und dann noch eins.

16:45:

siegerehrung. immer dasselbe, wenn die leute anzüge tragen krieg ich schweisnasse hände und zittrige knie.
zum glück jibbet hier auch bier. krombacher, so weit ich weiss arbeiten die ***** mit nestle zusammen.
egal, will hier aber nicht so sein, irgendwas ist ja bekanntlich immer.
gibt hier auch gleich rahmenprogramm, ziemlich schnieke.
ok, jeder wie er mag, ich sag nicht nein. hier läuft einer mit ganz zerknittertem sacko herum,
mindestens schmetterlingsforscher ist der, das sind die ganz harten.

17:00
wollt mir gerade son typ meinen sekt wegnehmen….mürrisch zeige ich auf mein namensschild und brummele was von „bin nomminiert und so“…
meinen sekt zahlt heute übrigens der/die steuerzahler/in…

17:15
ich prollo auf verlorenem posten. die ehrung findet im landesmuseum hannover statt.
grosse klasse, hier in hannover gibts bald ne klasse ausstellung.
„deckenmalerei und raumkünste an den europäischen höfen um 1700“. ich werde da sein.
heute um 20.30 spielt hsv gegen arminia bielefeld,
das ist eher meine kragenweite. ich will noch ein bier und dann wissen ob wir was gewonnen haben.

17:30 Uhr

Der Nieders. Umweltminister ist mit an Bord. Nicht unsympathisch,
hält ne gute Rede. Inhaltlich wie rhetorisch. schafft es durch lauter und leise werden alleine mit
seiner stimme den spannungsboden zu erhalten.
Unabhängig davon ein kleiner witz: warum kann liza minelli nicht nicki lauda heiraten? weil sie dann liza lauda heissen würde, whahahahahaha 🙂 noch einen sekt bitte.

17:45
Ich weiss, ich weiss, die ironie schlägt manchmal etwas über die stränge.
die rede von dem umweltminister war aber TATSÄCHLICH ok. entweder hat er nen guten ghostwriter
oder er ist irgendwie einer von uns – oder weiss was wir hören wollen.
jetzt spielen wieder die stones. und mein sekt ist alle, will aber besser nix mehr.
hätte nämlich noch was zu sagen falls wir nen preis kriegen – und das besser klar und deutlich.

17:55
whahahhhhhhhh 🙂 ich krieg die motten vor freude!!!! der niedersächsische umweltpreis 2018 (platz 3)
geht an die verschrobenen insektenretter kai und karsten!!
ich schnall ab. jetzt trink ich einige gläser „chateau nöff“ oder wie der fusel heisst!!

überflüssig zu sagen, dass wir als preisträger des NIEDERSÄCHSISCHEN UMWELTPREiSES 2018 (blumiges melle + blumiger landkreis osnabrück)
nach wie vor davon ausgehen, gemeinsam mit der stadt melle eine positive lösung für unsere gnadenhoftiere zu finden!!

und: wir machen weiter und das kostet ordentlich.
kauft gerne unser einpflanzbares naturschutzbuch: http://doktor-kalle.de/

18:XX:

bevor ich nochmehr „chateau nöffi“ trinke hau ich lieber ab. super veranstaltung wars, top organisiert.
aber für mich menschenmuffel völlige überforderung. schwitzattacken, nervöse migräne und partielle ohnmachtsanfälle.
jetzt sitz ich in ner prima spelunke, trink nen pils, warte auf den zug und überlege, welche projekte
so als nächstes anstehen. und gleich spielt hsv!!! dANKE !! an alle, die blumiges melle + blumiger lkos unterstützt haben.

der niedersächsische umweltpreis geht nach melle. foto: „blühwiesenspinner“ sind absolute Winner!!

Naturpark Kreimerhof wird weiter ausgebaut

Der Aufbau der Naturparkes Kreimerhof in Melle/Oldendorf ist weiterhin in vollem Gange.
Unterkünfte für einige unserer Tiere, Feuchtbiotope, ein riesiges Insektenhotel, Blühwiesen. Langweilig wird es dort nicht.
Heute unsere Kamerunschafe und auch zwei Zwergziegen dorthin umgesiedelt.
Von der Firma „Blömer GmbH“ – Holzhandlung jede Menge Holz für ein großes Insektenhotel gespendet bekommen. Danke 🙂 Und auch an einer Alternativbeweidung für unsere Gnadenhof-Brödel-Tiere arbeiten wir mit durchgedrücktem Gaspedal…

Blumiges Melle erfolgreich abgeschlossen – Weiter machen wir trotzdem

„Blumiges Melle“ erfolgreich abgeschlossen – Ein Appell an (uns) Alle

Alles hat ein Ende, nur die Möhre hat zwei

Irgendwann hat alles mal „ein Ende“. „Blumiges Melle“ läuft zum Monatsende aus.
Gemeinsam haben wir viel, viel erreicht. 47 Blühwiesen konnten in Melle angelegt und das (leider immer noch) massiv stattfindende Insektensterben
lokal in das Bewusstsein der Menschen gerrückt werden

Einige Eckdaten:

* Angelegte Blühwiesen: 47 (etwas mehr als 110.000 m²)
* Etwa 15 Presseartikel
* Jede Menge Sensibilisierung
* Ca. 1400 Stunden im Ehrenamt
* Zusammenarbeit mit diversen Firmen, Schulklassen, Vereinen, Kirchenkreisen, Stiftungen etc.
* Gesamtkosten von 52.000 Euro (davon etwa 13.000 Euro für Saatgut, 9000 Euro für unsere Biologen, 15000 Euro für Maschinen, 10000 Euro für Saatguttütchen, Flyer, Hinweisschilder,
Öffentlichkeitsarbeit, Verteilung von 1000 Honiggläsern, Infoständen, Blühwiesenpartys etc.)

* Eine Menge Preise
Folgendes steht noch aus:
Auszeichnung „Niedersächsischer Umweltpreis 2018“ Ende August 2018 (unklar, welcher Platz erreicht wird)
Eine Besonderheit ist zudem die Abstimmung „Deutschlands Naturwunder 2018 – Letzte Refugien für bedrohte Insekten“. Hier liegt eine innerhalb des
Projektes“Blumiges Melle“ geschaffene Blühwiese aktuell auf Platz 1 (https://www.sielmann-stiftung.de/naturwunder/?no_cache=1, Abstimmung bis Anfang September möglich).

Wie jeder weiß: Niemals geht man so ganz. Natürlich werden wir auch in Melle weiterhin Blühwiesen anlegen und pflegen (allerdings in deutlich geringerem Umfang als zuvor).
Insbesondere werden wir die Tiere unseres Gnadenhofes „Brödel“
verstärkt zur Mahd von Blühwiesen einsetzen. Die Pflege wird dadurch konkurrenzlos schonend (keine Bodenverdichtung, kaum Verdichtung von Brut- und Nistgängen,
keine/kaum Verletzungen von Klein- und Kleinsttieren, natürliche Erweiterung der Blühwiesen durch Weitertragung des Saatgutes etc.).

Es war ein tolles Projekt, hat viel viel SpAß gemacht, war temporär aber auch etwas zu viel – einiges hatten wir zwischenzeitlich unterschätzt – aber mit Blick zurück
war auch das eine gute und wichtige Erfahrung. Wir danken allen, welche sich in unterschiedlicher Form an dem Projekt beteiligt haben. DAS WAR GROSSARTIG!!!!

In einem kleinen Rahmen haben wir alle die Lebensbedingungen der Insekten hoffentlich etwas verbessert (und damit auch das Leben von Vögeln, Amphibien, Reptilien, Kleinsäugern etc.).
Aber machen wir uns nichts vor: Das Artensterben bleibt natürlich auch in Melle nach wie vor ein gigantisches Problem. Krämpeln wir weiterhin die Ärmel hoch!!

Die schlimmen Auswirkungen der intensiven Landwirtschaft bleiben leider bestehen (z.B. durch Pestitzide, Monokulturen).
In diesem Sinne haben wir also „nur“ eine Symptombehandlung durchgeführt (aber IMMERHIN!! BESSER ALS NIX!!!).

Aber es sind nicht nur „die Anderen“ (die Landwirte) „schuld“, ein Appell in diesem Sinne an uns alle (vielleicht kennt Ihr ja jemanden, auf den das zutrifft?):
+++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++
Hört auf, Hören wir auf!! – Eure und Unsere Gärten „geschniegelt und gestriegelt mit kurz gemähtem Wimbledon-Rasen“ aussehen zu lassen – denn dort ist es biologisch Tot!
Ein übersteigerter (und ignoranter) Ordnungswahn ist es leider auch („Was sollen nur die Nachbarn denken, wenn der Rasen länger als 4 Millimeter ist??“),
welcher das Leben einer Vielzahl von Arten auslöscht und unmöglich macht.
Lassen wir doch mal wachsen, was wachsen will. Oder: Legt Blühwiesen an, schafft Nisthilfen. Geht leicht, kann jeder. Ausreden gelten nicht 😉
http://blumiger-lkos.de/bluehwiesen-gestalten/

Für eine gepflegte Wildheit, damit das Leben auch „Vor“ dem Gartenzaun wiederkehrt!

Heute Blühwiesenmahd fortgesetzt

Heute wieder die Mahd der Blühwiesen fortgesetzt.
Wann sollen Blühwiesen gemäht werden? Eine Wissenschaft für sich.
Folgende Bilder verdeutlichen den Effekt, wenn eine frühzeitig angelegte/blühende Blühwiese (in diesem Falle Blühbeginn Anfang Mai)
im Sommer (Anfang Juli) teilgemäht wird (50 %).
Die ungemähte Fläche bietet mittlerweile kaum noch Pollen und Nektar an und sieht irgendwie „bräunlich-vertrocknet“ aus. Da es auf der Nachbarfläche wieder von Neuem blüht findet nun auf dem
„vertrockneten“ Areal in den nächsten Tagen die Mahd statt.
Auf der im Juli gemähten Fläche jedoch entwickeln sich bereits wieder Wilde Möhre, Lichtnelken, Johanniskraut, Malven und Natternkopf.
Hier wird es bis spät in den Oktober hinein blühen.

Ergo: Auch wenn es im Sommer wundervoll blüht, so ist eine Mahd dort in der Regel absolut sinnvoll.

Anders jedoch kann es sein, wenn Blühwiesen erst sehr spät angelegt werden (z.B. Mitte oder Ende Mai) und durch die Trockenheit „Spätzünder“ sind.
Die weiteren Bilder zeigen, wie bunt es dort noch blüht. Es erstrahlen tatsächlich noch Mohn und Kornblumen (z.B.) in vollem Glanz. Eine Mahd hier macht erst im Herbst Sinn.

Faustregel bleibt jedoch (subjektiver Meinung): 2 mal im Jahr mähen, immer nur zuerst 50% und ca. 6-7 Wochen später die weiteren 50%,
damit die Insekten nicht plötzlich verhungern.

Heute bei der Zentrale Autoglas GmbH in Melle die Mahd fortgeführt. Sinnvoll ist es, das gemähte Schnittgut zunächst einige Tage liegen zu lassen. Durch den Vertrocknungseffekt
samt das Saatgut dann beim Zusammenharken aus. Auch hier wird sich zum Oktober noch eine zweite Blühwiese in diesem Jahr entwickeln.

Unsere Naturprojekte werden ausgezeichnet!!

Eine schöne Nachricht zum Wochenende.

Die Blühwiese und das Feuchtbiotop, welche gemeinsam mit der Grundschule Melle/Oldendorf sowie der IGS/Melle in diesem Frühjahr/Sommer im entstehenden Naturpark Melle/Oldendorf Kreimerhof angelegt wurden, werden im September
von der bundesweiten Initiative „Deutschland summt“ ausgezeichnet!!
Das ist spitze, wir freuen uns total 🙂

Welchen Platz wir belegt haben wissen wir noch nicht.
Zu dem Wettbewerbsbeitrag geht es hier:

https://wettbewerb.wir-tun-was-fuer-bienen.de/eintrag/bluehwiese-in-melle-oldendorf/