Vorstellung unserer Tiere auf dem Gnadenhof Brödel Melle (Teil 4). Heute Kaninchen „Heuschreck“

Vorstellung unserer Tiere auf dem Gnadenhof Brödel Melle (Teil 4). Heute Kaninchen „Heuschreck“

Name: Heuschreck
Alter: 5 bis 6 Jahre alt
Patenschaft; Noch Keine
Lieblingsfutter: Er leibt eine Grassorte ganz besonders: Das wollige Honiggras (Holcus Lanatus), weil dieses
einen süsslichen Geschmack hat. Ansonsten liebt er Gurkenstückchen.

Lebt seit etwa über 2 Jahren bei uns.

Besonderheit: Der größte Flitzer in unserem 140 m²-Gehege. Unzertrennlich mit seiner Kaninchendame „Princess“ (wird ein anderes Mal vorgestellt).
Bei Regen sieht man die beiden oft aneinandergekuschelt unter einem der Unterstände.
Erliebt es in der Sonne zu liegen und schläft, wenn es warm ist, auch gerne mal lange.
Sehr lebendig, äüßerst neugierig, sehr fidel und sieht total schick aus (seine Augen kucken manchmal etwas „wirr“, ein bisschen wie ein verrückter Professor).
Auf dem Foto neben ihm: Kaninchen Eisberg, auch eine Freundin von ihm.

Geschichte:
Heuschreck hat es nicht leicht gehabt. Wir haben zwar nicht viele Infos zu seiner Vergangenheit,
sicher ist aber, dass er mindestens ein Jahr lang alleine in einem 1,20 m²-Plastik-Käfig vor sich hinvegetierte (absolute Tierquälerei).
Eine solche Haltung kann schnell dazu führen, dass sich Muskeln abbauen und auch Gelenke in Mitleidenschaft gezogen werden.
Als er dann zu uns kam hat er sogar eine Aufbauspritze erhalten.

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Vorstellung der Tiere auf dem Gnadenhof Brödel Melle (Heute: Molly), Teil 3

Vorstellung der Tiere auf dem Gnadenhof Brödel Melle, Teil 3
Heute: Molli
Coburger Fuchsschaf
Alter: Ca. 7-8 Jahre (also schon eine Seniorin)
Patenschaft: Übernommen von Philipp Horstmann
Lieblingsfutter: Eindeutig Möhren und Kopfsalat

Besonderheiten: Oft sehr scheu, wenn man sich aber sehr viel Zeit nimmt und sich sehr ruhig verhält, dann frisst sie sogar aus der Hand und lässt sich streicheln

Geschichte: Molli hat sehr sehr viel Glück gehabt.
Zuletzt stand sie bei Hannover und wurde von einer älteren Dame betreut.
Molli hat dort alle anderen Schafe überlebt.
Als die Besitzerin sich altersbedingt nicht mehr kümmern konnte wurde es sehr problematisch.
Molli war dann aus Mangel an Alternativen so weit wir wissen für eine Schlachtung vorgesehen. „Kurz vor Knapp“
wurde sie von einer Tierärztin gerettet und in deren Privatwagen den langen weiten Weg zu uns gebracht.
Dort war sie zunächst sehr sehr ängstlich (und war für mehrere Wochen auch hier das einzige Schaf). Dann kamen jedoch mehrere Quessant-Schafe zu uns
und im April schließlich ihre nun allerbeste Freundin „Lotti“. Die beiden sind unzertrennlich und traben fröhlich grasend über die Wiesen.

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Vorstellung der Tiere auf dem Gnadenhof Brödel Melle, Teil 2

Vorstellung der Tiere auf dem Gnadenhof Brödel Melle, Teil 2:

Heute: Elli
Alter: ca. 5 Jahre
Walliser Schwarzhalsziege
Herkunft: Hatte zuvor in der Nähe von Bad Oeyenhausen gelebt
Lieblingsfutter: Brennesseln (man beachte das Foto), da bleiben nur noch die Stängel übrig

Patenschaft: Noch niemand gefunden

Besonderheit: Ruhig und ausgeglichen, sehr zahm. Kann sich mit ihren riesigen Hörnern am Hintern jucken.
Schon aufgrund ihrer Größe und ihrer Gelassenheit sorgt sie für Respekt bei anderen Tieren.

Geschichte:
Elli kam im letzten Herbst zu uns. Wir wissen nicht viel über sie, ausser, dass sie zuvor schon in
einer Herde gelebt hat und es ihr auch dort recht gut ging. Die Herde wurde dann
jedoch verkleinert und wir haben das zottelige und liebenswerte Tier aufgenommen.

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Viva la Zwievolution

Viva la Zwievolution!

ungefähr seit Januar stellen wir eine deutlich gestiegene Anfrage nach gemeinsamen Naturschutzprojekten
fest. Hatten sich zuvor schon viele Privatpersonen und Schulen gemeldet und auch mit Kommunen bereits das Eine oder Andere Projekt stattgefunden, so
ist neu, dass es in diesem Jahr auch sehr viele Firmen sind, welche gemeinsam etwas in die Wege leiten wollen.

Da wird noch einiges kommen. Machen wir gerne, wenn es zeitlich irgendwie geht (gegen eine Spende).
Total gut ist definitiv, dass ganz offensichtlich gesellschaftlich etwas passiert (ist).
Und mit Sicherheit noch mehr passieren wird…Nur so kann es gehen.

Es ist wieder „chique“ Umwelt- und Naturschutz zu betreiben. Nicht nur die Wahlergebnisse der GRÜNEN zeigen dieses.
Und es ist auch dringend nötig, sofern auch unsere Kinder
noch ein akzeptables Leben auf diesem Planeten führen wollen.
Um nichts weniger geht es. Es geht nicht um Profite, es geht darum, dass Leben und seine Lebewesen zu erhalten.
Von der Sandbiene bis zum Menschen – ein „Way out“ existiert nicht, für Niemanden. Noch haben wir es selbst in der Hand, einige Jahre ist eine
Umkehr (weg von der Katastrophe) noch möglich.

Eines unserer Projekte trägt im wahrsten Sinne des Wortes Früchte – der Öko-Garten – frei von Pestiziden.
Nach den Sommerferien wird hier die IGS Melle etliches Gemüse ernten.
Schon jetzt platzt dort die Ernte aus allen Nähten.
Ein kongenialer Deal mit unseren Gnadenhoftieren (Kaninchen-, Ziegen-, Schafs-, Meerschweinchen-, Hühner- und Pferdemist werden getauscht gegen
„für den Zweck dieses Areals ungewünschte Beikräuter“).
Unsere Schlaufuchs-Ziege Kuno regelt das.
„Ok, hier die wöchentliche Lieferung unseres Mistes. Feinste Ware, wie immer. Kennste ja. Die Hühnis hatten wenig Hunger diese Woche, da ist es etwas weniger.
Trotzdem müssen wir Euch diesmal etwas mehr berechnen, weil das Gras aufgrund der Trockenheit schwerer zu verdauen ist. Ihr versteht?
Also fast die selbe Menge wie immer gegen 20 % mehr für den Zweck eures Öko-Gartens unerwünschte Beikräuter, ok?“

„Ok“, brummel ich. Kunos Fragen sind keine Fragen sondern Aussagen.
Ziege Kuno ist ein Meister im Handeln, da feilsche ich nicht lange. Ausserdem besitzen die Tiere hier im Umkreis ein Mist-Monopol.
Wer da nicht spurt, der kriegt auch nix.

So freuen sich auf jeden Fall Zucchinis, Kartoffeln, Bohnen und und und…

Heute so viel geerntet, dass ein Teil davon in der Nachbarschaft verschenkt wurde.
Zum Abendessen gibt es Spinat-Mangold-Salat mit Erbsen und Nudeln, herrlich 🙂

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Vorstellung der Tiere auf dem Gnadenhof Brödel Melle (Teil 1)

Mehrfach die Woche stellen wir fortan einmal unsere Gnadenhof-Bande vor.
Wir beginnen mit Lola („Lola-Laola“):

Alter: 2 Monate und 2 Wochen
Quessant-Schaf (Tochter von Kunigunde)
Herkunft: Bei uns geboren (auch das gibt es auf einem Gnadenhof)
Lieblingsfutter: Eindeutig (und immer noch) Flaschen-Milch, ist aber auch gerne Spitzwegerich
Patenschaft: Dankenswerter Weise übernommen von Lara Art
Besonderheit: Kann unglaublich laut blöken (da flattern einem die Ohren weg) und ist schnell wie eine Gazelle
Und: Schiefe Zähnchen 😉

Geschichte:
Als die kleine Lola vor etwa 80 Tagen geboren wurde haben wir ihr eigentlich keinerlei Überlebenschancen eingeräumt.
Sie war zu schwach zum Trinken und zum Stehen (häufiges Zeichen von Selen-Mangel). Nachdem sie etwa 2 Stunden nach der Geburt
einen Tropfen reines Selen und 3 Tage lang „Kälberbooster“ zwangseingeflösst bekam, besserte sich ihr Zustand deutlich.
Die ersten 10 Tagen jedoch war sie nicht in der Lage eigenständig bei der Mutter zu trinken.
Also: Flaschenfütterung. Am Anfang alle 4 Stunden, 30 bis 40 Milliliter.
Eine weitere Besonderheit: Sie war in den ersten Wochen taub, hörte nichts, reagierte auf keine Geräusche.
Von Woche zu woche wurde Lola stabiler und schneller. In den ersten Wochen war es noch kein Problem sie zu fangen und
ihr das Frühstück, Mittagessen und Abendbrot zu geben. Nach etwa 4 Wochen sah das schon anders aus. Ohne Kescher ging da nichts.
Mit der Zeit jedoch wurde sie immer zutraulicher und kommt jetzt, auch wenn die Gabe von Milch eigentlich nicht mehr unbedingt nötig ist,
von alleine angeflitzt, um schonmal 400 ml auf ein Mal zu verputzen.
Mittlerweile reagiert sie auch auf Töne, die Taubheit scheint sich deutlich gebessert zu haben.

Putzmunter, gesund, zahm und laut. Nicht die schlechtesten Eigenschaften für ein Leben auf dem Gnadenhof.

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Sitzblockade an Blühwiese – Derber Zoff heute

Sitzblockade an Blühwiese – Derber Zoff heute

Heute sollte eigentlich eine weitere Blühwiese zu 50% gemäht werden
(damit diese auch im nächsten Jahr wieder blühen kann).

Doch so einfach war es dann doch nicht.

Komme an die Blühwiese an der Oldendorfer Straße in Melle
gefahren und lade den Balkenmäher ab. Beginne zu mähen und vor mich hin zu pfeifen.
Plötzlich klopft eine offensichtlich stinksaure Wildbiene an mein linkes Brillenglas.

„Ey, du Wichser!!! Bist Du nicht ganz dicht oder was??“

Ich stelle verdattert den Motor aus. Die Wildbiene fängt derweil an das Brillenglas mit Kung-Fu-Tritten zum Splittern zu bringen.

„Wäh?“, frage ich?

„‚Wäh‘ ist keine inhaltliche Frage, Du blödes Arschloch! Du mähst hier gerade unser lebenswichtiges Refugium ab, Du Vollarschkrampe!!“

„Moment mal“, entgegne ich. „Gemeinsam mit dem Karsten haben wir das Ding hier überhaupt erst angelegt. Ausserdem mähe ich doch nur 50%,
der Rest wird erst gemäht, wenn auf der anderen Hälfte was nachgewachsen ist und wieder blüht“.

„Du hälst Dich wohl für nen ganz Schlauen, was!!!“, brüllt die Wildbiene.
„Meine Familie und ich, wir leben aber hier auf DIESEN 2 m², die Du gerade mähen willst. Und jetzt verpiss Dich, sonst mach ich Dir Beine….“

Etwas irritiert halte ich inne. Ich registriere, dass mich Hunderte von Wildbienen, Florfliegen, Grashüpfern, kleinen bunten Käfern ziemlich aggressiv anschauen.
Ich vernehme einen kleinen Sprachchor: „Hau ab, Hau ab, Hau ab, Hau ab!!“

„Aber Moment mal, ich MUSS hier mähen! Wenn hier nicht gemäht wird, dann ist es nächstes Jahr viel zu verschattet. Es wachsen keine Keimlinge mehr.
Der Boden muss ausgemagert werden.“

„Hömma, Professor Doktor Superschlau. Ich zähle jetzt bis 10, und dann bist Du weg. Ansonsten mache ich Hackfleisch aus Dir!“, die Wildbiene fletscht bösartig ihre
Zähne. „Unser Biotop, wir bestimmen wo es langggeht. Diese 2 m² werden nicht gemäht, BASTA. Fuck Off!“

Die ersten Insekten beginnen mich mit winzigen Erdklumpen zu bewerfen. Eine fulminante Sitzblockade rund um die 2m²-Blühfläche-inmitten-der-1000m²-Blühwiese hat sich gebildet.
Schmetterlinge, Erdhummeln, Grashüpfer, sogar einige Blindschleichen sind dabei.
Lang lebe der Widerstand. Sich nicht alles gefallen lassen.
Widerstand ist bunt und wichtig!

Ich respektiere das und mähe die 2m²-Insel nicht. Unter Hohn-und-Spottrufen zuckel ich ab.
Warum genau diese Insel so wichtig sein soll?
Keine Ahnung. Was weiß ich denn schon schon?

Gemäht wurde heute somit nur 49,8 %.

Blumiger Landkreis Osnabrück
Artenvielfalt steigern, Insektensterben stoppen
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Löwenjagd in der Melle Savanne

I am on the rock and then I check a stock
I have to run like a fugitive to save the life I live
I’m gonna be Iron like a Lion in Zion
I’m gonna be Iron like a Lion in Zion
Iron Lion Zion
Frei nach Bob Marley

Heute Löwen an der Oldendorfer Savanne „Am Schürenort“ eingefangen.
Kamerun-Löwen zu kriegen ist alles andere als einfach. Diese sind so scheu und so flink unterweges, dass wir 4 Personen dafür benötigt haben.
Danke an Ralf Bollmann, Karsten Wachsmuth und Simone Brockmann. Und zuvor natürlich auch an Katja Birgitta, welche unseren Ziegen-Eumels
beim Wohnungsumzug geholfen hat, Danke 🙂

Echte nervliche Belasung und definitiv ein Kraftakt – für alle Beteiligten, Menschen und Löwen. Danach gabs erstmal nen Pils (zwar kein Bio, aber unter dem Bierdeckel könnte als Belohnung ein Auto-Gewinn lauern,
wird sofort gegen eine Heupresse eingetauscht).
Die Löwen King, Lola, Charlotte, Hugo und Ilse weiden nun „Am Wulberg“ die nächste Savanne ab.
Hugo ist übrigens ein Popstar, war schonmal in der Zeitung:
https://www.noz.de/lokales/melle/artikel/887880/lamm-hugo-fuehlt-sich-auf-gnadenhof-in-melle-wohl

Gnadenhof Brödel Melle
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Es blüht im Öko-Schulgarten

Auch in unserem Öko-Schulgarten geht es munter voran.
Heute eine extra Session investiert und „für den Zweck dieses Areals ungewünschte Beikräuter“ entfernt.
Böse Zungen würden „Unkräuter“ sagen…
„Unkraut“ klingt wie „Unhold“, „Unschön“, „Unheimlich“ oder „Unerträglich“,
das passt irgendwie nicht.
Es gibt keine „Unkräuter“…
„Für den Zweck dieses Areals ungewünschte Beikräuter“ klingt irgendwie besser (und geht auch lockerer von der Zunge).
Unsere Kaninchen und Meerschweinchen haben eine Freuden-Polonaise gestartet, diese freuen sich nämlich ausserordentlich über
die entfernten (und als Abendbrot gelieferten) Wegerich-Pflanzen.
In dem Öko-Garten wird „Null Komma Null“ Chemie eingesetzt.
Um „für den Zweck dieses Areals ungewünschte Würmchen“ fernzuhalten werden biologische Schutzwälle an Tagetes, Ringelblume und Ysop gepflanzt. Klappt recht gut.
Radieschen und Rettich wurden heute munter geerntet.
Nach den Sommerferien werden wir noch einmal die Schul-AG der IGS Melle einladen, damit diese „die Früchte ihrer Arbeit ernten“
(selten war ein Sprichwort so passend wie jetzt),
z.B. Zucchini und Kartoffeln (Danke an die Lehrerin Vera Rem und Simone Brockmann). Auch dieSchülerInnen haben viel Zeit investiert, das soll natürlich auch belohnt werden.

Das Gemüse kann einen ganzen Strassenzug ernähren: Erbsen, Bohnen, Kartoffeln, Salat, Radieschen, Spinat, Kohl, Bohnen, Mangold, Gurken und und und.
Gedüngt wird auf dem sandigen Boden mit den Hinterlassenschaften unserer Ponys, Ziegen und Schafe.

Gegossen wird hauptsächlich aus den Tanks unserer Regenwasser-Reservoirs. So viele Tropfen wie möglich leiten wir von Hausdächern und Garagen ab.
Wird jedoch unbedingt Zeit, dass mal wieder was runterfällt, sonst wird es knapp.

Und nebenan: Blühen die Blühwiesen, damit auch genügend Insekten die Bestäubung übernehmen (ist nämlich im Jahre 2019 keine Selbstverständlichkeit mehr). Selbstverständlich ist eigentlich im Jahre 2019 garnichts mehr.

Blumiger Landkreis Osnabrück
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Dschungel in Melle wird zur Steppe

Der Dschungel in Melle/Oldendorf am Schürenort ist abgeweidet und entwickelt sich zur Steppe, im Winter ähnelt es dann dort vermutlich der Tundra..
Klimazonenveränderung. Der heisse Sommer macht es möglich.
Die Zusammenarbeit mit dem Umweltamt der Stadt Melle lief sehr gut, danke an dieser Stelle an Klaus Lichy und Thilo Richter.
So macht es Spaß!
Die erste Beweidungsperiode „am Schürenort“ ist nun abgeschlossen.
Man beachte die Vorher-Nachher-Bilder.
Ziegen und Schafe ziehen nun auf andere Flächen um, insbesondere um Teile von Blühwiesen schonend zu beweiden.
Auch die mobile Hütte im Verlauf der nächsten Woche entfernt.

Zum Deal mit der Stadt gehört ja auch, dass wir die Ränder mähen. Ist zwar ein wenig Sport aber für das Mahdgut haben wir
inklusive Kaninchen und Meerschweinchen über 50 hungrige (kleine) Mäuler zu stopfen.
Im kalten Winter sind wir über jeden Heuhalm froh, den wir jetzt ins Heulager fahren.

Gnadenhof Brödel Melle
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Der FFH-Spuk ist vorbei

Die Kavallerie wird zurück gefahren!
Winzige 1-Meter-Pestizid-Schutzstreifen in Meller FFH-Gewässern (bzw. in Gewässern des Landkreis Osnabrück) ???
Der Spuk ist zum Glück vorbei.
Und unsere Kampagne? Braucht zum Glück garnicht erst gestartet werden

Tja, das war ein Aufschrei. Auf Empfehlung des Landrates Michael Lübbersmann entschieden die CDU/SPD-Fraktionen des Kreistages,
dass ein winziger 1-Meter-Pestizid-Schutzstreifen an geschützten (!) FFH-Gewässern im Landkreis Osnabrück völlig ausreichend wären.
Welche faktenfremder Wahnsinn! Ein Irrsinn „hoch zehn“. Völlig zu Recht viel gescholten z.B. von WissenschaftlerInnen der Uni Osnabrück, der Öffentlichkeit, eigentlich so ziemlich allen,
die sich auch nur ansatzweise mal mit der Thematik intensiver beschäftigt haben.

Nun, Landrat Lübbersmann revidierte diese Entscheidung kurz vor der Stichwahl zum Landrat und plädierte für einen 5-Meter-Schutzstreifen und eine Entschädigung der betroffenen Landwirte.
Wahlkampf hin oder her. Es ist nicht verwerflich eine „sachlich falsche“ Entscheidung
zu revidieren, im Gegenteil, das ist durchaus auch ein Zeichen von Größe. Und nicht zu vergessen: Wenn sich der alte „Lobby-Fuchs“ Schulte to Brinke vom Landvolk Niedersachsen
(pro Nur-1-Meter-Schutzstreifen) aktiv einbringt: Der Druck von Seiten der „Agrar-Lobby“ ist dann auf einmal massiv.

Und dennoch: Erstmalig nach 70 Jahren CDU-Landräten (immer Männer)
wurde nun mit Anna Kebschull eine Grüne zur Landrätin gewählt – so ist es nun.

Lirum-Larum, durch Anna Kebschull dürfte die 1-Meter-Schutzstreifen-Entscheidung endgültig in das Reich der „‚Hirnrissigkeit“ verbannt werden – sehr gut!

Zum Glück! Uns erspart es viel Arbeit und hohe Kosten. Und der Sommer dürfte ausschließlich klimatisch heiß aber nicht klima-politisch „heiß“ werden
(ok, eine leichte Vorfreude darauf gab es hier bei dem Einen oder Anderen schon durchaus. „Politische Empörung“ und gezielt eingesetzter Zoff gehören selbstverständlich zum kleinen 1X1 eines jeden Aktivisten/in)…
Offen gesagt: Im Juli hätten wir begonnen direkt nach Starkregen an bestimmten Punkten Gewässerproben zu nehmen.
2 Analyseinstitute standen bereits „Gewehr bei Fuß“.
Einen hohen vierstelligen Betrag für die Gewässer-Analysen konnten wir schlussendlich durch SpenderInnen aquirieren.

Politisch interessant dabei: Von den unterstützenden Unternehmen aus dem Landkreis Osnabrück haben sich drei bereit erklärt eine ganze Menge Geld
für die Finanzierung der Proben „in die Hand zu nehmen“. Unisono jedoch haben alle erklärt: „Wir spenden das weil wir die Thematik und auch „Blumiger Landkreis“ wichtig finden und wollen aber AUF KEINEN FALL
öffentlich bei dem Gewässer-Thema genannt bzw. mit der Probenunterstützung in Verbindung gebracht werden.“
Sagt auch etwas aus (und irgendwie auch verständlich). 2 Privatpersonen (Danke Peter, Danke Anja) haben den Rest bezahlt.
Eine (ansatzweise) empirisch Messreihe wäre somit möglich gewesen – ein mutmaßlicher (politischer) Skanal inklusive (vielleicht…?).
Das Geld wurde nun zurückgezahlt – Friede, Freude, Eierkuchen (?).

Unsere Kavallerie (auf dem Bild Black Beauty) kann somit zurückgepfiffen werden.
Das bunte Ding an der geballten Faust ist unser Grashüpfer (oder so ähnlich?) „Klopfer“.
Die Zeit, welche ansonsten in die mit Sicherheit nicht nur aufgrund der sommerlichen Temoeraturen „hitzige“ Debatte investiert worden wäre,
kann nun für die Blühwiesenmahd einfliessen, sehr sehr gut!

Ach ja: Und dann wäre da noch der Abgeordneten-Watch auf Regionalebene

Es gehört zum „Guten Ton“ einer Demokratie, dass vom Volk gewählte VertreterInnen sich auch mal zu ihren Entscheidungen
äußern oder aber „ihnen auf die Finger geschaut wird“.
Nun…., schaut man sich die CDU/SPD-Vertretung des Kreistages so an, dann wird deutlich, dass auch diverse VertreterInnen
der CDU/SPD aus Melle kommen, somit also offensiv sogar für eine Schutzstreifen-Verknappung in ihrem eigenen Wahlbezirk gestimmt haben.
Etwas härter fomuliert: „Ich lebe dort zwar auch, meine WählerInnen ebenso, aber ein Pestizid-Schutzstreifen in Naturschutzgebieten meines Heimatkreises kann doch wohl nicht sooooooooo wichtig sein“.

Doch Vorsicht: Nicht automatisch bedeutet eine CDU/SPD-Kreistags-Zugehörigkeit, dass auch tatsächlich für eine solche Verknappung gevotet wurde!
(Denn: Vor der Abstimmung haben auch einige VertreterInnen den Abstimmungs-Saal verlassen).

Nun wäre es schon interessant zu wissen, WER GENAU denn nun den für den Blödsinn gestimmt hat (so als mündige/r Wähler/in besteht daran ja ein berechtigtes Interesse).
Und dennoch: Die Entscheidung ist hinfällig, obsolet, in diesem Sinne also „Schwamm drüber“?
Und den vermeintlichen „Kadavergehorsam“ einzelner Lokal-VertreterInnen beinfach so akzeptieren?

Natürlich „hört man sich so um“: „Wer war denn dabei? Wer hat denn den Saal nicht verlassen?“
Aber das sind und bleiben letztlich Gerüchte – und Gerüchte sind riskant und gefährlich – weil sie eben nicht auf Fakten beruhen.

Als lokaler Umweltaktivist bleibt diese Frage dennoch mindestens so interessant wie Anfang der 70er die
Steiner-Wienand-Affäre für die CDU [https://de.wikipedia.org/wiki/Steiner-Wienand-Aff%C3%A4re].
Aber letztlich: Irgendwann ist alles Geschichte! Ist dann eben so…

In diesem Sinne:
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